Shiffrin zieht mit Rekordfrau Moser-Pröll gleich
Im Gesamtweltcup hatte Shiffrin zuletzt Lara Gut-Behrami (2024) und Federica Brignone (2025) den Vortritt lassen müssen.
Beide Konkurrentinnen verletzten sich aber vor dieser Saison und Shiffrin stemmte neun Jahre nach ihrem ersten Coup als damals 22-Jährige den großen Glasbecher zum sechsten Mal in die Höhe.
Sechs Gesamtweltcupsiege bei den Frauen hatte zuvor nur Österreichs Sportlerin des Jahrhunderts Annemarie Moser-Pröll geschafft.
Shiffrin: "Du kannst alleine keine Kugeln gewinnen"
"Wir haben Großes erreicht. Es fühlt sich großartig an", sagt Shiffrin nach ihrem Triumph im ORF-Interview. Mit "Wir" meint die US-Amerikanerin ihre Familie und ihr Team, die sie stets unterstützen.
"Es ist ein Resultat gemeinsamer Arbeit. Ich genieße unglaubliche Unterstützung, sie alle machen so viel für mich. Sie geben mir so viel Energie. Ich wäre ohne sie nicht dort, wo ich jetzt bin. Du kannst alleine keine Kugeln gewinnen", hält Shiffrin fest.
Für den neuerlichen Coup benötigte Shiffrin eine fast perfekte Slalom-Saison, um die im Saisonfinish noch einmal aufdrehende Allrounderin Aicher in Schach zu halten. 980 von 1.000 möglichen Punkten wanderten durch ihre Paradedisziplin aufs Konto. Nur ein weiterer Podestplatz kam aus einer anderen Disziplin dazu. In Spindleruv Mlyn wurde Shiffrin Riesentorlauf-Dritte.
Aicher stand in Abfahrt, Super-G und Slalom am Podest. Im Riesentorlauf hat es die Deutsche noch nie aufs Weltcup-Stockerl geschafft - ein Ziel, das aufrecht bleibt.
Shiffrin: "Als ich heute Morgen aufgewacht bin, war ich nervös"
Shiffrin und Aicher machen es am Saisonende noch einmal spannend.
"Der Tag war unglaublich. Als ich heute Morgen aufgewacht bin, war ich nervös. Aber ich war überzeugt, dass ich genug Energie dafür habe", erzählt Shiffrin.
Aber als 17. nach dem ersten Lauf ist die US-Amerikanerin außerhalb der Punkteränge klassiert, während Aicher als Dritte sogar mit dem Ski-Wunder kokettieren darf. Der 1. Durchgang hätte sich nicht gut angefühlt, sie hätte ihn nicht so gut bewältigt, wie ihre Konkurrentinnen, meint Shiffrin.
"Als Emma ins Ziel kam, dachte ich: Wow, das ist so gutes Skifahren. Sie war gut genug, um das Rennen zu gewinnen", hält Shiffrin fest. "Das ist das, was ich vor dem Rennen gemeint habe: Ein einziger Punkt kann entscheiden. Ich habe Druck gespürt."
In der Entscheidung aber spielt Shiffrin ihre ganze Routine aus, schafft den Kugelgewinn aus eigener Kraft, indem sie sechs Plätze gut macht. Die 22-jährige Aicher hingegen fällt nach einem großen Fehler noch hinter Shiffrin zurück.
Aicher: "Hoffentlich kann ich sie nächste Saison von Anfang an ein bisschen nerven"
Bei den Interviews im Ziel ist Aichers erster Ärger bereits verpufft. "Der eine Fehler heute war halt dumm, aber der Riesentorlauf geht auch in die richtige Richtung. Ich kann mit einem guten Gefühl jetzt einmal Pause machen", sagt der Shootingstar im ORF.
"Shiffrin hat verdient gewonnen. Jetzt kann ich ja weiterarbeiten und hoffentlich kann ich sie nächste Saison von Anfang an ein bisschen nerven."