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Truppe nach Olympia-Slalom: "Ich war am Tiefpunkt"

Österreichs Slalom-Frauen gehen bei Olympia leer aus. Für Katharina Truppe waren die Tage vor dem Rennen besonders herausfordernd.

Truppe nach Olympia-Slalom: "Ich war am Tiefpunkt" Foto: © GEPA

Die Ski-Bewerbe bei den Olympischen Spielen enden ohne Medaille für Österreich im letzten Rennen.

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Das Quartett rund um Katharina Truppe und Team-Kombi-Olympiasiegerin Katharina Huber geht im Slalom leer aus.

Truppe wird Fünfte, Huber Sechste. Katharina Gallhuber und Lisa Hörhager landen außerhalb der Top 20.

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Truppe: "Bei Olympia will kein Schw… Fünfte werden"

Truppe durfte man im Vorfeld durchaus zum Kreis der Medaillenanwärterinnen zählen. Die 30-jährige Kärntnerin fährt im Slalom die beste Saison ihrer Karriere, hat sechs Plätze in den Top sechs und einen Stockerlplatz in Flachau zu Buche stehen.

"Der fünfte Platz tut weh. Bei Olympia will kein Schw… Vierte oder Fünfte werden", sagt Truppe, wohlwissend, wo sie die drei Zehntel auf eine Medaille vergeben hat.

"Ich habe es im 1. Durchgang bis zur ersten Zwischenzeit ganz klar liegenlassen. Da liegen die Zehntel für die Medaille vergraben", so die 30-Jährige, die erklärt: "Wenn man ein bisschen Zweifel hat, wählt man die höhere Linie und dann bekommt man gleich eine richtige Packung."

Im 1. Durchgang nur Zehnte, verbesserte sich Truppe im Finale um fünf Plätze. "Im zweiten Lauf habe ich gerade in der wichtigen Passage, dem Flachstück vor dem Ziel, nicht das letzte Hemd riskiert, weil ich da in der Team-Kombi den Fehler hatte."

Truppe: "Ich habe mich selten so am Boden erlebt"

Auch in der angesprochenen Team-Kombination musste sich Truppe gemeinsam mit Cornelia Hütter mit Platz fünf begnügen. Ein Ergebnis, das noch lange an der Kärntnerin genagt hat.

"Ich war so enttäuscht von mir, ich habe mich selten so am Boden erlebt. Ich habe schon richtig viel durchgemacht in meiner Karriere, aber da war ich echt am Tiefpunkt", gesteht Truppe, die einen Dank an ihre Mentaltrainerin ausrichtet.

"Sie hatte in den letzten fünf Tagen die Aufgabe, mich wieder herzurichten, weil ich wirklich sehr fertig war. Das kenne ich so gar nicht von mir, aber da ist das Kopfkino nur so losgelaufen", erzählt Truppe.

Auch wenn der Spezial-Slalom nicht die erhoffte Medaille brachte, habe sie wieder ein positives Gefühl für den Slalom gefunden.

Huber: "So weit war ich von den Medaillen nicht weg"

Mit einem positiven Gefühl reist auch Truppes Zimmerkollegin Katharina Huber aus Cortina ab – auch wenn es bei ihr nicht für eine Slalom-Medaille gereicht hat.

Auch sie habe es "im 1. Durchgang bei den ersten zehn Toren liegenlassen", analysiert die Niederösterreicherin. Doch auch sie verbesserte sich im Finale: von Platz neun auf sechs.

"Ich bin am Start gestanden, um um die Medaillen mitzufahren. So weit war ich gar nicht weg, aber es muss alles zusammenpassen und heute hat nicht alles zusammengepasst", sagt Huber, die auf der Tofana ihre beste Saison-Platzierung im Slalom einfuhr.

"Ich fahre glücklich heim", sagt Huber, "ich habe meine Gold-Medaille im Gepäck."

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