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Das sind die stillen Helden des ÖEHV-Teams

Ohne David Bedrin und Uwe Moser geht bei Team Österreich gar nichts. Sie sind nicht nur Zeugwarte, sondern oft die besten Freunde der Spieler.

Das sind die stillen Helden des ÖEHV-Teams Foto: © GEPA

Wenn Österreichs Nationalspieler die Kabine betreten, ist längst alles vorbereitet.

Die Trikots hängen an ihrem Platz, die Kufen sind geschliffen, die Wasserflaschen befüllt. Jeder Schläger liegt dort, wo ihn sein Besitzer erwartet.

Dafür verantwortlich sind David Bedrin und Uwe Moser. Zwei Männer, ohne die beim ÖEHV-Team praktisch nichts funktionieren würde.

Während die Spieler auf dem Eis um Siege, Punkte und den Viertelfinal-Einzug kämpfen, läuft im Hintergrund ein beinahe unsichtbares Räderwerk.

Eines, das nur deshalb funktioniert, weil Bedrin und Moser dafür sorgen, dass sich die Nationalspieler ausschließlich auf Eishockey konzentrieren können.

Gedankenleser und Vertraute

Die beiden sind weit mehr als klassische Zeugwarte bzw. "Equipment Manager", wie sie im Eishockey bezeichnet werden. Sie sind Organisatoren, Problemlöser - und oft die engsten Vertrauten der Akteure.

"Man muss ein kleiner Gedankenleser sein", sagt Bedrin über einen Job, der deutlich mehr umfasst als Kufen schleifen oder Schläger verteilen.

Denn Kleinigkeiten spielen im Spitzensport eine enorme Rolle. Manche Spieler wollen ihre Wasserflasche immer exakt am selben Platz haben, andere reagieren sensibel darauf, wenn Handschuhe oder Schläger nicht wie gewohnt vorbereitet sind.

Bedrin und Moser wissen genau, worauf es ankommt.

"Mädchen für alles"

Der 44-jährige Bedrin stammt aus Schweden und bezeichnet sich selbst gerne als "Mädchen für alles". Die Beschreibung trifft es ziemlich genau.

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Bedrin in seiner Tätigkeit als Zeugwart bei Red Bull Salzburg im Jahr 2005
Foto: ©GEPA

Trikots bügeln, Wasserflaschen befüllen, Kufen schleifen, Bestellungen koordinieren oder die Lagererhaltung im Blick behalten - selbst in die Budgetplanung sind die beiden involviert.

Und die Arbeitstage? Zehn Stunden gelten beinahe als Normalität. Oft wird es deutlich länger. Für Bedrin ist das trotzdem keine Belastung. "Es ist mein Urlaub", sagt der Schwede über die Zeit beim Nationalteam.

Schwerer Autounfall veränderte sein Leben

Dabei hätte sein Leben ursprünglich ganz anders verlaufen sollen.

Bedrin träumte einst selbst von einer Eishockey-Karriere als Torhüter. Doch ein schwerer Autounfall zog sein rechtes Bein massiv in Mitleidenschaft, die Nerven wurden schwer beschädigt. Der Traum vom Profisport platzte früh. Dem Eishockey blieb er trotzdem erhalten.

Zwischen 2005 und 2008 arbeitete Bedrin bei Red Bull Salzburg, damals begann auch die Zusammenarbeit mit dem ÖEHV. Zunächst half er nur fallweise aus, seit 2018 gehört er bei Weltmeisterschaften fix zum Betreuerstab des Nationalteams.

Die Geduld in Person

Sein kongenialer Partner ist Uwe Moser.

Der 46-Jährige stammt aus Villach und kommt aus einer echten Eishockey-Familie. Ursprünglich lernte Moser Tischler, fand später aber seinen Weg in die Welt des Profi-Eishockeys.

Seine Karriere führte ihn vom VSV nach Deutschland zu den Augsburger Panthern, ehe er zuletzt zwei Jahre beim SC Bern tätig war. Ab der kommenden Saison arbeitet Moser beim EV Zug. Beim ÖEHV ist er seit 2018 im Einsatz.

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Uwe Moser verpasst den Kufen den letzten Feinschliff
Foto: ©GEPA

Innerhalb der Mannschaft gilt Moser als "Geduld in Person" und als Kabinenflüsterer. Einer, der genau spürt, wann ein Spieler Ruhe braucht - und wann vielleicht ein lockerer Spruch hilft.

Denn auch das gehört zum Jobprofil eines modernen Equipment Managers.

Mentalcoach, Organisator, Ansprechpartner

Vor allem geht es darum, für die Spieler da zu sein. Das kann auch mal als eine Art "Mentaltrainer" sein.

Die beiden erleben die Mannschaft oft intensiver als viele andere Betreuer. Sie verbringen praktisch den gesamten Tag rund um die Kabine, bekommen Stimmungen unmittelbar mit und entwickeln dadurch ein besonderes Gespür für die Dynamik innerhalb des Teams.

Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum die Chemie innerhalb des österreichischen Nationalteams seit Jahren so auffallend gut funktioniert.

Denn Teamspirit entsteht nicht nur auf dem Eis. Er entsteht auch dort, wo Menschen im Hintergrund dafür sorgen, dass jedes noch so kleine Detail passt.

Unsichtbare Arbeit

Während die Spieler nach Toren gefeiert werden und im Rampenlicht stehen, bleiben Bedrin und Moser meist im Hintergrund. Dabei beginnt ihr Arbeitstag lange vor dem ersten Bully - und endet oft erst, wenn die Kabine längst wieder leer ist.

Innerhalb der Mannschaft weiß allerdings jeder ganz genau, welchen Wert die beiden besitzen. Ohne sie würde vieles nicht funktionieren, vielleicht sogar gar nichts.

Oder anders gesagt: Die stillen Helden des ÖEHV-Teams tragen zwar keine Helme und schießen keine Tore. Ihren Anteil an Österreichs Erfolg haben sie trotzdem.

So liefen die letzten 10 Weltmeisterschaften des ÖEHV-Teams

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