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"Wenn der Deutsche das auch noch gewonnen hätte..."

Der Olympiasieger schießt nach seinem Sturz im WM-Finale gegen die Jury - und atmet nach Dusek-Gold auf: "Gottseidank! Wenn der Deutsche das gewonnen hätte..."

Foto: © GEPA

Freud und Leid liegen im Sport sehr oft knapp beisammen. So auch bei der WM im Snowboardcross.

Im österreichischen Team reicht die Spannweite nach dem Finale von Riesen-Jubel über Gold von Jakob Dusek zu großem Frust und Ärger bei Alessandro Hämmerle.

Der Olympiasieger kommt im Finallauf in Führung liegend nach einem Duell mit dem Deutschen Martin Nörl zu Sturz. Statt dem neuerlichen Goldcoup regiert nach langem Warten auf eine Jury-Entscheidung Frust.

"Genau das gleiche Theater"

Der Ärger von Hämmerle ist aufgrund eines ähnlichen Vorfalls beim Weltcup in Cortina umso größer.

"Genau das gleiche Theater hatten wir beim letzten Weltcup in Cortina. Er fährt mich einfach um und das geht durch…", schüttelt der Vorarlberger im ORF-Interview den Kopf.

Er schildert das Duell mit Nörl aus seiner Sicht: "Ich hab gewusst, er wird innen reinstechen. Kann er alles machen, aber dann muss er seine Linie halten. Er lässt sich raustreiben, ich bin natürlich früher fertig mit dem Schwung, weil ich von außen komme. Er ist noch nicht fertig, touchiert leicht meine Spitze und dann ist schon der Zaun draußen. Meine Spitze zeigt Richtung Zaun und ich bin nur noch am Rudern, dass ich das korrigieren kann.“

"War eine putzgefährliche Situation"

Beim auf die Kurve folgenden Sturz flog Hämmerle dann ab, hatte Glück, dass ihn Teamkollege Dusek – der spätere Weltmeister – nicht erwischt.

"Ich muss letztlich froh sein, wie das heute gelaufen ist. Das war ja eine putzgefährliche Situation auch noch. Ich dreh mich um und sehe zwei Leute auf mich zufliegen", schnauft Hämmerle durch.

Hämmerle vermisst klare Linie

Der 29-Jährige vermisst eine klare Linie von Seiten der Jury: "Man muss einfach durchgreifen. Ich finde es einen kompletten Schwachsinn, wenn man es mal so und mal so auslegt. Wenn es eine Linie gibt, dann gibt es eine. Dann ist es ein Foul, egal ob es ein WM-Finale ist oder nicht.“

Auch beim Wettkampf in Cortina war die Entscheidung für ihn nicht nachvollziehbar: "Ich finde das einfach einen Witz. Das hat irgendwann mit Sport nichts mehr zu tun. Da führst du den ganzen Lauf und wirst einfach umgefahren und wirst Vierter. Es ist einfach ein Witz!"

"Wenn er das gewonnen hätte auch noch, der Deutsche..."

Dass sein Teamkollege Dusek im Fotofinish die Board-Nase vorne hatte und sich Gold schnappen konnte, stimmt Hämmerle am Ende des Tages doch versöhnlich.

"Gottseidank! Wenn er das gewonnen hätte auch noch, der Deutsche…“, meint der WM-Zweite von 2021. "Also bei allem Respekt, ich mag den Martin gerne und er ist ein feiner Kerl. Aber dann siegt die Sportlichkeit doch noch…“

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