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Doppel-Olympiasiegerin Brignone: "Habe keine Worte"

Gold in Super-G und Riesentorlauf - 318 Tage nach ihrer schweren Knieverletzung. Grund genug, dass sich sogar die Konkurrenz auf die Knie begibt.

Doppel-Olympiasiegerin Brignone: "Habe keine Worte" Foto: © GETTY

Drei Tage nach ihrem historischen Gold-Triumph im Super-G legte Federica Brignone auch in ihrer Paradedisziplin nach!

Die 35-Jährige krönte sich in ihrer Heimat, 318 Tage nach ihrer schweren Knieverletzung, nun zur Doppel-Olympiasiegerin. Die Italienerin präsentierte sich in beiden Läufen in absoluter Topform, fuhr wie auf Schienen und deklassierte die Konkurrenz.

Im Ziel knieten die beiden Silbermedaillen-Gewinnerinnen Sara Hector und Thea Louise Stjernesund vor ihr nieder und honorierten ihre Leistung - Brignone ist zurück in der absoluten Weltelite.

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"Nervöser als noch im Super-G"

"Ich habe keine Worte, ich kann meine Gefühle kaum beschreiben. Die Zeit im ersten Lauf war wirklich gut, aber ich wusste nicht ganz warum. Ich habe auch mit meinem Bruder geredet, der hatte aber auch keine Erklärung dafür", so die Lokalmatadorin gegenüber dem "ORF".

In Durchgang zwei bewies Brignone, angefeuert von Tausenden im Zielstadion, Nerven aus Stahl. Und das, obwohl sie zwischendurch "schon nervös war. Nervöser als noch im Super-G", wie sie nach dem Rennen erzählte.

"Ich bin dann meinen Routinen nachgegangen, habe Musik gehört und ein bisschen Biathlon geschaut." Mit Erfolg: Die 35-Jährige zeigte von oben weg einen sauberen Entscheidungslauf, ließ nur unten raus etwas liegen und setzte sich souverän an die Spitze.

Das perfekte Comeback

Es ist ein Ski-Märchen: Im April vergangenen Jahres lautete die Diagnose noch Totalschaden im linken Knie. Waden- und Schienbeinkopf waren mehrfach gebrochen, das vordere Kreuzband gerissen.

Bereits nach dem Sieg im Super-G offenbarte die Routinierin: "Ich habe letztes Jahr nicht gewusst, ob ich je wieder Skirennen fahren werde."

Eine Olympia-Teilnahme stand lange auf der Kippe. Doch sie gewann den Wettlauf gegen die Zeit, absolvierte vor Olympia nur zwei Weltcup-Rennen und kämpft seitdem weiterhin beinahe täglich mit Schmerzen.

Ihren Doppel-Triumph vor den eigenen Fans in Cortina d'Ampezzo sollte das aber nicht verhindern: "Ich weiß, was ich durchgemacht habe. Es gab viele Rückschläge, viele Zweifel, aber es ist ein tolles Comeback", strahlte die zweifache Olympiasiegerin über das ganze Gesicht.

Lob von Scheib

Lob gab es dabei auch von der Konkurrenz. Bereits im Vorfeld hatte ÖSV-Star Julia Scheib die Italienerin als heiße Gold-Kandidatin angekündigt (Hier nachlesen >>>).

Und sie sollte Recht behalten: "Ihr Fahrstil kommt dem Ganzen sehr entgegen. Sie ist immer sehr rund gefahren, sehr auf Schnitt. Dann geht das mit der Verletzung vielleicht auch besser, wenn du alles so smooth fährst. Das zeichnet sie ja auch aus die letzten Jahre. Das ist sicher ein großer Pluspunkt, auch im Hinblick auf die Verletzung."

Für Brignone ist es nun das fünfte Edelmetall bei Olympischen Spielen. Neben den beiden Goldmedaillen von Cortina holte sie noch Silber im Riesentorlauf von Peking 2022, Bronze in der Alpinen Kombination 2022 und Bronze im Riesentorlauf 2018 in Pyeongchang.

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