Die US-Amerikanerin hat ihr Comeback im Jahr 2024 mit einem klaren Ziel gestartet: Nochmal bei den Olympischen Spielen eine Medaille zu holen. Dass sie dazu absolut in der Lage wäre, hätte sie in der Weltcup-Saison 2025/26 bereits eindrucksvoll bewiesen.
Leider bekamen ihre Hoffnungen in der letzten Abfahrt vor Olympia einen großen Dämpfer. Vonn stürzte in Crans Montana schwer, hat ihren Traum von einer Olympia-Teilnahme jedoch nicht abgeschrieben. Lindsey Vonn meldet sich nach Sturz >>>
Schafft es die US-Amerikanerin tatsächlich, bei Olympia am Start zu stehen, könnte sie gleich mehrere Rekorde gefährden:
Fährt Vonn zu einer Medaille, wäre sie mit ihren 41 Jahren die älteste Olympia-Medaillengewinnerin im Alpinen Skisport.
Gelingt ihr die tatsächlich die Gold-Sensation, würde sie einen neuen Olympia-Rekord aufstellen für die längste Wartezeit zwischen der ersten und zweiten Goldmedaille. In Vancouver 2010 eroberte sie Gold in der Abfahrt - dazwischen liegen 16 Jahre.
Zudem würde sich die US-Amerikanerin mit ihren 41 Jahren zur ältesten weiblichen Olympiasiegerin in einem Individual-Event bei Olympischen Winterspielen - und damit selbstverständlich auch zur ältesten Ski-Olympiasiegerin - küren.
Noch hält den Rekord für die älteste Winter-Olympiasiegerin in einem Individual-Event Langläuferin Marit Bjørgen (37 Jahre, 341 Tage), aufgestellt 2018 in Pyeongchang. Die älteste Gold-Medaillengewinnern in einem Team-Event ist die Schwedin Anette Norberg mit 43 Jahren und 106 Tagen im Frauen-Curling 2010.
Claudia Riegler (Snowboard)
Wenn wir schon bei Altersrekorden sind, können wir gleich bei Claudia Riegler weitermachen. Die Alpin-Snowboarderin wird sich am 8. Februar mit ihrem Antreten beim Parallel-Riesentorlauf der Frauen einen Platz in den Olympia-Geschichtsbüchern sichern.
Mit ihren 52 Jahren, 7 Monaten und einem Tag wird die Österreicherin die älteste weibliche Teilnehmerin sein, die je bei Olympischen Winterspielen am Start stand.
Damit würde Riegler die deutsche Eisschnelllauf-Legende Claudia Pechstein ablösen, die bei ihrem letzten Antreten 2022 genau 49 Jahre und 362 Tage alt war.
Für Riegler werden es die insgesamt fünften Olympischen Spiele sein, die ersten seit 2018. Ihr bisher bestes Resultat war Platz sieben im Parallel-GS in Vancouver 2010.
Tobias Wendl & Tobias Arlt (Rodeln)
Genau in sechs Bewerben standen Tobias Wendl und Tobias Arlt bislang gemeinsam bei Olympischen Spielen am Start, genau sechs Mal holten sie dabei Gold.
Sowohl in Sotschi 2014, Pyeongchang 2018 als auch Peking 2022 gewannen die beiden Deutschen Gold im Rodel-Doppelsitzer der Männer und in der Team-Staffel.
In Cortina d'Ampezzo bietet sich für Wendl/Arlt damit die einmalige Chance, zum vierten Mal in Folge in derselben Disziplin Olympiasieger zu werden. Bislang gelang dies nur den kanadischen Eishockey-Olympiasiegerinnen Jayna Hefford, Hayley Wickenheiser und Caroline Ouellette (2002, 2006, 2010, 2014). Wendl/Arlt könnten das jedoch gleich in zwei Bewerben schaffen.
Bereits eine Bronze-Medaille in Cortina würde genügen, um mit Natalie Geisenberger als erfolgreichste Winter-Olympioniken Deutschlands gleichzuziehen. Geisenberger hält aktuell bei sechs Mal Gold und ein Mal Bronze.
Mit einer weiteren Goldmedaille wären sie die ersten Deutschen, die sieben Mal Gold bei Olympischen Winterspielen holen würden. Erobern sie gar zwei weitere Goldmedaillen, würde der deutsche Doppelsitzer mit Marit Bjørgen, Ole Einar Bjørndalen und Bjørn Dæhlie als die einzigen Winter-Olympioniken der Geschichte gleichziehen, die acht Mal Olympiasieger wurden.
Johannes Høsflot Klæbo (Langlauf)
Eine nicht ganz unrealistische Chance, die Medaillen-Marken von Marit Bjørgen, Ole Einar Bjørndalen und Bjørn Dæhlie zu übertreffen, hat Johannes Høsflot Klæbo.
Der 29-jährige Langlauf-Star aus Norwegen hält bereits bei fünf Mal Gold, ein Mal Silber und ein Mal Bronze bei Olympischen Spielen.
2026 hat Klæbo gleich mehrere Gelegenheiten, sein Medaillen-Konto zu erhöhen. Tatsächlich hat er in allen sechs Langlauf-Bewerben realistische Goldmedaillen-Chancen. Den Rekord für die meisten Goldmedaillen bei denselben Olympischen Winterspielen hält übrigens Eisschnellläufer Eric Heiden aus den USA mit fünf Mal Gold (1980).
Vier Mal Gold bei denselben Olympischen Winterspielen wäre ein neuer Langlauf-Rekord. Aktuelle Langlauf-Rekordhalterin ist die Russin Lyubov Yegorova (3x Gold, 2x Silber) aus dem Jahr 1992, unter den Männern ist es der Russe Alexander Bolshunov (3x Gold, 1x Silber, 1x Bronze), aufgestellt 2022.
Schafft es Klæbo 2026 tatsächlich, mindestens vier Goldmedaillen zu holen, wäre er nicht nur der erfolgreichste Norweger aller Zeiten bei Olympischen Spielen, sondern auch der erfolgreichste Winter-Olympionike aller Zeiten.
Derzeit führt Langläuferin Marit Bjørgen (8x Gold, 4x Silber, 3x Bronze) die ewige Bestenliste bei Olympischen Winterspielen an, gefolgt von Biathlet Ole Einar Bjørndalen (8x Gold, 4x Silber, 2x Bronze) und Langläufer Bjørn Dæhlie (8x Gold, 4x Silber).
Domen & Nika Prevc (Skispringen)
Die Familie Prevc hat dem Skisprung-Zirkus in dieser Saison sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen den Stempel aufgedrückt.
Während Nika Prevc den Frauen-Weltcup überaus souverän anführt, macht dies ihr um sechs Jahre ältere Bruder Domen bei den Männern. Zudem kürte sich der 26-Jährige heuer bereits zum Sieger der Vierschanzentournee sowie zum Skiflug-Weltmeister.
Bei den Olympischen Spielen sind die beiden gleich in mehreren Bewerben Favoriten auf Gold. Darunter auch im Mixed-Bewerb (10.2.). In diesem könnten die slowenischen Geschwister Geschichte schreiben: Küren sie sich dort nämlich zu Olympiasiegern, wären sie das erste Bruder-Schwester-Duo, das bei Olympischen Winterspielen im selben Bewerb Gold holt.
Tatsächlich wären die beiden - unabhängig davon, in welchem Bewerb sie Gold gewinnen - erst das zweite Bruder-Schwester-Paar, dem es gelingt, bei denselben Olympischen Winterspielen Olympiasieger zu werden, seit den Biathleten Anton Shipulin und Anastasiya Kuzmina 2014 in Sotschi - allerdings mit dem Hinweis, dass Shipulins Olympiasieg wegen Dopings nachträglich annulliert wurde. Womit Nika und Domen Prevc streng genommen auch hier einen Rekord aufstellen könnten.
Nicht nur das: Holen Nika und Domen mindestens ein Mal Gold, wären sie gemeinsam mit ihrem 33-jährigen Bruder Peter Prevc das erste Geschwister-Trio der Olympischen-Winterspiel-Geschichte, das sich Olympiasieger nennen darf. Der mittlerweile zurückgetretene und als Slowenien-Trainer arbeitende Peter Prevc holte seine Goldmedaille im Skisprung-Mixed-Team-Bewerb 2022 in Peking.
Mit dem 29-jährigen Cene Prevc durfte in Peking übrigens ein weiterer Bruder Olympia-Silber im Skisprung-Teambewerb der Männer jubeln. Gewinnen Nika und Domen mindestens eine Medaille, würde die Prevc-Familie das erste Geschwister-Quartett der Geschichte stellen mit vier verschiedenen Medaillengewinnern bei Olympischen Winterspielen.
Anna Gasser, Ester Ledecka & Chloe Kim (Snowboard)
1998 in Nagano fand sich Snowboard zum allerersten Mal im Olympischen Programm wieder. Seitdem wurden insgesamt 51 Snowboard-Goldmedaillen vergeben.
Mit Halfpipe-Legende Shaun White schaffte es bislang eine Person, drei Olympische-Snowboard-Goldmedaillen zu gewinnen (2006, 2010, 2018) - bei drei aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen gelang dies bisher jedoch noch niemandem. 2026 könnte es aber soweit sein.
Gleich drei Frauen haben heuer die Chance, den ersten "Three Peat" der Olympischen-Snowboard-Geschichte zu schaffen. Darunter auch die Kärntnerin Anna Gasser.
Gasser krönte sich bei den zwei bislang einzigen Big-Air-Austragungen 2018 und 2022 zur Olympiasiegerin, hatte aufgrund einer im Sommer erlittenen Schulterverletzung jedoch eine eher suboptimale Vorbereitung.
Bessere Chancen auf eine erneute Titelverteidigung hat wohl die Tschechin Ester Ledecka. Das Multi-Talent gewann 2018 und 2022 Gold im Snowboard-Parallel-Riesentorlauf, war in der laufenden Saison jedoch zumeist im Skiweltcup unterwegs. Ihren bislang einzigen Saison-Auftritt im Parallel-GS auf der Simonhöhe gewann Ledecka allerdings eindrucksvoll.
Und dann wäre da auch noch Chloe Kim. Die erst 25-jährige US-Amerikanerin gewann bei den vergangenen beiden Olympischen Spielen Gold in der Halfpipe, auch 2026 zählt sie zum engsten Favoritenkreis. In der Vorbereitung wurde sie Anfang Jänner jedoch von einer Schulterluxation im Training etwas ausgebremst.
Marco Odermatt (Ski Alpin)
Marco Odermatt dominiert den Alpinen Ski-Zirkus seit mehreren Jahren. Der Schweizer wurde vier Mal in Folge Gesamtweltcupsieger und ist auf dem besten Weg zu seiner fünften großen Kugel in Serie.
Auch auf olympischem Boden konnte er mit Riesentorlauf-Gold 2022 groß anschreiben. Noch mehr ist allerdings 2026 möglich. Bei den Alpinen-Ski-Bewerben in Bormio geht der 28-Jährige gleich in drei Disziplinen (Abfahrt, Super-G, Riesentorlauf) als Gold-Favorit ins Rennen. Hinzu kommt die Team-Kombination, wo er im Falle eines Antritts (bei der Ski-WM 2025 ließ er diesen Bewerb aus) wohl auch zu den großen Gold-Kandidaten zählen würde.
Vier Mal Gold bei denselben Olympischen Spielen gelang noch keinem Skifahrer oder Skifahrerin. Aktuelle Rekordhalterin für die meisten Medaillen bei denselben Winterspielen ist Janica Kostelić, die 2002 in Salt Lake City drei Mal Gold und ein Mal Silber holte.
Bei den Männern gelang es bislang zwei Skifahrern, drei Olympische Goldmedaillen in einem Jahr zu holen: Toni Sailer (1956 in Cortina d'Ampezzo) und Jean-Claude Killy (1968 in Grenoble). Nicht auszuschließen, dass Odermatt diesen Rekord heuer einstellt - oder gar überflügelt.
Mikaela Shiffrin (Ski Alpin)
Bleiben wir gleich im Bereich Ski Alpin, wo Mikaela Shiffrin einen weiteren Olympia-Rekord einstellen könnte. Bislang hat die 30-jährige US-Amerikanerin zwei Olympia-Goldmedaillen geholt (2014 im Slalom und 2018 im Riesentorlauf).
Lässt Shiffrin in Cortina d'Ampezzo eine weitere Goldmedaille folgen, wäre sie neben der Italienerin Deborah Compagnoni (1992 im Super-G, 1994 im RTL, 1998 im RTL) erst die zweite weibliche Skifahrerin der Geschichte, der es gelingt, Gold bei drei verschiedenen Olympischen Spielen zu erobern.
Bei den Männern gelang dies zuvor bereits dem Norweger Kjetil Andre Aamodt (1992 im Super-G, 2002 in Kombination und Super-G, 2006 im Super-G) und Matthias Mayer (2014 in Abfahrt, 2018 im Super-G, 2022 im Super-G).
Die beste Gelegenheit, diese Goldmedaille einzufahren, hat Shiffrin wohl im Slalom (18.2.), wo sie in der laufenden Saison sieben von acht Rennen gewinnen konnte. Auch im Riesentorlauf und der Team-Kombination zählt sie zum Kreis der Mitfavoritinnen.
Kürt sich Shiffrin in Cortina d'Ampezzo gar zwei Mal zur Olympiasiegerin, wäre sie nach Janica Kostelić (4x Gold, 2x Silber) erst die zweite Skifahrerin, die sich vier Mal Olympia-Gold abholt. Der einzige Mann, dem dies gelang, ist Kjetil Andre Aamodt (4x Gold, 2x Silber, 2x Bronze). Aktuell hält Shiffrin bei zwei Mal Gold, ein Mal Silber.
Eileen Gu (Ski Freestyle)
Eileen Gu hat lediglich die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2022 benötigt, um sich zur erfolgreichsten Ski-Freestylerin der Olympia-Geschichte zu küren. Die damals 18-jährige Chinesin gewann Gold im Big Air und der Halfpipe sowie Silber im Slopesyte. Keine andere Frau hat eine bessere Olympia-Ausbeute vorzuweisen.
Aktuell steht lediglich der US-Amerikaner David Wise auf einer Stufe mit ihr. Der Halfpipe-Spezialist hat ebenfalls zwei Goldmedaillen und ein Mal Silber daheim.
2026 könnte Eileen Gu einen Schritt weitergehen und zur medaillenreichsten Ski-Freestylerin der Geschichte werden. Aktuell liegt der Bestwert in der Sparte Ski Freestyle bei drei gewonnen Medaillen. Mit einer vierten Medaille würde sie zur alleinigen Rekordhalterin aufsteigen.
Zusätzlich könnte Gu natürlich die erste Ski-Freestylerin werden, die die Marke von drei Goldmedaillen knackt. Die Voraussetzungen dafür stehen gut: Die Chinesin ist in Italien gleich in mehreren Disziplinen Gold-Kandidatin.
Francesco Friedrich (Bob)
Auch im Bobsport könnte in Cortina d'Ampezzo ein neuer Rekord-Olympionike gekürt werden. Aktuell ist der Deutsche Kevin Kuske (4x Gold, 2x Silber) der erfolgreichste Bob-Sportler der Olympischen Geschichte. Sein Landsmann Francesco Friedrich könnte ihn heuer jedoch ablösen.
Der 35-Jährige räumte in Pyeongchang und in Peking jeweils im Zweier- als auch im Viererbob Gold ab. Holt er in Italien seine fünfte Goldmedaille, wäre er der erste Bob-Pilot, der diese Marke knackt.
Zusätzlich könnte Friedrich der erste Bob-Pilot werden, der drei Goldmedaillen im Zweier- oder im Vierer-Bob gewinnt.
Alternativ hat auch Friedrichs langjähriger Anschieber Thorsten Margis (4x Gold) in Cortina die Gelegenheit, als erster Bob-Sportler die eben erwähnten Rekorde zu knacken.
Der 36-Jährige ist mittlerweile jedoch Teil des Teams von Johannes Lochner, der in der laufenden Saison sowohl den Zweier- als auch den Vierer-Bob-Weltcup für sich entscheiden konnte und damit auch in Italien Top-Favorit zu sein scheint.
Italien
Italien hat seit den ersten Olympischen Winterspielen 1924 stets ein Kontingent an Sportlern gestellt - und in dieser Zeit 42 Mal Gold, 43 Mal Silber und 56 Mal Bronze geholt.
Bei den Heimspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo jagt der Veranstalter jedoch mehrere "erste Male".
Unter anderem haben es die Italiener in ihrer Olympischen Historie noch nie geschafft, einen Olympiasieger bzw. eine Olympiasiegerin im Biathlon zu stellen.
2026 scheint in Antholz jedoch alles angerichtet, um diesen Fluch endlich zu brechen. Mit Tommaso Giacomel stellt man bei den Männern aktuell den Zweiten des Gesamtweltcups, bei den Frauen haben die routinierten Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi heuer bereits Rennen gewonnen.
Italiens erfolgreichste Sportart bei Winterspielen ist übrigens Ski Alpin. Hier konnten Österreichs südliche Nachbarn in ihrer Geschichte bereits 14 Goldmedaillen abstauben.
Interessant allerdings: Bei den bisherigen Heimspielen (1956 in Cortina d'Ampezzo und 2006 in Turin) hat es Italien nie geschafft, auch nur eine einzige Ski-Medaille einzufahren. Die Chancen stehen jedoch gut, dass sich das 2026 ändert.
Mit Giovanni Franzoni hat man bei den Männern in Abfahrt und Super-G einen der großen Mitfavoriten auf Gold, auch Bormio-Rekordsieger Dominik Paris ist insbesondere auf der Stelvio nicht zu unterschätzen. Bei den Frauen sind die meisten Augen auf Sofia Goggia gerichtet, die die Abfahrt in Cortina d'Ampezzo bereits vier Mal gewinnen konnte. Gespannt darf man natürlich auch sein, was Gesamtweltcupsiegerin Federica Brignone so kurz nach ihrem Comeback abliefern wird.