Vanek hofft in zweiter Karriere auf den Stanley Cup
Ex-NHL-Star arbeitet seit drei Jahren für die San Jose Sharks und hat dort hohe Ziele.
Eine spezielle Ehrung hat Thomas Vanek zu einer seiner seltenen Europa-Reisen veranlasst.
Österreichs mit Abstand erfolgreichster NHL-Spieler wurde sieben Jahre nach seinem letzten Spiel am Sonntag in die Hall of Fame des Internationalen Eishockey-Verbands aufgenommen.
Der 42-Jährige arbeitet seit drei Jahren für die San Jose Sharks, hat sich mit dem Team aus Kalifornien den Stanley Cup zum Ziel gesetzt und kann sich auch eine Rolle im österreichischen Eishockey vorstellen.
Vanek, der am Sonntag als zweiter heimischer Spieler nach Sepp Puschnig (1999) in die Hall of Fame aufgenommen wurde, hat zwischen Oktober 2005 und März 2019 in der stärksten Eishockeyliga der Welt 1.098 Spiele absolviert und 394 Tore erzielt.
Vanek baut sich in San Jose zweite Karriere auf
Österreichs Sportler des Jahres 2007 stand dreimal im Halbfinale der National Hockey League (2005/06 und 2006/07 mit den Buffalo Sabres und 2013/14 mit den Montreal Canadiens), zum ganz großen Triumph reichte es nicht.
Den will Vanek nun mit den San Jose Sharks nachholen. Mike Grier, sein ehemaliger Mitspieler und aktuell General Manager der Sharks, holte ihn vor drei Jahren zunächst als Scout für Minnesota zum Verein.
Mittlerweile ist Vanek zum Hockey Operations Advisor aufgestiegen. "Ich habe gesagt, ich versuche mal, im Draft auszuhelfen. So wie ich bin - ehrgeizig, wenn ich dabei bin, bin ich voll dabei - ist es dann immer mehr geworden. Ich bin dabei, meine Karriere aufzubauen", erzählte er im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.
Celebrini soll San Jose zum Stanley Cup führen
Mit dem Klub hat er Großes vor. "Mein großes Ziel ist, den Stanley Cup zu gewinnen. Als Spieler ist sich das leider nicht ausgegangen", erklärt Vanek. Die Hoffnungen dafür ruhen vor allem auf Macklin Celebrini, der schon mit 19 Jahren einer der besten Spieler der Welt ist.
"Außer (Sidney) Crosby habe ich noch nie so einen Spieler mit 19 gesehen", sagt Vanek über den Stürmer, der vor zwei Jahren im Draft an Nummer eins gewählt worden ist.
Damit die Sharks auch beim kommenden Draft, bei dem sie unter anderem als Zweite wählen dürfen, Top-Talente an sich binden, ist Vanek in den vergangenen Monaten viel in Nordamerika gereist, um junge Spieler zu beobachten.
Das war auch bei der WM in der Schweiz möglich, wo einige Teenager im Einsatz waren. Vanek ist mit seinem ältesten Sohn Blake (18), der im Vorjahr von den Ottawa Senators gedraftet worden ist, nach Zürich gereist und erlebte die Spiele ab dem Viertelfinale auf der Tribüne mit.
Auge auf die Österreicher
"Es ist eine unglaubliche Atmosphäre hier", schwärmte er von der Stimmung in der Halle. Und auch von den Leistungen der Österreicher.
"Mir gefällt, wie die Mannschaft kämpft, mit welchem Tempo sie spielen. Und das auch ohne Spieler wie (Marko) Kasper und (Marko) Rossi. Man sieht, die Auswahl in der Nationalmannschaft ist ein bisschen mehr geworden. Man kann sehr zufrieden sein, Roger Bader macht einen guten Job", sagte der einstige Torjäger.
Er sieht für Rossi bei den Vancouver Canucks eine "super Chance, sich einen richtig guten Namen zu machen, weil eine junge Mannschaft aufgebaut wird".
Er hofft, dass sich auch Verteidiger David Reinbacher in der NHL etabliert und Vinzenz Rohrer und Gregor Biber den Sprung auf die große Bühne schaffen. Und "hoffentlich kommen mehr nach".
Engagement für ÖEHV denkbar
Neben seinem Job für San Jose ist Vanek aktuell noch als Coach der High-School-Mannschaft seiner 15-jährigen Zwillinge engagiert. Sein Wissen würde er aber auch dem österreichischen Eishockey zur Verfügung stellen. "Österreich ist das Land, wo mein Herz ist.
Ich würde gerne was mitmachen und aushelfen, ob als Berater, bei der U20, im Nationalteam oder was auch immer", betonte Vanek.
Kontakt nach Österreich hält er vor allem über Philipp Pinter und Herbert Jerich, als Sportdirektor und Präsident Meistermacher der Graz99ers, zudem ist er mit U20-Teamchef-Assistent Mathias Lange befreundet.
Hauptaugenmerk auf dem eigenen Nachwuchs
Viel Erfahrung hat er als Trainer seiner drei Buben gesammelt. Nach seinem Karriere-Ende "war es nicht einfach. Ich war zu Hause, hatte im Sommer Angebote für zwei Jahre und habe überlegt, ob ich mein eigenes Ziel, weiterzuspielen und den Stanley Cup zu gewinnen, weiter verfolgen soll. Ich habe angefangen, meine Burschen zu trainieren und entschieden, die Kinder sind wichtiger."
"Ich kann mich erinnern, bis ich mit 14 weggegangen bin (nach Amerika), hat mich mein eigener Vater trainiert. Das kann man nicht nachholen. Ich bin froh, dass ich zu dieser Zeit aufgehört habe und einfach Papa sein und mehr Zeit mit den Burschen verbringen konnte. Wenn ich jetzt reflektiere, war es eine gute Entscheidung", erklärte Vanek.