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Nach Assinger-Rückzug: ÖSV sucht "Fachmann oder Fachfrau"

Für ÖSV-Alpindirektor Christian Mitter ist eine "deutschsprachige Lösung" wichtig. Trotz der Kritik an Assinger im vergangenen Jahr sprechen die Athletinnen Dank aus.

Nach Assinger-Rückzug: ÖSV sucht "Fachmann oder Fachfrau" Foto: © GEPA

Überraschend kam der Rückzug von Roland Assinger als Cheftrainer der Ski-Frauen für Christian Mitter nicht.

Aktuell sondiert der Alpin-Direktor im ÖSV den Markt nach einem oder einer Nachfolgerin. "Wir suchen keinen Fußballtrainer. Es muss natürlich ein Fachmann oder eine Fachfrau sein", sagte Mitter am Rande des Weltcupfinales in Kvitfjell. Fix ist für ihn: "Wir brauchen eine deutschsprachige Lösung, weil doch viel Kommunikationsbedarf ist."

Leicht ist die Führungsposition nicht zu besetzen. Das Anforderungsprofil ist groß, der Markt überschaubar. Ein Chefcoach im Weltcupbereich braucht nicht nur sportliches Know-how, er ist vor allem auch Manager und Organisator. Und im besten Fall ist er als Führungsfigur auch eine Vertrauensperson.

"So eine Position ist immer schwer zu füllen, weil man im Tagesgeschäft viele Vakuums ausfüllt. Aber es geht immer weiter. Ich bin auch noch da, kann im Übergang helfen", sagte Mitter. Der langjährige Cheftrainer der norwegischen Männer war von 2019 bis 2022 auch schon Cheftrainer der ÖSV-Frauen.

Hütter: "Wichtig, dass gewisse Ruhe im Team ist"

"Das Einzige, was für mich wichtig ist, ist, dass eine gewisse Ruhe im Team ist. Und es Personen im Hintergrund gibt, die das so gut managen, dass wir uns eigentlich nur aufs Runterfahren konzentrieren müssen", sagte Speed-Ass Cornelia Hütter.

Als ÖSV-Athletin bewege man sich als große Truppe durch die Welt. Vor allem im Reisen während der Saison ortet sie potenziell große Energiefresser. Bisher habe das gut funktioniert.

"Ich glaube, dass ein würdiger oder eine würdige Nachfolgerin gefunden wird. Ich vertraue in das System, weil es viele Erfahrungswerte gibt", sagte Hütter. Auf die Frage, ob sie gendergerechte Sprache bemühe oder es konkrete Anzeichen für eine Frau am Cheftrainerposten gibt, sagte Hütter: "Am Ende der Saison muss man auch ein wenig Gossip reinstreuen." Allerdings gibt es im Weltcup sehr wenige Frauen, die in echten Führungspositionen arbeiten.

Nach Kontroverse: Athletinnen bedanken sich bei Assinger

Assinger schlug ein Angebot für einen neuen Zweijahresvertrag zuletzt aus. Er brauche eine Luftveränderung, könne sich aber einen Verbleib in anderer Funktion in Österreich vorstellen. "Weil es mir am Herzen liegt, dass man dem Skisport mehr Schwung mitgibt."

Nach Ende der vergangenen Saison sah sich der Bruder von TV-Moderator und Ski-Experte Armin Assinger großer Kritik ausgesetzt. Weltmeisterin Stephanie Venier beschrieb seine Mitarbeiterführung als sehr hart und respektlos. Dennoch wurde Assinger mit Rückhalt durch Verband und Athletinnen vor einem Jahr im Amt bestätigt.

Hütter galt als Fürsprecherin von Assinger. "Ich habe gewisse Tatsachen, die ich so empfunden habe, ausgesprochen. Es ist schade, dass er geht. Ich verstehe ihn aber auch."

Assinger habe eine gute Arbeit gemacht, sagte Mirjam Puchner. "Er hat auch kritische Worte gefunden, aber mit dem muss man als Sportler umgehen und das richtig einordnen können", meinte die Abfahrerin. "Man muss ein großes Dankeschön anbringen, ich hatte ihn schon im Europacup. Er hat uns angetrieben."

Leicht zu ersetzen werde Assinger nicht, meinte Nina Ortlieb: "Wir kennen den Roland schon sehr lange, er hat sehr viele gute Seiten. Ich traue es Christian Mitter aber zu, einen passenden Nachfolger zu finden."

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