Nina Ortlieb markiert im Abschlusstraining die Bestzeit
Die Vorarlbergerin befindet sich in guter Form und will in Val di Fassa weiter vorne anschreiben.
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Bei Traumwetter, aber pickelharter Piste ist am Donnerstag das Abschlusstraining für die beiden Weltcup-Abfahrten der Frauen in Val di Fassa absolviert worden.
Nina Ortlieb markierte die Bestzeit und verwies auf der kurzen Strecke die Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie in 1:22,24 Minuten um 0,18 Sekunden auf Platz zwei.
Für Ortlieb und Co. geht es in noch insgesamt drei Abfahrten um die kleine Kristallkugel. Noch führt die schwer verletzte Lindsey Vonn, 94 Punkte vor Emma Aicher.
Mit Ariane Rädler (6./+0,45) fuhr eine weiter ÖSV-Läuferin unter die Top 10.
Formkurve zeigt nach oben
94 Punkte Rückstand hat auch Ortlieb auf Aicher. Und sie befindet sich in starker Form. Ortlieb war schon vor einer Woche in Soldeu Bestzeit im Abschlusstraining gefahren und wurde dann Zweite.
"Es zeigt immer, wenn man im Training gut ist, dass man grundsätzlich einen Speed auf der Strecke hat", sagte Ortlieb. Gleichzeitig wisse man aber, dass nicht jede Athletin mit dem gleichen Einsatz in ein Training geht, und sie nannte Aicher.
"Wenn die im Training nirgends ist, kann sie trotzdem ganz vorne stehen." Daher dürfe man nicht zu viele Rückschlüsse auf das Rennen ziehen. Aicher war am Donnerstag übrigens 42. und mit einem Torfehler 2,34 Sekunden hinter Ortlieb.
Ortlieb stellt keine Rechnereien an
"Rechnen braucht man nicht. Schnell Skifahren, dann kann man schnell Schritte nach vorne machen", lautet Ortliebs Devise.
Träume gebe es schon. "Aber es klingt oft leichter als es ist. Es muss sehr viel zusammenpassen, wenn man die Big Points machen will."
Zudem sieht Ortlieb viele Konkurrentinnen mit dem gleichen Potenzial. Im Rennen dürfe man sich aufgrund der "extrem kurzen" Lauflänge wenig Fehler erlauben.
Hütter: "Spüre mich wieder so wie ich es will"
Für Cornelia Hütter, Super-G-Bronzemedaillengewinnerin von Cortina, geht es nach Ermüdungserscheinungen wieder aufwärts.
"Es war nicht viel Erholung zwischen Soldeu und jetzt, aber ich merke, dass jeder Tag besser wird. Jetzt spüre ich mich wieder so, wie ich mich spüren will. Das ist extrem viel wert für mich", sagte die Steirerin.
Sie sprach von ganz soliden Trainingsläufen (am Mittwoch war sie Siebente, Anm.) und einer positiven Grundstimmung. "Es wird ein enges Rennen, weil es eine relative kurze Laufzeit gibt." Hütter verspürt seit Olympia aufsteigende Form. "Die möchte ich da auf den Schnee bringen." Und über die Strecke im Val di Fassa hat sie auch eine klare Meinung. "Richtig Mut braucht man nicht, man braucht Köpfchen."
Erinnerungen hat Hütter aber gute, denn 2021 war sie nach einer Verletzungsserie nach fast zweieinhalb Jahren hier wieder am Start. "Ich verbinde sehr große Emotionen, aber nur positive mit der Strecke. Ich freue mich, dass wir wieder da sind." Die "La Volata" hätte sich aber verdient, fixer Bestandteil des Weltcupkalenders zu sein.
Team-Olympiasiegerin Rädler will "vorne mitkämpfen"
Für die frischgebackene Team-Olympiasiegerin Ariane Rädler ist es nach Soldeu das zweite Rennen nach ihrem Gold-Gewinn. "Klar hast du das schon ein bisserl im Hinterkopf. Das macht es vielleicht ein bisserl einfacher. In Soldeu hat es mir die Lockerheit ein bisserl genommen, weil ich mir dann doch mehr erwartet habe", gestand die 31-jährige Vorarlbergerin.
Ihr gefällt die Strecke, sie müsse sich im Rennen aber noch steigern, befand sie nach Rang sechs (bzw. fünf, denn die drittplatzierte Nadja Delago ließ ein Tor aus, Anm.) am Donnerstag. Zu verlieren gibt es auf der Strecke viel.
"Auch wenn du nicht auf Ideallinie bist, musst du einfach auf Zug weiterfahren, sonst kostet dir jeder kleiner Wischer so viel." Das Ergebnis zeige ihr aber, dass "ich vorne mitkämpfen kann". Im Weltcup habe sie das noch nicht so gezeigt.
Neben den beiden Abfahrten steht am Sonntag noch ein Super-G an, bei laut Wettervorhersagen jeweils großartigen Bedingungen. Das Freitag-Rennen ist übrigens der Ersatz für den in Crans-Montana ausgefallenen Bewerb. Die letzte Saisonabfahrt ist beim Weltcupfinale in Lillehammer für 21. März geplant.