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Tränen bei Kitz-Sieger Franzoni: "Matteo wäre stolz auf mich"

Im Moment seines größten Erfolges sind die Gedanken des frischgebackenen Streif-Siegers bei seinem besten Freund, den er auf tragische Weise verlor. Dennoch lebt Giovanni Franzoni seinen Traum.

Tränen bei Kitz-Sieger Franzoni: "Matteo wäre stolz auf mich" Foto: © GETTY

Mit einer Hand streckt Giovanni Franzoni einen Ski in die Höhe, mit der anderen Hand schickt er einen Kuss in Richtung Himmel. Bei der Hymne kullerten die Tränen. Zuvor sank er vollkommen von seinen Gefühlen übermannt auf die Knie.

Im Moment seines größten sportlichen Erfolges sind die Gedanken des frischgebackenen Abfahrts-Siegers in Kitzbühel bei seinem besten Freund Matteo Franzoso, den er erst vor wenigen Monaten auf tragische Weise verlor.

Der 25-Jährige verstarb im September an den Folgen eines Sturzes beim Vorbereitungscamp in Chile. "Ich werde für den Rest meines Lebens für uns beide Skifahren", sagte Franzoni nach dem Verlust seines Weggefährten.

So tat er es auch an diesem trüben Samstag in Kitzbühel. Der Italiener legte bei diffuser Sicht auf der herausfordernden Streif einen Husarenritt hin und feierte seinen zweiten Weltcup-Sieg - bei seinem erst zweiten Abfahrts-Start in Kitzbühel.

"Ich weiß, dass Matteo stolz auf mich wäre", sagt Franzoni nach seiner Siegesfahrt am Hahnenkamm.

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Franzoni lebt seinen Traum

Mit dem Triumph auf der Streif erreicht Franzonis kometenhafter Aufstieg vorerst seinen Höhepunkt.

Erst im Dezember gelang dem 24-Jährigen mit Rang drei im Super-G in Gröden der Durchbruch. Zuletzt in Wengen feierte er im Super-G sensationell seinen ersten Weltcup-Sieg und fuhr in der Abfahrt am Lauberhorn auf Rang drei.

Ich liebe Österreich. Es ist eine Ehre, in Kitzbühel zu fahren. Ich lebe meinen Traum.

Streif-Sieger Giovanni Franzoni

In Kitzbühel fuhr er sich mit Bestzeiten in den beiden Trainings in die Favoritenrolle – und wurde dieser gerecht. Um sieben Hundertstel schnappte er Marco Odermatt die begehrte Goldene Gams weg.

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"Es ist so ein verrückter Tag. Ich liebe Österreich. Es ist eine Ehre, in Kitzbühel zu fahren. Zuerst der erste Podestplatz in Wengen, jetzt der Sieg in Kitzbühel. Ich lebe meinen Traum", strahlt Franzoni und schickt übers Stadion-Mikrofon ein "Dankeschön, Austria" hinterher.

Seine Saison sei "unglaublich", meint der Italiener ungläubig. "Ich werde das vielleicht erst im Sommer realisieren. Jetzt kommt Olympia, da wird viel Druck auf mir liegen."

Nur Olympia-Gold in der Heimat wäre größer als Kitz-Sieg

Über diesem Sieg in der Kitzbühel-Abfahrt stehe wohl nur Olympia-Gold in der italienischen Heimat, versucht sich Franzoni in einer Einordnung des eben Erreichten. "Wenn Olympia in einem anderen Land stattfinden würde, dann würde mir wahrscheinlich ein Kitzbühel-Sieg mehr bedeuten."

Auch wenn ein Olympiasieg in Bormio für Franzoso über dem Streif-Triumph stehen würde – dass er sich bereits im zarten Alter von 24 Jahren in die Riege der Kitzbühel-Sieger einreiht, ringt der Konkurrenz Respekt ab.

Kriechmayr: "Es tut dem Sport gut, dass so ein Junger daherkommt"

"Hut ab! Er ist ein unglaublicher Skifahrer und auch ein sehr sympathischer Kerl. Es ist ihm sehr zu vergönnen. Es tut dem Sport sehr gut, dass da jetzt so ein Junger daherkommt und voll anraucht", sagt etwa Vincent Kriechmayr. "Er bietet den Schweizern Paroli, wenn es wir schon nicht machen."

Stefan Babinsky meint: "Er ist ein begnadet guter Skifahrer, hat ein sehr großes technisches Vermögen. Ich vergönne ihm das sehr."

An diesem Samstag in Kitzbühel gibt es wohl kaum jemanden, der Giovanni Franzoni diesen Sieg nicht vergönnt.

Kitzbühel-Abfahrt: Das Sieger-Trio auf der Streif

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