"Blech" für Eisschnellläuferin Herzog

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Nach ihrem fünften Platz über die 1000 m läuft Eisschnelllläuferin Vanessa Herzog bei den Olympischen Spielen die nächste Top-Platzierung ein - und verpasst eine Medaille nur knapp.

Die 22-jährige Tirolerin belegt über die 500 m in einer Zeit von 37,51 Sekunden den undankbaren vierten Platz, auf Bronze fehlen ihr 17 Hundertstel.

Gold geht an die Topfavoritin Nao Kodaira. Die Japanerin setzt sich in 36,94 Sekunden durch - das ist neuer Olympischer Rekord. Silber geht an die Koreanerin Sang-Hwa Lee (+0,39), Bronze an die Tschechin Karolina Erbanova (+0,40).

Herzog trotz Platz 4 zufrieden

Für die Tirolerin Herzog war es nach dem fünften Platz über 1.000 Meter auf halber Länge abermals knapp. Die "Blecherne" nahm die Europameisterin über diese Distanz aber mit Fassung. "Dass es so knapp ist, ist ein bisschen schade. Aber wenn mir jemand davor gesagt hätte, ich werde Vierte und Fünfte, hätte ich das sofort unterschrieben", meinte Herzog unmittelbar nach dem Rennen, in dem sie in der letzten Paarung gemeinsam mit der olympischen Athletin Russlands, Angelina Golikowa, gelaufen war.

Mit dem Rennverlauf war die 22-Jährige durchaus zufrieden. "Ich bin noch nie in 10,4 Sekunden gestartet", schilderte Herzog. Eine kleine Schwachstelle ortete sie in ihrem Lauf: "Die erste Kurve war nicht ganz nach Wunsch. In der letzten Kurve bin ich hinter der Russin rausgekommen und habe mir das noch geholt", so Herzog, die ein starkes Finish hinlegte.

Zwar steht Herzog nach ihrem zweiten Auftritt der Winterspiele noch ohne Medaille da. Eine Pflicht war Edelmetall für sie aber ohnehin nicht. "Ich denke nicht an Medaillen", betonte die Wahl-Kärntnerin nach dem 500er. Vorwerfen könne sie sich absolut nichts: "Die Zeit ist super. Das ist genau das, was ich kann."

Dass nur wenige Augenblicke vor ihrer Paarung eine Rekordzeit markiert wurde - was auch über 1.000 Meter schon der Fall war - kam für das rot-weiß-rote Eisschnelllauf-Aushängeschild nicht überraschend. "Ich habe gewusst, dass sie sehr, sehr schnell fahren wird. Sie hat bis jetzt jedes Rennen heuer gewonnen. Das ist verdient", anerkannte die ÖOC-Athletin die Leistung der Siegerin neidlos.

Herzog: "Das gibt es sonst nirgends - nicht mal in Holland."

Herzog dachte unmittelbar vor ihrem Lauf noch, dass die Zeit der Zweitplatzierten erreichbar wäre. "Die Zeit von ihr war nicht so schnell. Ich habe mir am Start noch gedacht: Vielleicht könnte ich die noch kriegen", gewährte die mit ihrem Trainer Thomas verheiratete Herzog Einblicke in ihre Gedanken. Dennoch freute sie sich im Endeffekt für Lokalheldin Lee. "Sie war, glaube ich, ziemlich erleichtert. Ich schätze, sie hat einen Riesendruck gehabt."

Das Publikum versprühte im prall gefüllten Gangneung Oval ob des Erfolgs von Lee eine große Begeisterung. Das hat auch die Österreicherin zu spüren bekommen. "Die Stimmung war mega. Da hat man sich auf sich selber fokussieren müssen", war Herzog fasziniert. Zwar lässt die Olympia-Stimmung in vielen anderen Sportarten zu wünschen übrig, im Eisschnelllauf ist sie jedenfalls würdig: "Es war einfach nur geil. Das gibt es sonst nirgends - nicht mal in Holland."

Für ihren letzten Auftritt bei Olympia, den neu ins Programm aufgenommenen Massenstart am Samstag, traut sich Herzog keine Prognosen zu. "Da ist alles drin. Ich kann Erste, ich kann Letzte werden." Zu einem interessanten Vergleich ließ sie sich dann aber doch verleiten: "Ich vergleiche es gerne mit der Tour de France. Wenn das Rennen langsam ist, gewinnen die Sprinter. 16 Runden sind für mich sehr lang." Die Erwartungen will sie nicht zu hoch schrauben.

Aus der Sicht der Tirolerin hat die zweimal knapp verpasste Medaille sogar durchaus etwas Positives. "Andererseits bin ich froh, dass mir nicht alles in den Schoß fällt. So weiß ich genau, dass ich vier Jahre weiterarbeiten muss. Hoffentlich geht es dann anders aus." Als dann 26-Jährige wäre Herzog in Tokio 2022 im besten Eisschnelllauf-Alter.

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Textquelle: © LAOLA1.at

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