Gesamtweltcup? Shiffrin würde es Konkurrentin gönnen
Die US-Amerikanerin fährt im Slalom in einer eigenen Liga, im Gesamtweltcup lässt sich Emma Aicher aber nicht abschütteln.
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Mikaela Shiffrin ist im Slalom auch in Are nicht zu schlagen, gewinnt in überlegener Manier im neunten Saison-Slalom zum achten Mal und feiert ihren 109. Weltcupsieg, den 72. im Slalom.
Dahinter zeigt Emma Aicher auf: Die deutsche Allrounderin bleibt der erfolgreichsten Skifahrerin der Geschichte mit Platz zwei vor dem Saisonfinale auf den Fersen.
140 Punkte beträgt der Rückstand der 22-Jährigen, die bei den Speed-Rennen beim Weltcup-Finale kommendes Wochenende in Kvitfjell auf fette Punkte hoffen darf.
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In Are überwog bei Aicher aber mal die Freude über den Podestplatz beim Fast-Heimrennen, immerhin hat sie eine schwedische Mutter und wuchs ganz in der Nähe auf, wie sie im ORF-Interview sagte:
"Ich freue mich riesig, dass ich es fast daheim machen kann, mit der ganzen Familie und Freunden, das ist sehr schön." Oben sei, wie im ersten Durchgang, wieder ein kleiner Fehler dabei gewesen. "Jetzt hab ich mir gedacht, reiß dich halt mal ein bisschen zusammen, aber unten war es dann wieder ganz in Ordnung."
Unbekümmertheit als Stärke
Eine große Stärke der Deutschen dürfte ihre Unbekümmertheit sein: "Ich habe nicht viele Gedanken im Kopf beim Fahren, glaub ich. Und bin auch froh, dass es so ist."
Dieses Mindset beeindruckt auch Shiffrin: "Man sieht, dass sie sehr ruhig und gesammelt ist, sie denkt nicht nach oder auf einen simplen Weg, der es ihr erlaubt, schnell zu sein." Shiffrin selbst war fast ein wenig geschockt, dass es so gut gelaufen ist in Are, wie sie verriet.
"Diese Bedingungen wie im zweiten Lauf mag ich am wenigsten. Letztes Jahr hatte ich da hart zu kämpfen und war trotzdem kaum am Podest. Da war ich einfach langsam verglichen mit den schnellsten Frauen."
Ehrende Worte für Aicher
Die US-Amerikanerin freut sich schon auf einen spannenden Kampf um die große Kristallkugel, und hatte faire Worte für Aicher übrig:
"Um ehrlich zu sein, würde sie es sich verdienen. Sie war die Topläuferin über alle Disziplinen, und es ist unglaublich, jemanden zu sehen, der das macht (in allen Disziplinen starten, Anm.), weil sie ist eigentlich die einzige. Aber ich bin auch drin im Fight, und werde auch für mein Team und meine Trainer kämpfen, die alle hart gearbeitet haben."
Und Aicher? Die macht sich noch nicht viele Gedanken. Sie sei schon stolz, noch immer mitkämpfen zu können, "weil vor einem Jahr war ich noch nirgends im Vergleich. Aber die Shiffrin ist weit voraus, es wird sehr schwer, und ich werde mich einfach auf meine Sachen konzentrieren und dann sieht man, was herauskommt." Sie werde im Endeffekt mit ihrem Skifahren über alle Disziplinen sowieso zufrieden sein.
Truppe mit "viertem Platz auf Dauerbuchung"
Knapp nicht für das Stockerl reichte es an diesem Tag für Katharina Truppe, die im Vorjahr hier ihren ersten Weltcupsieg gefeiert hatte. Diesmal zog die Schweizerin Wendy Holdener in der Entscheidung noch an ihr vorbei, für die Kärntnerin blieb nicht zum ersten Mal Platz vier.
"Dass es neun Hundertstel waren, hat mich natürlich richtig geärgert, weil ich glaube, ich habe den vierten Platz vor der Saison auf Dauerbuchung genommen, und das tut jetzt schon ein bisschen weh. Richtig liegengelassen habe ich es im letzten Drittel, da war ich hinein ins Ziel ein bisschen zu hoch von der Linie", so Truppe, die dennoch einmal mehr gezeigt hat, dass sie zu den Spitzen-Slalomläuferinnen dieser Saison gehört.