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Barry und Co. dürfen nicht nach England wechseln

Neue Transferregeln machen einen Wechsel von Spielern wie Austrias Abubakr Barry nach England unmöglich. Warum das so ist und was der Ausweg sein kann.

Barry und Co. dürfen nicht nach England wechseln Foto: © IMAGO / KI

Abubakr Barrys Traum von England ist vor ein paar Wochen mit einem Mail des britischen Innenministeriums an die englischen Profi-Klubs geplatzt.

Stoke City hatte großes Interesse daran, den Gambier von der Wiener Austria zu kaufen. Das ist seither nicht mehr möglich.

Die Regeln, nach denen ein ausländischer Spieler angemeldet werden darf, wurden geändert.

"Das war ein Schock für die Klubs"

"Das war ein großer Schock für die Klubs aus der Championship", sagt Philip Hoffmann-Ostenhof.

Der 24-jährige Wiener arbeitet für die englische Agentur "OmniSport". Dort ist er für den österreichischen Markt zuständig.

"OmniSports" betreut nicht nur Dutzende, vor allem junge Spieler auf der Insel, sondern unterstützt englische Klubs auch bei der Verpflichtung von Kickern aus dem Ausland.

Käsekrainer und Stiegl-Bier für englische Klubs

Alle zwei Wochen bekommen alle englischen Vereine Scouting-Dossiers zugesandt, in denen spannende Spieler aus der ADMIRAL Bundesliga genau unter die Lupe genommen werden.

Vor kurzem erst nahmen 16 Vereine im Büro in Manchester an einem Österreich-Event teil, bekamen Käsekrainer und Stiegl-Bier kredenzt.

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Philip Hoffmann-Ostenhof vermittelt Spieler aus Österreich nach England

"Wir sind fast wöchentlich mit Scouts und Kaderplanern in Österreich, um mit ihnen Spiele anzusehen, ihnen Sportdirektoren und Spieler vorzustellen", erzählt der Wiener.

Mit dem Mail des Innenministeriums hat sich alles schlagartig geändert. Der englische Verband FA hat die neuen Regularien inzwischen offiziell bestätigt, sie gelten seit 15. Juni.

So funktioniert das Punktesystem

Aber der Reihe nach. Es ist gar nicht so einfach, einen Legionär in England unterzubringen. Seit einigen Jahren gibt es ein ausgeklügeltes Punktesystem.

Die Kriterien sind unter anderem: die Liga-Stärke, der Erfolg des aktuellen Vereins auf nationaler wie internationaler Ebene, die Anzahl der bestrittenen Spiele des Kickers, die Länderspiele und die Platzierung in der FIFA-Weltrangliste der jeweiligen Nation.

Die heimische Bundesliga ist in "Band 4" gelistet – unter anderem gemeinsam mit der Schweizer Super League, den höchsten Spielklassen in Tschechien, Kroatien, der Ukraine, Griechenland und Dänemark sowie der zweiten spanischen Liga und der 2. Deutschen Bundesliga.

Warum Barrys Nationalität ein Problem ist

Wenn ein Klub keinen großen Erfolg im Europacup aufweisen kann, reichen die Punkte für einen Kicker in der Regel nur schwer aus, um nach England transferiert werden zu dürfen.

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Austrias Taeseok Lee hat Glück, er spielt für Südkorea und bekommt deshalb viele Punkte
Foto: ©Daniel Shaked

Vor allem dann, wenn der Spieler nicht für ein Nationalteam oder eines außerhalb der Weltranglisten-Top-50 spielt – so wie es bei Barry mit Gambia der Fall ist.

Das Schlupfloch wird enger

Doch es gab ein Schlupfloch: Die "Elite Significant Contribution", kurz ESC. Spieler, die unter diesem Label verpflichtet wurden, mussten die oben erklärten "Governing Body Endorsement Requirements", kurz GBE, nicht erfüllen.

Je nachdem, wie viele englische Spieler ein Klub in der Vorsaison eingesetzt hatte, standen ihm zwei bis vier solcher Plätze zur Verfügung.

"Dadurch konnten österreichische Spieler eigentlich immer nach England wechseln", erklärt Hoffmann-Ostenhof.

Diese ESC-Spots sind ab sofort nur noch für Spieler vorgesehen, die am oder nach dem 1.1.2003 geboren sind. Jedes Jahr wird diese Altersgrenze entsprechend angepasst.

"Spieler, die jung genug sind, sind zu teuer, und ältere dürfen nicht mehr."

Philip Hoffmann-Ostenhof

Wen es noch betrifft

Austrias Barry ist Jahrgang 2000, und somit nunmehr zu alt. Auch Spieler wie etwa Hartbergs Elias Havel oder Rapids Petter Nosa-Dahl fallen dieser Regelung zum Opfer.

"Der Zielmarkt für österreichische Vereine außer Red Bull Salzburg ist die Championship. Doch Spieler, die jung genug sind, sind zu teuer, und ältere dürfen nicht mehr", sagt Hoffmann-Ostenhof.

Was für die heimischen Klubs wichtig ist

Was bedeutet das für die österreichischen Klubs, für die nach Deutschland aktuell der größte Anteil an Transfererlösen aus England kommt?

"Die Teilnahme an europäischen Wettbewerben wird noch wichtiger, weil gute Leistungen auf internationaler Bühne Vereinen und Spielern dabei helfen, die notwendigen Punkte für den Zugang zum englischen Markt zu sammeln", meint Hoffmann-Ostenhof.

Zudem sei es wichtig, noch stärker darauf zu achten, junge Talente zu identifizieren und zu entwickeln.

Englisches Geld über einen Umweg

Und dann gibt es da freilich noch die Möglichkeit, über Umwege an englische Gelder zu kommen.

Hoffmann-Ostenhof: "Transfervereinbarungen mit Weiterverkaufsbeteiligungen werden künftig noch wertvoller: Ein kleinerer Klub kann einen Spieler zunächst an einen stärkeren europäischen Verein verkaufen, wo dieser die nötigen Punkte sammelt. Erfolgt später ein Transfer nach England, profitiert der ursprüngliche Verein über entsprechende Klauseln weiterhin finanziell davon."

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