Das liegt in erster Linie daran, dass sich die Rückenbeschwerden des Slalom-Vizeweltmeisters deutlich gebessert haben. „In den letzten drei Jahren bin ich der Früh aufgestanden und habe an meinen Rücken gedacht. In den vergangenen zwei Monaten hat es sich enorm verbessert. Ich stehe in der Früh nicht mehr auf und denke: Da zwickt es und dort zwickt es.“
„Ich war nach meinem Bandscheibenvorfall ein Dreivierteljahr auf einer Körperseite quasi gelähmt. Man kann sich vorstellen, wie lange es dauert, bis das neurologisch wieder repariert ist - das sind Jahre."
Die Zeit habe tatsächlich einige Wunden geheilt, sagt Feller, für den spezielles Konditionstraining und Therapie für den Rücken zum Alltag gehören. „Ich war nach meinem Bandscheibenvorfall ein Dreivierteljahr auf einer Körperseite quasi gelähmt. Die linke Seite musste alles machen, was die rechte nicht konnte. Dadurch habe ich über einen langen Zeitraum viele Dinge - auch im Alltag - falsch gemacht. Man kann sich vorstellen, wie lange es dauert, bis das neurologisch wieder repariert ist - das sind Jahre. Aber es wird immer besser und besser.“
Neues Lebensgefühl
Es sei fast ungewohnt, nicht mehr ständig an den schmerzenden Rücken denken zu müssen, erzählt der 24-Jährige. Mit dem körperlichen Zustand habe sich auch seine - ohnehin oft gute - Laune verbessert. „Letztes Jahr im Sommer war ich nur grantig, da durften mich die Trainer teilweise fast nicht anreden“, schildert Feller.
Mittlerweile gibt es im Training wieder mehr Grund zu Lachen. Das hat auch mit dem Materialwechsel im Riesentorlauf (Das ist der "RTL Neu") zu tun. „Ich bin das lebende Beispiel dafür, dass die neuen Ski schonender für den Rücken sind“, meint Feller.
Bisher sei es „von Start bis Ziel eher ein Kampf“ gewesen. „Ich habe mich nach zwei Tagen RTL-Training zehn Jahre älter gefühlt.“ Das Fahren mit dem neuen Material ist laut Feller wesentlich kraftsparender und man kommt seltener in extreme Positionen, „in die man eigentlich nicht kommen will“.
Akrobatische Einlagen auf der Piste dürften also weniger werden, dafür soll sich die Zahl der Podestplätze in diesem Winter erhöhen. Diese liegt im Weltcup nämlich noch bei null. Im Riesentorlauf war Feller bisher zweimal Vierter, zuletzt heuer im März in Kranjska Gora.
„Manuel ist sauschnell“
Vor allem im Riesentorlauf habe er in der Vorbereitung große Fortschritte gemacht, sagt Feller, seine Konzentration gelte im kommenden Winter aber zu gleichen Teilen dem Riesentorlauf und dem Slalom. "In naher oder ferner Zukunft will ich um Podestplätze und Siege mitfahren, daran werde ich weiter hart arbeiten."
Geht es nach seiner ÖSV-Teamkollegin Stephanie Brunner, die gezwungenermaßen gemeinsam mit Feller & Co. trainiert hat, wird es bald mit dem ersten Stockerlplatz klappen. „Der Manuel ist im Training sauschnell."
Feller selbst hält den Ball flach, obwohl er sich „im RTL noch nie so gut gefühlt hat, wie jetzt“. Doch das Gefühl könne auch täuschen. "Im Vergleich zu meinen Teamkollegen bin ich dabei, aber man weiß nicht, was die anderen Nationen im Sommer so gemacht haben. Dieses Jahr ist das Fragezeichen aufgrund der Materialänderung nochmal größer. Man weiß einfach nicht genau, wo man steht.“
Bis zum ersten Rennen müssen sich Feller und Co. allerdings noch gedulden. Der Saison-Auftakt in Sölden musste abgesagt werden: