Hintergrund

Seidls richtungsweisende Saison: "Natürlich mit Druck verbunden"

Der Rapid-Kapitän geht ins vorerst letzte Vertragsjahr und muss im System der Hütteldorfer Flexibilität an den Tag legen.

Seidls richtungsweisende Saison: "Natürlich mit Druck verbunden" Foto: © GEPA

Für Matthias Seidl beginnt beim SK Rapid eine interessante Saison.

Der Vertrag des Kapitäns läuft noch bis Ende 2026/27, ergo wäre im Laufe der Spielzeit eine Verlängerung fällig - oder eine Neuorientierung.

Das alles unter schwierigen Umständen: Neue Flexibilität ist vom Salzburger gefragt, denn seine bevorzugte Position als "Zehner" wird es im System nicht immer geben.

Dazu kommt ein erhöhter Konkurrenzkampf in einem Team, das nach jetzigem Stand weitestgehend zusammengeblieben ist, mit Nicolas Bajlicz aber einen weiteren zentralen Mittelfeldspieler dazubekommen hat.

Öfter als Sechser?

Schon im Finish der letzten Saison war Seidl auf ungewöhnlichen Posten zu finden: Etwa Rechtsaußen in einer Fünferkette.

Beim letzten Testspiel der Sommervorbereitung gegen den Hamburger SV war es eine Position im defensiven Mittelfeld, die der 25-Jährige bekleidete.

In der neuen Spielidee ist Umstellung eben gefragt: "In unserem System gibt es jetzt keine klare Zehn, deswegen kann ich auch als Sechser oder Achter gut leben und habe das schon öfter gespielt."

"Grundsätzlich war es unter dem neuen Trainer immer so, dass ich eher auf der Sechs daheim war bei einer Doppelsechs, bei der ein Spieler offensiver, einer defensiver ist und man sich ein bisschen abwechselt. Also in den letzten ein, zwei Jahren ist meine Rolle schon defensiver geworden. Auch vom System gibt es das gerade besser her", weiß Seidl, der die positiven Seiten zu sehen versucht.

"Hinten kann man in den Räumen die Bälle nach vorne tragen und die Mitspieler nach vorn besser in Szene setzen. Aber du bist erstmal darauf angewiesen, dass du Bälle bekommst."

Dem Konkurrenzkampf stellen

Und gerade im offensiven Mittelfeld ist das Gedränge im Kader groß, während auf den defensiveren Positionen mehr Bedarf herrscht - überhaupt, wenn Romeo Amane noch abwandern sollte.

Im Kampf um die wenigen Mittelfeld-Positionen, sollte Rapid wirklich auf ein 4-3-3 umstellen, wird der Konkurrenzkampf größer. Möglich, dass mehr rotiert wird.

"Wir haben jetzt viele Spieler mit dem Anspruch, zu spielen. Das ist auch unser Glück, dass viele fit sind. Es kann in den Trainings und für die Spiele pushen - aber wenn einer nicht performt, dann spielt er wahrscheinlich nicht."

In einem Jahr kann viel passieren

Einsätze wären für die Zukunftsperspektive wichtig - egal, ob sie auch über 2027 hinaus bei Rapid liegen sollte. Vorerst ist der Gedanke nicht zentral.

"Mir geht es so, dass ich am Platz stehen und alles geben will, egal, wie lange ich einen Vertrag habe. Aber natürlich ist die Situation mit einem gewissen Druck verbunden. Theoretisch gibt es Spieler, die dann wenig spielen oder sich gar verletzen. Dann kann es schlecht ausschauen. Wenn man top spielt, kann es gut ausschauen. Also in beide Richtungen kann es sehr schnell gehen und sich in einem Jahr viel verändern."

Aktuell bleibt Seidl aber "gelassen, was das betrifft".

Kommentare