NEWS

Hütter über Abbruch in Crans-Montana: "Verstehe ich nicht"

Das österreichische Speed-Ass könne den Abbruch nicht "zu 100 Prozent“ nachvollziehen. Bei der gestürzten Nina Ortlieb gibt es Entwarnung:

Hütter über Abbruch in Crans-Montana: "Verstehe ich nicht" Foto: © GEPA

Die letzte Weltcup-Abfahrt der Frauen vor Olympia geht gehörig schief.

Nach nur sechs Läuferinnen musste das Abfahrtsrennen in Crans-Montana abgebrochen werden. Nur die Hälfte der Athletinnen kam ins Ziel, drei Fahrerinnen stürzten.

zum Rennbericht >>>

Sowohl die Österreicherin Nina Ortlieb als auch Lindsey Vonn und Marte Monson landeten im Fangnetz.

Olympia in Gefahr? Vonn stürzt in Crans-Montana heftig >>>

Ortlieb gibt Entwarnung

Mit Startnummer eins an den Start gegangen, stürzte Ortlieb schon nach 20 Sekunden - an der gleichen Stelle, wie schon vor fünf Jahren. Damals riss sie sich das Kreuzband. Wie die ÖSV-Fahrerin am "ORF"-Mikro bestätigte, kam sie dieses Mal deutlich glimpflicher davon: "Ich fühle mich nach wie vor fit und gesund."

Schon kurz nach dem Sturz gab sie eine erste Entwarnung, ihr fehle gar nichts. Schlimmer erging es ihren Skiern: "Die schauen nicht mehr gut aus, also sind brutal beschädigt. Da sieht man richtig den Holzkern. Und man merkt dann schon, was für Kräfte im Abfahrtssport auf einen zukommen."

Deshalb - und auch aufgrund der anschließenden Stürze von Monsen und Vonn - zeigte sie sich dankbar: "Ich habe auch im Verlauf gesehen, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, wenn man so ins Netz einprallt."

Hütter geht nicht mit der FIS d'accord

Fünf Startnummern bevor Conny Hütter dran gewesen wäre, wurde das Rennen bereits abgebrochen. Zum Unmut vieler Athletinnen. Zu diesen zählt auch die Steirerin.

Sie sähe zwar ein, dass es "immer zach" sei, wenn es viele schwere Stürze gebe. "Aber ich bin runtergerutscht, die Sicht war recht okay. Warum sie es wirklich abgesagt haben? Es hat geheißen 'aus Sicherheitsgründen'."

Damit stimmt die zehnfache Weltcupsiegerin nicht überein: "Wenn sie es abgesagt haben, dann hoffe ich für sie aufgrund der Piste - aber das verstehe ich auch nicht hundertprozentig." Tatsächlich bestätigte FIS-Renndirektor Peter Gerdol später, dass der Hauptgrund die schlechter werdende Sicht war.

FIS hörte auf Feedback von "nicht gerade unglaublich gutem" Vorläufer

Klar ersichtlich kam die Entscheidung bei vielen Fahrerinnen nicht gut an, wie die TV-Kameras deutlich zeigten. Das lag wohl auch daran, dass die Vertreterinnen der Läuferinnen nicht dazu befragt worden waren. Dazu gehören neben Hütter auch Laura Pirovano oder Sofia Goggia.

Außerdem begründete die FIS den Abbruch auch mit der Einschätzung des letzten Vorläufers. "Wir haben das Feedback vom Vorläufer bekommen, dass er die Piste nicht gesehen hat", meinte Gerdol.

"Wenn dann die Entscheidung aufgrund eines nicht gerade unglaublich guten Vorläufers zustande kommt, dann ist es schwer zu hinterfragen, warum man ein Rennen überhaupt beginnt", merkte ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher Bedenken an.

Sofern die Bedingungen aber tatsächlich nicht gestimmt haben, "versteht man die Entscheidung natürlich".

Kommentare