Bob: Treichl will im fünften Olympia-Anlauf mehr
Am Montag startet für Markus Treichl die olympische Kampagne im Zweier-Bob. Dort oder spätestens im Vierer-Bob soll ein respektables Ergebnis herausschauen.
Mit seinem schwächeren Schlitten startet Markus Treichl in seine dritte Olympia-Kampagne. Mit Anschieber Daniel Bertschler geht es am Montag (10:00 Uhr) und Dienstag (19:00 Uhr) in Cortina im Zweierbob los, bessere Chancen rechnet er sich nächstes Wochenende im Vierer aus.
Jakob Mandlbauer gibt mit Daiyehan-Obafemi Nichols-Bardi sein Olympia-Debüt. Hoch favorisiert sind die deutschen Schlitten.
Treichl hat in vier Olympia-Bewerben bisher einen 15. Platz mit dem Zweier vor acht Jahren als bestes Ergebnis zu Buche stehen. Nicht das, was er sich vorstellt. Nach der Premiere 2018 in Pyeongchang lief es in Peking 2022 aufgrund von Corona-Infektionen im Vorfeld nicht nach Wunsch.
"Nach der ersten Teilnahme erwartest du natürlich mehr, ich hätte schon in Peking gerne mehr gezeigt. Ich hoffe, dass wir jetzt richtig zeigen können, was wir draufhaben", erklärte der Tiroler.
Mit Trainings zufrieden
Der 32-Jährige setzt nicht zuletzt auf seine Erfahrung. "Man geht mit der Zeit zu Rennen anders hin, bereitet sich anders vor. Die Bahnvisualisierungen, die ganzen Kurvenerarbeitungen - je mehr Bahnen man kennt, desto mehr Passagen kann man mit anderen Bahnen vergleichen. Das hilft auf jeden Fall", meinte Treichl, der mit seinen Trainingsfahrten durchaus zufrieden ist.
"Ich bin von der Linie her sehr gut zurechtgekommen. Man muss oben extrem genau fahren, dass man keine Rutscher hat. Wenn das Heck ausbricht, kostet es extrem viel Zeit", beschrieb er das Kriterium der Bahn Eugenio Monti.
Mandlbauers Ziel ist "stabile Leistung"
Für Mandlbauer ist Olympia Neuland, seine Karriere ist viel auf die nächsten Winterspiele 2030 ausgerichtet. Dafür soll Cortina ein guter Entwicklungsschritt sein.
"Ich glaube, dass das eine ganz wichtige Erfahrung für den weiteren Prozess sein wird. Man wird sehen, wie gut kann man ein Rennen fahren, wenn rundherum ein bissl mehr los ist als bei Weltcuprennen", sagte der 27-Jährige.
Doch nur dabei sein ist ihm zu wenig. "Ich werde versuchen, jetzt schon eine stabile Leistung zu zeigen", betonte Mandlbauer. Das ist in den Trainings "mal besser, mal schlechter" gelungen, "aber von Tag zu Tag kommen wir näher an die Ideallinie heran".
Topfavoriten kommen aus Deutschland
Der Sieg führt nur über die deutschen Schlitten, die seit dem Erfolg des Schweizers Michael Vogt in La Plagne im Dezember 2023 alle Weltcup-Zweier gewonnen haben. Topfavorit ist Johannes Lochner, der in diesem Winter sechs der sieben Rennen für sich entschieden hat.
Vor vier Jahren feierten die Deutschen einen von Francesco Friedrich/Thorsten Margis angeführten Dreifachsieg. Der 18-fache Weltmeister Friedrich hat 2018 und 2022 jeweils Doppelgold im Zweier und Vierer geholt und kann mit einem weiteren Triumph zum erfolgreichsten Bobpiloten der Olympiageschichte werden.
Die beiden 35-jährigen Bayern Lochner und Friedrich haben angekündigt, nach Olympia ihre Karriere zu beenden.