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Gold-Favoritin Shiffrin: "Druck ist ein Privileg"

Nach der Olympia-Schmach 2022 und dem schweren Sturz in Killington 2024 geht Mikaela Shiffrin in Cortina als Favoritin an den Start – und spricht offen über Druck und Fehler.

Gold-Favoritin Shiffrin: "Druck ist ein Privileg" Foto: © GEPA

Mikaela Shiffrin und die Olympischen Spiele – das ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte.

2014 in Sotschi: Gold im Slalom.

2018 in Pyeongchang: Gold im Riesentorlauf und Silber in der Kombination.

2022 in Peking: Keine einzige Medaille, in drei von sechs Rennen ausgeschieden.

2026 in Cortina soll das Pendel wieder in Richtung Edelmetall ausschlagen.

Shiffrin, die im Slalom haushohe Favoritin auf Gold ist, ist sich bewusst, dass die Augen der Öffentlichkeit bei den Olympischen Spielen besonders auf sie gerichtet sein werden.

"Die Olympischen Spiele geben uns die Chance, uns und unseren Sport der Welt zu präsentieren. Auch wenn ich manchmal ein bisschen Druck verspüre, weiß ich, dass man nicht aufgrund eines einzigen Moments urteilen kann, wenn in den letzten vier, acht oder sechzehn Jahren meiner Karriere so viel anderes passiert ist", sagt Shiffrin.

"Druck kann also existieren. Aber wie Billie Jean King sagte: Druck ist ein Privileg, und das fühlt sich nicht immer so an. Aber im Moment fühlt es sich wirklich wie ein Privileg an. Dafür bin ich dankbar."

Shiffrin: "Ich würde Peking jederzeit dem Sturz in Killington vorziehen"

Shiffrin befindet sich in bestechender Form. Im Slalom dominiert sie die Saison nach Belieben, hat sich bereits vor den Spielen die kleine Kristallkugel gesichert. Im Riesentorlauf stand die US-Amerikanerin Ende Jänner in Spindlermühle erstmals seit zwei Jahren und ihrem heftigen Sturz in Killington wieder am Podest.

Jener Sturz bei ihrem Heimrennen im November 2024, bei dem sie sich mit dem 100. Weltcup-Sieg vor Augen eine Stichwunde am Bauch zugezogen hat, war ein einschneidendes Erlebnis für die 30-Jährige.

Eineinhalb Wochen nach dem Crash kam es zu Komplikationen bei ihrer Bauchverletzung und sie musste sich einer Operation unterziehen – die Folge war eine zweimonatige Rennpause.

"Ich würde Peking jederzeit dem Sturz in Killington mit der Bauchverletzung vorziehen", sagt Shiffrin rückblickend.

Der Außenski ist der Boss

Sowohl die vermeintliche Schmach bei den Olympischen Spielen 2022 als auch die Verletzung infolge des Sturzes 2024 haben bei der US-Amerikanerin Spuren hinterlassen, auch was ihr Skifahren betrifft.

"Skifahren ist so präzise, es gibt so viele Variablen. Es ist schwierig, immer alles richtig zu machen. Wir haben es geschafft, alle Variablen, die in Peking zusammengekommen sind und eine Rolle gespielt haben, zu analysieren", sagt Shiffrin.

Das Ergebnis: "Ich möchte mich stärker auf den Außenski konzentrieren. Das mag für Außenstehende nicht so wichtig sein, aber im Skifahren ist der Außenski der Boss. Wenn man auf dem Außenski steht, sitzt man sozusagen am Steuer. Und das war für mich ein fortschreitender Prozess, weil es auch einer der Punkte war, der zu meinem Sturz in Killington beigetragen hat. Man lernt aus Fehlern und versucht, sauberer und präziser zu werden."

Shiffrin bestreitet am Dienstag mit der Team-Kombination (ab 10:30 Uhr im LIVE-Ticker) ihr erstes von drei Rennen bei den Olympischen Spielen in Cortina d'Ampezzo.

Shiffrin will ihre Werte repräsentieren

Die US-Amerikanerin nutzt die Olympia-Bühne auch, um auf die verbindende Kraft des Sports hinzuweisen.

Dafür zitiert Shiffrin bei einem Medientermin in Cortina die Friedensbotschaft von Nelson Mandela, die Oscar-Preisträgerin Charlize Theron während der Eröffnungsfeier verkündet hat, und fügt hinzu: "Ich hoffe wirklich, dass ich hier erscheinen und meine eigenen Werte repräsentieren kann, Werte der Inklusivität, Werte der Vielfalt und Freundlichkeit."

"Ich bin sehr dankbar, hier zu sein, und meine größte Hoffnung für diese Olympischen Spiele ist, dass sie ein schönes Beispiel für Zusammenarbeit und Wettbewerb darstellen."

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