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NEWS
ÖEHV schlägt wegen Hallenschließungen Alarm
Der Eishockey-Verband sieht Bemühungen gefährdet, Kinder zum Sport zu bringen und einen Beitrag zum Gesundheitssystem zu leisten. Abhilfe könnten kleine Eisflächen schaffen.
Der Österreichische Eishockeyverband ÖEHV sieht den heimischen Trend zur Schließung von Eisflächen mit Sorge und bekräftigt dies mit einer Aussendung.
Zuletzt "erwischte" es die Eishalle Frohnleiten (Bild), die nach der Saison geschlossen werden soll, und den Eislaufplatz Mödling. 2023 wurde die erst 15 Jahre zuvor eröffnete Halle in Radenthein dicht gemacht.
"Durch die aktuellen Entwicklungen läuft man Gefahr, dass die Bemühungen, Kinder zum Sport zu animieren, im Sand verlaufen", heißt es. Die Politik sei aufgefordert, diesem Trend entgegenzuwirken.
Als ein Lösungsansatz wird das Format "3x3" betrachtet, das auf deutlich kleineren Eisflächen gespielt wird. Die Errichtung einer solchen Halle würde nur ein Zwanzigstel einer großen Fläche kosten, auch der laufende Betrieb wäre kostengünstiger.
Die gesamte Aussendung des ÖEHV:
Immer mehr Gemeinden entschließen sich aufgrund gestiegener Energiekosten, Einsparungsmaßnahmen und der nach wie vor hohen Inflation, dazu, Eishallen, bzw. Eisflächen zu schließen oder deren Betrieb deutlich einzuschränken. Der Österreichische Eishockeyverband verfolgt diese Entwicklungen mit hoher Besorgnis und fordert die Politik auf, hier entgegenzuwirken.
Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gehen durch die Schließungen nach und nach Möglichkeiten verloren, Sport zu betreiben. Die Auswirkungen auf die Volksgesundheit durch mangelnde Bewegung sind vielfach belegt und gehen finanziell wiederum zu Lasten des Gesundheitssystems.
Vergangene Woche, am 14. Jänner, machte auch Sport Austria nochmals deutlich, dass ohne Prävention, jede Gesundheitsreform scheitern werde. (Quelle: https://www.sportaustria.at/de/ueber-uns/aufgaben-und-geschaeftsstelle/presse/pressemeldungen/niessl-ohne-praevention-wird-jede-gesundheitsreform-scheitern)
In den vergangenen Monaten ließen die geplante Schließung der Eishalle Frohnleiten nach dieser Saison, sowie die Schließung des Eislaufplatzes Mödling aufhorchen. Bereits 2023 wurde die erst 2008 eröffnete Eishalle in Radenthein wieder geschlossen.
Seit Jahren arbeitet der Österreichische Eishockeyverband daran, durch Recruiting-Projekte wie "PEER – Programm zur Entwicklung von Eishockey Regionen", Kinder frühzeitig zum Eishockeysport zu bringen. Und das mit großem Erfolg. In den Saisonen 2022/2023, 2023/2024, 2024/2025 wurden zusammengerechnet 657 Kinder zum Eishockeysport gebracht. Der ÖEHV gewann dadurch 115 neue Mitglieder.
Durch die aktuellen Entwicklungen läuft man jedoch Gefahr, dass die Bemühungen, Kinder zum Sport zu animieren, im Sand verlaufen.
Schon seit Jahren wird seitens des Fachverbandes gefordert, die Infrastruktur zu verbessern. In Villach ist das Bundesleistungszentrum für Dameneishockey gerade im Entstehen. Dank privater Initiative entstand 2021 in Ferlach eine Eishalle, 2024 eine zweite. Abgesehen davon, ist die heimische Infrastruktur in die Jahre gekommen.
Ein Blick auf die Fertigstellung sämtlicher Eishallen, bzw. Eisflächen der ersten drei Herren-Ligen in Österreich, win2day ICE Hockey League, ALPS Hockey League und Ö Eishockey Liga, zeigt: vor über 19 Jahren wurde zuletzt mit dem Sportpark Kitzbühel eine neue Eishalle eröffnet. Die älteste Eisfläche hat am Wiener Heumarkt bereits 125 Jahre auf dem Buckel.
Zwischen 1959 und 1977 wurden gleich neun Eishallen binnen 18 Jahren eröffnet. In den 80er Jahren folgten die heutige STEFFL Arena (Baubeginn 1989, Eröffnung 1995), die LINZ AG Eisarena, sowie die Eishallen in Gmunden und Hohenems.
Zuletzt wurde in die Eishallen-Infrastruktur rund um die WM 2005, die damals in Wien und Innsbruck ausgetragen wurde, investiert. So entstand in Innsbruck die TIWAG Arena. 2005 folgten die Eröffnungen der Eisarena Kufstein und 2006 des Sportpark Kitzbühel.
2008 bekam Radenthein eine eigene Eishalle, in der im September 2022 noch die U18-Damen WM Division IB ausgetragen wurde. Diese Türen sind jedoch seit 2023 wieder geschlossen.
Positiv stechen Ferlach und Villach heraus. 2021 öffnete eine Ganzjahres-Eishalle in Ferlach seine Pforten, 2024 sogar eine zweite. Möglich macht dies unter anderem ein privater Investor. In Villach erfolgte im Juni 2025 die Grundsteinlegung für das Bundesleistungszentrum der Damen. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant.
Viel privates Geld wurde auch 2022/2023 in den Umbau der Heimstädte des EC-KAC investiert. Die Heidi-Horten-Arena wurde rundum erneuert. Gebaut wurde die Halle bereits 1959.
Hinzu kommt die viele Sportarten betreffende Situation, dass Österreich über keine Mehrzweckarena mit 15.000 Plätzen oder mehr verfügt, die aber von etlichen internationalen Verbänden für die Ausrichtung von Großereignissen mittlerweile vorausgesetzt wird. Hoffnungen ruhen auf der geplanten Arena in Neu Marx in Wien. Wann hier der Spatenstich erfolgt, ist aktuell nicht bekannt. Auf der Website der Stadt Wien ist neben dem Punkt "Stand" Konzepterstellung vermerkt.
Apropos Wien: Die Eisfläche am Heumarkt wurde bereits 1901 errichtet.
IIHF-Initiative SMALL ICE soll forciert werden
Im Jänner 2023 nahm das damalige U16-Herreneishockey Nationalteam im 3x3-Bewerb bei den Youth Olympic Games in Korea teil. Es handelt sich hierbei um ein neues Format, das erstmals bei den Youth Olympic Games 2020 in Lausanne (SUI) ausgetragen wurde. Hierbei spielen 3 vs. 3 Feldspieler plus Torwart über das Querfeld.
Ein Ansatz des ÖEHV hierzu, zu dem man auch bereits bei Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt vorgesprochen hat, ist, dieses Format zu forcieren. Österreich möchte hier eine Vorreiterrolle einnehmen. Entsprechende Infrastruktur vorausgesetzt.
Bereits 2018 arbeitete der ÖEHV ein Konzept aus, in dem festgehalten ist, dass für Recruitmentmaßnahmen im Nachwuchs Eisflächen, die einem Dritteleis entsprechen, ausreichen. Die Vorteile dabei:
Wesentlich weniger Platzbedarf
Geringere Bauauflagen (Parkplätze,...)
Viel geringere Planungs- und Errichtungskosten
Leichtere Finanzierung – geringeres Investorenrisiko
Geringere Betriebskosten
Einfachere Auslastungsmöglichkeiten
Uvm.
Ein damals eingeholtes Anbot zeigte auf, dass man für den Preis einer großen Halle, rund 20 solcher kleinen Hallen errichten könnte. Dies wiederum würde die siebenfache Fläche bedeuten.
Die Kostenschätzung beläuft sich Inflationsbereinigt auf ca. € 250.000.- für eine kleine Halle, in der das 3x3-Format gespielt werden kann.
Aufgrund der kleineren Eisfläche würden in weiterer Folge auch die laufenden Kosten in einem deutlich geringeren Rahmen zu Lasten der jeweiligen Gemeinde ausfallen. Mit 20 bis 25 solcher kleineren Eishallen, oder auch Freiflächen, sehe man eine echte Perspektive für den heimischen Eishockeysport, wie auch für andere Sportarten. Bestehende Hallen könnten von diesen kleinen Hallen ebenfalls profitieren:
Es kommen mehr Kinder in die dort ansässigen Vereine
Es gibt mehr Trainingszeiten für jene Altersgruppen und Mannschaften, die das gesamte Eis benötigen
Anstelle von Nachwuchs-Trainingseinheiten könnten Eiszeiten in den großen Hallen verstärkt für Matches und Turniere genützt werden
Dies wiederum würde mehr Personen in die Hallen bringen, als dies bei Trainingszeiten der Fall ist
Positive Effekte für die Gastronomie
Bessere Vermarktungsmöglichkeiten für Eishallenbetreiber
PondHockey-Turnier am Weissensee macht es vor
Von 16.-18. Jänner 2026 beheimatete der Weissensee das erste internationale PondHockey-Turnier, das auf solch kleineren Eisflächen durchgeführt wurde. Rund 1.000 Aktive und 2.000 Zuseher:innen sorgten dafür, dass das Turnier sowohl sportlich wie auch touristisch ein voller Erfolg war. Auch die ÖEHV-Spitze mit Präsident Klaus Hartmann, Vize-Präsident Nicolas Stockhammer, Sportdirektor Roger Bader und Geschäftsführer Alexander Helwig nahmen an dem Turnier teil.
Positive Effekte auf das Gesundheitssystem
Die Bedeutung regelmäßiger körperlicher Aktivität für die Gesundheit wird in zahlreichen Studien belegt. Positive Wirkungen von Bewegung lassen sich feststellen in Bezug auf Herz-Kreislaufsystem, Atmung, Verdauung und Stoffwechsel, Bewegungsapparat, Nervensystem, Immunsystem, Hormonsystem und die Psyche. Körperliche Gesundheit stellt jedoch einen Bruchteil dessen dar, was Bewegung und körperliche Aktivität leisten können. Weitere Bereiche, die das menschliche Wohlbefinden bestimmen, werden ebenfalls positiv durch Bewegung beeinflusst, wie z. B. Emotionen, das Sozialkapital oder die Intelligenz.
Warum die Bewegungsangebote weiter ausgebaut werden müssen: Die körperliche Inaktivität in Österreich stellt bereits ein Wohlstandsrisiko dar! Die daraus resultierenden jährlichen Kosten betragen inzwischen 2,4 Mrd. Euro (Zahlen SportsEconAustria)! Dabei werden durch Sport und Bewegung schon heute Krankheitskosten im Ausmaß von 527 Mio. Euro jährlich vermieden. Könnte die Zahl jener Menschen, die sich in Österreich ausreichend bewegen (150 Minuten/Woche) um 10 % gesteigert werden, wären Einsparungen von weiteren 120 Mio. Euro jährlich möglich.
(Quellen: https://www.sportaustria.at/de/interessenvertretung-und-sportpolitik/gesundheitsmotor-sport / https://www.sportaustria.at/de/ueber-uns/aufgaben-und-geschaeftsstelle/presse/pressemeldungen2014-2023/warum-in-das-gesundheitssystem-mehr-bewegung-kommen-muss )
Der Österreichische Eishockeyverband fordert die Politik auf sämtlichen Ebenen auf, dem aktuellen "Sterben" der Eisflächen entgegenzuwirken, zum Wohle der Volksgesundheit und damit auch künftig Erfolge, wie jene der Nationalteams in den vergangenen Jahren, gefeiert werden können.
Frei nach Molière: "Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun."