Hörl und Kramer siegen: ÖSV-Skispringer im Aufwind

Hörl und Kramer siegen: ÖSV-Skispringer im Aufwind Foto: © GEPA
 

Österreichs Skisprung-Team hat am Sonntag gleich doppelten Grund zum Jubeln: Jan Hörl feiert in Wisla seinen ersten Weltcup-Sieg und Sara Marita Kramer springt in Lillehammer zu ihrem zweiten Erfolg in diesem Winter.

Besonders groß ist die Freude bei Hörl, der trotz Sturz im Probedurchgang erstmals im Weltcup am obersten Treppchen landet.

"Es ist ein Mega-Gefühl. Dafür habe ich jahrelang trainiert, dass es jetzt aufgeht, ist genial. Ich habe meine besten Sprünge zeigen können und den zweiten habe ich auch runtergebraucht", sagte der 23-jährige Salzburger, der als Halbzeitführender als letzter Springer im Finale über den Bakken ging. "Es braucht noch ein bissl, bis ich das realisiere, was am Wochenende passiert ist. Qualisieg, Teamsieg, Einzelsieg - Hattrick. Und Sturz auch noch, es war alles dabei."

Im zweiten Durchgang hat er bisher mehrmals die Leistung aus dem ersten nicht wiederholen können, deshalb sei er auch nervös gewesen. Am Sonntag passte aber alles. "Es tut gut, dass ich den zweiten runtergekriegt habe. Es ist gut fürs Herz. Wenn man als Letzter oben sitzt und noch über die grüne Linie drübersegelt, was Schöneres gibt es nicht." Öfter habe er ein bisschen verhalten agiert. "Jetzt war ich Pilot, hatte alles unter Kontrolle. Vielleicht braucht es einfach die Aggressivität von mir." Das gute Gefühl will er nun mitnehmen.

Widhölzl: "Für Jan war es Zeit"

"Sehr cool, echt geil, wenn zwei Österreicher zum Schluss obenstehen", sagt der Drittplatzierte Stefan Kraft, der zur Halbzeit noch Zweiter war. "Es war richtig fair und schön zum Springen, ich bin megahappy. Sehr konstant, es schaut aus, dass ich stabiler geworden bin. Ich fühle mich immer wohler." Zu Hörl meinte er: "Im Probedurchgang legt er sich hin, dann gewinnt er den Wettkampf, ich freue mich für ihn. Er ist es cool runtergesprungen. Er war der beste Mann."

"Für Jan war es Zeit", sagte Cheftrainer Andreas Widhölzl. "Super, dass er aktiv geblieben ist und nicht zurückgesteckt hat, sondern angriffslustig war. Das braucht es, das ist sein Sprungstil, das muss er durchziehen."

Im fünften Einzelspringen der Saison hat es also mit dem ersten Sieg eines Österreichers im Weltcup geklappt. Es war auch der erste Einzel-Erfolg seit 28. Februar 2020 in Lahti für Österreich, als Kraft gewann. Und der erste rot-weiß-rote Sieger seit Michael Hayböck am 17. Dezember 2016 in Engelberg, der nicht Kraft hieß. Bereits am Vortag hat Hörl entscheidend zum Sieg des ÖSV-Team im Mannschaftsbewerb von Wisla beigetragen.

Chefcoach Widhölzl freute sich für das ganze Team. "Wir sind gut aufgestellt, materialtechnisch und auch sprungtechnisch, wir haben ein gutes Paket. Mit dem Erfolg wird das Selbstvertrauen auch größer werden."

Kramer: "Es ist harte Arbeit, tägliche Arbeit"

Mächtig Selbstvertrauen hat auch Marita Kramer. Die Salzburgerin springt in Lillehammer zu ihrem zweiten Saisonsieg, dem zehnten insgesamt in ihrer Karriere. Damit baut Kramer auch ihre Führung im Gesamtweltcup aus.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem heutigen Tag, ich habe umgesetzt, was ich mir vorgenommen habe", sagte die 20-Jährige im ORF. "Es ist harte Arbeit, tägliche Arbeit. Es ist voll cool, dass ich das alles erleben kann. Ich werde weiterarbeiten." Im Weltcup hat sie nach vier Bewerben 330 Punkte auf dem Konto, die Deutsche Althaus folgt mit 285.

Gute Ergebnisse gab es auch für weitere Österreicherinnen: Eva Pinkelnig wurde Fünfte (246,5), Daniela Iraschko-Stolz kam auf Platz neun (239,5), Jacqueline Seifriedsberger auf elf (199,3) und Lisa Eder auf 13 (197,6). Österreich übernahm damit auch die Führung im Nationencup (815) vor Slowenien (759) und Deutschland (497).

"Supercool, ich habe zweimal hergebracht, was ich machen wollte. Großschanzen taugen mir, fliegen taugt mir", sagte Pinkelnig und sprach ein Thema an, dass auch Kramer ein Anliegen ist. "Wir müssen unbedingt mehr auf Großschanzen springen. Aber der Kalender heuer geht in die richtige Richtung", meinte Kramer.

Iraschko-Stolz war nach dem Bewerb ein wenig ratlos. "Die Sprünge waren besser als das Ergebnis, ich muss das analysieren, ich hatte das Gefühl, ich habe Gummiski, so wie es mich hergefleddert hat."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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