Schlechteste Super-G-Saison der Geschichte für ÖSV-Frauen
Österreichs Speed-Frauen beenden die Super-G-Saison ohne einen einzigen Podestplatz. Für eine Athletin war das Weltcup-Finale ein "Überlebenskampf".
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Für Österreichs Ski-Frauen ist die am Sonntag in Kvitfjell zu Ende gegangene Super-G-Saison 2025/26 eine zum Abhaken.
Erstmals seit der Saison 1996/97 blieben die Österreicherinnen im seit den Achtzigern im Weltcup gefahrenen Super-G ohne Top-drei-Rang. Damals hatte es immerhin einen vierten Platz gegeben, auch das blieb diesmal aus.
Umso positiver ist, dass es im Zeichen der Fünf Ringe im wichtigsten Rennen dieser Saison mit einem Podestplatz geklappt hat. Cornelia Hütter holte bei den Olympischen Spielen Bronze.
Hütter über mögliches Karriereende: "Es ist 50:50"
Die Steirerin ist auch im finalen Super-G der Saison in Kvitfjell als Fünfte beste Österreicherin. Ergebnis des Super-G >>>
Im Ziel angekommen, lag die Olympia-Dritte auf Rang drei und durfte da noch auf den ersten rot-weiß-roten Weltcup-Saisonpodestplatz in dieser Disziplin bei den Frauen hoffen. Doch die letztlich viertplatzierte Deutsche Emma Aicher und die Schweizerin Corinne Suter waren schneller als die 33-Jährige, deren Karriere-Fortsetzung noch offen ist.
Hütter pocht erneut darauf, dass ihr die frühlingshaften Bedingungen nicht so liegen. "Man spürt, dass das kein cooler, aggressiver Winterschnee ist, den ich so liebe. Aber ich habe es probiert und es zu 90 Prozent durchgezogen."
Es ist ihr zweitbestes Super-G-Saisonergebnis, damit müsse sie zufrieden sein. Über Fortsetzung oder Ende der Karriere wolle sie entscheiden, wenn Ruhe reingekommen ist. "Es ist 50:50. Das Rennen fahren und das Attackieren macht Spaß."
Manchmal, etwa in der Vorbereitung, sei es aber hart. "Deswegen möchte ich es ganz, ganz gründlich überdenken."
Ortlieb: "Es war ein Überlebenskampf"
Teamkombi-Olympiasiegerin Ariane Rädler wird Siebente, Mirjam Puchner Zwölfte und Nina Ortlieb 21. 500-Punkte-Fahrerin Julia Scheib passte, die steirische Riesentorlauf-Wertungssiegerin klagte über Rückenschmerzen.
Rädler meint, sie merke, dass es im Super-G nicht so leicht von der Hand gehe: "Ich muss schauen, dass ich in den Kurven wieder besser werde."
Ortlieb hingegen ist ratlos, verzweifelt: "Es war eher ein Überlebenskampf."
Assinger mit zwiespältiger Speed-Bilanz
Das Resümee des scheidenden ÖSV-Frauen-Cheftrainers Roland Assinger für den Speedbereich fällt zwiespältig aus. "Im Super-G durchwachsen, da war immer dieser Wurm drinnen - außer bei Olympia, was umso schöner war. Es ist nicht so leicht von der Hand gegangen. Das gilt es zu analysieren, um nächstes Jahr mit geballter Kraft zu kommen. Mit der Abfahrt kann man zufrieden sein."
Für ihn sei der Zeitpunkt gekommen, ein neues Kapitel aufzuschlagen, bezog sich der Kärntner auf seinen Abgang. "Mit dem Kugelgewinn von der Julia hat es mir gesagt: 'Roli, es ist Zeit.'"