Man merkt erst, wie sehr man Dinge schätzt, wenn man sie nicht mehr hat.
Deshalb fiel es ihm nicht allzu schwer, die Enttäuschung über das kurze Gastspiel in Kanada zu verdauen. "Die Freude darüber, die WM in Zürich zu spielen, überwiegt", meint Rohrer, "eigentlich sind die Playoffs schon wieder aus dem Kopf."
Viele Lehren
Aus der kurzen Zeit in Kanada hat der Legionär viel mitgenommen. "Ich habe viele Kleinigkeiten gelernt, vor allem eishockeyspezifisch. Es wird dort mega detailliert und strukturiert gearbeitet", verrät Rohrer.
Gleichzeitig hat er die eigentlich alltäglichen Dinge schätzen gelernt. "Man merkt erst, wie sehr man Dinge schätzt, wenn man sie nicht mehr hat", erzählt Rohrer. "Familie, Freunde, das Umfeld oder das eigene Bett. Das ist mir dort besonders aufgefallen."
Der Hunger, sich nächstes Jahr in Nordamerika festzusetzen, ist groß. Im Vordergrund steht allerdings ein anderes Ziel: "Ich möchte bei mir bleiben. Die Dinge, die ich tue, nicht verlieren - egal ob in Zürich oder Übersee."
"Es fühlt sich sehr wie Heimat an"
Mit Österreich geht Rohrer bereits in seine dritte Weltmeisterschaft.
Ausgerechnet in Zürich sein Land vertreten zu dürfen, lässt den Vorarlberger erstrahlen: "Es fühlt sich hier sehr wie Heimat an, auch wenn man durch die Stadt fährt. Das ist Heimat-Feeling."
In der Swiss Life Arena wird Rohrer auf Schritt und Tritt gegrüßt. Sei es der Eismeister oder die Büro-Mitarbeiter der ZSC Lions - der 21-Jährige kennt hier praktisch jeden.
Aufgrund der geografischen Nähe zu seiner "echten" Heimat wird die Unterstützung der Familie groß sein. "Sie werden zu den meisten Spielen kommen, mein Papa sogar zu fast jedem Spiel", sagt Rohrer.
Keine erhöhte Erwartungshaltung
Als Verstärkung aus Nordamerika angekündigt, steigt in der Öffentlichkeit die Erwartungshaltung an den Winger.
Rohrer versucht selbst, den Puck flach zu halten. "Ich möchte mein Spiel aufs Eis bringen - egal ob in Laval, Zürich oder bei der WM. Ich probiere, Freude zu haben und es zu genießen, hier in Zürich mit meinen Landsmännern zu spielen."
Er will sich selbst treu bleiben. "Ich will ich selbst sein", betont Rohrer.