Mucksmäuschenstill war es in der gesamten Schweiz, als Konsta Helenius die Eidgenossen von der Klippe stieß und die stolze Schweiz ins tiefe Tal der Tränen stürzte.
Finnland hat den Weltmeister-Titel verdient. "Suomi" spielte eine nicht minder exzellente WM, hätte das Finale bei etwas mehr Glück sogar in der regulären Spielzeit gewinnen können.
Trotzdem machte sich aus Schweizer Sicht das Gefühl breit: Wenn nicht jetzt, wann dann?
Die Frage, die nun über allem schwebt
Immer wieder wird von der "Goldenen Generation" gesprochen, den Roman Josis, Nino Niederreiters und Co. Die Gefahr wächst, dass sie zu einer "Silbernen Generation" verkommt.
Und: Sie werden alle älter. Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, sie für eine WM zu motivieren, wenn die Familie nach einer kräftezehrenden Saison sich nichts sehnlicher wünscht, als dass der Papa endlich nach Hause kommt.
Zwar wird der Zusammenhalt im Schweizer Team stets groß geschrieben, sehen es auch die NHL-Stars als Privileg an, für ihr Heimatland auflaufen zu dürfen. Doch diese Final-Pleiten lösen etwas in Sportlern aus.
Sie sind die bittersten Momente einer Karriere. Waren die Niederlagen 2024 und 2025 schon schwer zu verkraften, ist diese die mit Abstand schmerzvollste - vielleicht sogar in der gesamten Verbandsgeschichte.
Wie geht es nach diesem Rückschlag weiter?
Sich davon wieder zu erholen, wird unfassbar schwierig sein.
Welche Schlüsse soll man aus einem Turnier, das bis auf einen Schuss perfekt war, denn ziehen – außer, dass einen im Finale die Nervosität eingeholt hat? Die Schweizer Eishockey-Spieler sind nämlich auch nur Menschen.
Die Spieler wieder aufzurichten, wird die große Aufgabe von Jan Cadieux und den Verantwortlichen sein. Der 46-Jährige hat ohnehin ein schweres Erbe angetreten, sollte das Nationalteam eigentlich erst nach dieser WM von Fischer übernehmen.
Nun liegt es an ihm, den Erfolgsweg der "Nati" fortzuführen. Dazu wird es viele Gespräche mit den Spielern brauchen, damit 2027 in Deutschland der nächste Anlauf auf das "unerreichbare" Gold genommen werden kann.
Der Eindruck, dass die Schweiz ein Finale einfach nie gewinnen wird, darf sich nicht manifestieren. Weder in der Öffentlichkeit, und schon gar nicht erst im Team.
Vielleicht bekommt die Schweiz noch einmal eine solche Chance. Vielleicht aber auch nicht. Genau deshalb dürfte diese Niederlage noch lange nachhallen.