Trikots bügeln, Wasserflaschen befüllen, Kufen schleifen, Bestellungen koordinieren oder die Lagererhaltung im Blick behalten - selbst in die Budgetplanung sind die beiden involviert.
Und die Arbeitstage? Zehn Stunden gelten beinahe als Normalität. Oft wird es deutlich länger. Für Bedrin ist das trotzdem keine Belastung. "Es ist mein Urlaub", sagt der Schwede über die Zeit beim Nationalteam.
Schwerer Autounfall veränderte sein Leben
Dabei hätte sein Leben ursprünglich ganz anders verlaufen sollen.
Bedrin träumte einst selbst von einer Eishockey-Karriere als Torhüter. Doch ein schwerer Autounfall zog sein rechtes Bein massiv in Mitleidenschaft, die Nerven wurden schwer beschädigt. Der Traum vom Profisport platzte früh. Dem Eishockey blieb er trotzdem erhalten.
Zwischen 2005 und 2008 arbeitete Bedrin bei Red Bull Salzburg, damals begann auch die Zusammenarbeit mit dem ÖEHV. Zunächst half er nur fallweise aus, seit 2018 gehört er bei Weltmeisterschaften fix zum Betreuerstab des Nationalteams.
Die Geduld in Person
Sein kongenialer Partner ist Uwe Moser.
Der 46-Jährige stammt aus Villach und kommt aus einer echten Eishockey-Familie. Ursprünglich lernte Moser Tischler, fand später aber seinen Weg in die Welt des Profi-Eishockeys.
Seine Karriere führte ihn vom VSV nach Deutschland zu den Augsburger Panthern, ehe er zuletzt zwei Jahre beim SC Bern tätig war. Ab der kommenden Saison arbeitet Moser beim EV Zug. Beim ÖEHV ist er seit 2018 im Einsatz.
Innerhalb der Mannschaft gilt Moser als "Geduld in Person" und als Kabinenflüsterer. Einer, der genau spürt, wann ein Spieler Ruhe braucht - und wann vielleicht ein lockerer Spruch hilft.
Denn auch das gehört zum Jobprofil eines modernen Equipment Managers.
Mentalcoach, Organisator, Ansprechpartner
Vor allem geht es darum, für die Spieler da zu sein. Das kann auch mal als eine Art "Mentaltrainer" sein.
Die beiden erleben die Mannschaft oft intensiver als viele andere Betreuer. Sie verbringen praktisch den gesamten Tag rund um die Kabine, bekommen Stimmungen unmittelbar mit und entwickeln dadurch ein besonderes Gespür für die Dynamik innerhalb des Teams.
Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum die Chemie innerhalb des österreichischen Nationalteams seit Jahren so auffallend gut funktioniert.
Denn Teamspirit entsteht nicht nur auf dem Eis. Er entsteht auch dort, wo Menschen im Hintergrund dafür sorgen, dass jedes noch so kleine Detail passt.
Unsichtbare Arbeit
Während die Spieler nach Toren gefeiert werden und im Rampenlicht stehen, bleiben Bedrin und Moser meist im Hintergrund. Dabei beginnt ihr Arbeitstag lange vor dem ersten Bully - und endet oft erst, wenn die Kabine längst wieder leer ist.
Innerhalb der Mannschaft weiß allerdings jeder ganz genau, welchen Wert die beiden besitzen. Ohne sie würde vieles nicht funktionieren, vielleicht sogar gar nichts.
Oder anders gesagt: Die stillen Helden des ÖEHV-Teams tragen zwar keine Helme und schießen keine Tore. Ihren Anteil an Österreichs Erfolg haben sie trotzdem.