Es ist richtig cool, mit den 'großen Jungs' beim Nationalteam zu sein.
Der Sportdirektor der Graz99ers ist zugleich Teamchef des U20-Nationalteams und informierte den Angreifer darüber, dass er ins A-Team einrücken wird. Gleich danach folgten die Anrufe von Team-Managerin Tamara Steiner sowie Teamchef Roger Bader.
Der Youngster strahlt über beide Ohren: "Es ist richtig cool, mit den 'großen Jungs' beim Nationalteam zu sein."
Nationalteam-Debüt vor den Augen der Familie?
Die Vorzeichen stehen gut, dass Kolarik in einem der beiden anstehenden Testspiele gegen Tschechien sein Nationalteam-Debüt feiern wird.
Vielleicht sogar schon am Donnerstag in Wien, seiner Heimatstadt. "Es werden sehr viele Familien-Mitglieder kommen", so der Linksausleger, der im Nachwuchs der Vienna Capitals seine ersten Schritte machte und mit 14 in die Red Bull Akademie wechselte.
Deshalb war es für ihn auch keine große Herausforderung, sich an die neuen Gegebenheiten in Übersee anzupassen. "Ich war es schon gewohnt, fern von zu Hause zu leben", meint Kolarik.
Kindheitstraum erfüllt
Mit dem Schritt nach Kanada hat sich der 18-Jährige einen Traum erfüllt, den er bereits als "kleiner Junge" gehegt hatte. Von den Peterborough Petes wurde der Nationalspieler vergangenes Jahr im CHL Import Draft in der zweiten Runde gewählt.
"Ich habe mit meinem Agenten gesprochen. Es hat sich die Chance ergeben, dass ich rübergehen kann", erzählt Kolarik, der die Möglichkeit beim Schopf packte und nun auf eine solide erste Saison in der OHL zurückblickt.
"Ich hatte sehr viel Spaß. Ich habe etwas gebraucht, um mich an das Tempo zu gewöhnen. Es ist ziemlich schnell, eine kleinere Eisfläche und es gibt mehr Körperspiel - und mehr Skill, als ich gewohnt war", sagt der siebenfache ICE-Crack.
In basketball they'd say he put him on skates 😏
— Ontario Hockey League (@OHLHockey) January 5, 2026
Leon Kolarik showed off his silky mitts for the @PetesOHLhockey in the shootout to earn the @deltabingo_ Play of the Night. pic.twitter.com/MLuSVnYdIn
Ein weiteres Jahr in Peterborough
Besonders das "puck placement", also wie man die Scheibe führt und positioniert, während man in Puckbesitz ist, sei ein großes Thema gewesen. "Turnover kosten dich meistens gleich ein Tor", musste Kolarik selbst schmerzlich erfahren.
Insgesamt hätte er "vielleicht zu viele Ups and Downs" gehabt. Dies sei aber für ausländische Spieler, die ihr erstes Jahr in Übersee spielen, normal, relativiert Kolarik.
Die Organisation war jedenfalls "sehr zufrieden mit mir", die Petes sind in der ersten Playoff-Runde an North Bay Battalion gescheitert. Kolarik war in 69 Partien an 42 Toren beteiligt, traf 20 Mal selbst und bereitete 22 Treffer vor.
"Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall noch dort, danach schaue ich weiter", sagt der Wiener.
WM-Teilnahme und NHL-Draft?
Bis dorthin könnte der Angreifer zwei Meilensteine erreicht haben.
Einerseits besteht nun die Chance, dass er sich einen Platz im WM-Kader erspielt. Große Gedanken macht er sich darüber nicht: "Ich schaue einfach, dass ich so lange wie möglich da bin. Ich war überrascht, so spät überhaupt dabei zu sein."
Und dann wäre noch das Thema NHL-Draft. Kolarik ist der einzige Österreicher in den Final-Listen von NHL Central Scouting, wird dort als Nummer 182 unter den Spielern in Nordamerika geführt.
Allerdings sind diese Listen für die 32 NHL-Teams oft nicht von Belang. Blake Vanek, Sohn von Österreichs Eishockey-Legende Thomas Vanek, war als 146. Spieler Nordamerikas gereiht - die Ottawa Senators wählten ihn im Draft schlussendlich an 93. Stelle.
Aber auch daran will Kolarik nicht zu viele Gedanken verschwenden. "Jetzt kann ich nicht mehr viel beeinflussen. Wenn ich Glück habe, pickt mich ein Team in den letzten zwei Runden. Aber ich versuche, nicht zu viel darüber nachzudenken."