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Kriechmayr-Rücktritt? "War sicher, dass ich den Hut drauf haue"

Vor Saisonbeginn war sich Vincent Kriechmayr sicher, dass es seine letzte sein würde - nach seinem Abfahrtssieg in Courchevel ist er sich da nicht mehr so sicher.

Kriechmayr-Rücktritt? "War sicher, dass ich den Hut drauf haue" Foto: © GEPA

Vincent Kriechmayr hat den Fluch der Österreicher gebrochen und erstmals seit fast drei Jahren eine Abfahrt gewonnen.

Der 34-jährige Oberösterreicher setzte sich am Freitag in Courchevel im vorletzten Downhill-Rennen der Saison durch und feierte seinen 20. Weltcupsieg, den zehnten in der Abfahrt.

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"Ich habe einen ganz guten Lauf gehabt. Die Hundertstel waren auf meiner Seite, es hat vieles zusammengepasst", erklärt Kriechmayr im ORF-Interview.

Er habe versucht, im Mittelteil eine sehr direkte Linie zu fahren. "Das ist ganz gut aufgegangen." Vor allem an jener Stelle, an der es Franjo Von Allmen und auch andere Fahrer erwischte, sei er enger gefahren.

Vor der Saison war ich mir sicher, dass ich nach dem Jahr den Hut drauf haue. Zurzeit macht es mir sehr viel Spaß.

Kriechmayr über seine Zukunft

Der Sieg ändere nichts an seiner noch nicht getroffenen Entscheidung, ob er doch noch eine Saison anhängt.

"Ganz und gar nicht. Vor der Saison war ich mir sicher, dass ich nach dem Jahr den Hut drauf haue. Zurzeit macht es mir sehr viel Spaß."

Für den Super-G-Weltcup rechnet er sich nicht mehr viel aus, Kriechmayr liegt 158 Zähler hinter Odermatt, drei geplante Rennen vor Schluss. "Ich habe zu viele Super-G heuer verschenkt. Er war besser und hat einen großen Vorsprung. Die Chance ist sehr minimal. Ich gratuliere ihm zur Abfahrtskugel."

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Kriechmayr: "Wenn wir kritisiert werden, ist das ok"

Kriechmayr hatte am 15. März 2023 in Soldeu für den bisher letzten ÖSV-Abfahrtssieg gesorgt. 23 Rennen war Rot-Weiß-Rot ohne Sieg in dieser Disziplin geblieben.

"Wenn wir kritisiert werden, wenn wir drei Jahre nicht gewinnen, ist das ok. Das ist nicht der Anspruch einer österreichischen Abfahrts-Mannschaft", räumt Kriechmayr ein.

Der Oberösterreicher hat einmal mehr bewiesen, wie wichtig er für das ÖSV-Team ist. Auf der Piste "L'Eclipse" hatte Kriechmayr 2022 beim Weltcup-Finale schon einmal einen Sieg gefeiert, ein Jahr später bei der WM 2023 auf dem gleichen Hang wurde er als Titelverteidiger nur Elfter.

Österreichs Abfahrtsteam hat damit auch die Überlegenheit der Schweizer, die bis auf Kitzbühel sämtliche Saisonabfahrten gewonnen hatten, durchbrochen. Kriechmayrs Sieg war auch erst der zweite Saison-Podestplatz für den ÖSV nach seinem zweiten Rang in Wengen.

Haaser und Hemetsberger glücklich

Der fünfte Rang von Raphel Haaser war sein mit Abstand bestes Abfahrtsresultat (bisher ein 14. Platz).

"Ich bin schon einige Jahre dran. Es ist ein Schritt, den ich in der Abfahrt immer machen wollte, ein großer in die richtige Richtung." Er müsse konstant weiterarbeiten und dies auch konstant zeigen.

Auch der sechstplatzierte Daniel Hemetsberger war mit seiner "ganz guten Fahrt" zufrieden. Nur die Einfahrt ins Steilstück sei ihm nicht so gelungen. "Ich habe alles reingehaut, es hat sich nicht so schlecht angefühlt."

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