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Diese Youngsters könnten mit dem ÖEHV-Team zur WM fahren

Die zahlreichen Absagen könnten für einige junge Cracks die Tür zur WM öffnen. Bernd Freimüller analysiert vier Spieler genauer:

Diese Youngsters könnten mit dem ÖEHV-Team zur WM fahren Foto: © GEPA

Absagen von Marco Kasper und Marco Rossi, bei David Reinbacher und Vinzenz Rohrer braucht es ein Wunder, dass sie bei der WM zur Verfügung stehen. Dazu weitere Ausfälle (Thomas Raffl, Ali Wukovits) und Fragezeichen (Benjamin Baumgartner, Oliver Achermann).

Kein Wunder, dass ÖEHV-Teamchef Roger Bader jetzt vor allem einige junge Cracks einberufen muss.

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller wirft einen Blick auf vier Youngsters, die im Nachwuchsbereich zu den Teamstützen gehörten und jetzt vielleicht sogar WM-Chancen haben:

Thomas Klassek (D, 2005)

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  • Eigenprodukt des KAC, seit letztem Sommer im US-College (RPI)

  • In 35 ICE-Spielen auf dem Spielbericht

  • A-Länderspiele: 8

  • 2x U20- und 2x U18-WMs (2x Kapitän)

Smarter Defender, der unter Druck die Scheibe abschirmen bzw. weiterleiten kann. Gute Übersicht, weiß was um ihn herum passiert. Defensiv solide, nicht sonderlich physisch, aber aktiver Stock und gutes Stellungsspiel. Beine sind gut genug, um aus Verkehr zu kommen, braucht aber noch mehr Dynamik. Nicht groß, aber doch kräftig, stabil auf den Eisen.

Kann Puck transportieren, im Powerplay vor allem mit schnellen und genauen Wrist Shots. Nicht unbedingt Dominique-Heinrich-Potential, aber könnte ein Mann fürs zweite PP-Unit werden. 

Jüngerer Bruder von HCI-Winger Stefan. Hat noch drei Jahre College vor sich, Trainingsmöglichkeiten dort werden ihm vor allem physisch helfen.

Sollte Stammspieler im Nationalteam werden, ohne weitere Verletzungen könnte er heuer aber außen vor bleiben.

Ian Scherzer (F, 2005)

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  • VSV-Produkt, dann kurz beim KAC, drei Jahre im Nachwuchs von Rögle, dann nach einem Jahr in der Zubringerliga USHL (Madison Capitals) mit Klassek zu RPI gewechselt

  • Nie in der ICE gespielt

  • A-Länderspiele: 10

  • 4x U20- und 1x U18-WM

Im ÖEHV-Nachwuchs immer Stammspieler, Corona kostete ihn vielleicht noch eine U18-WM.

Am besten, wenn er im Cycling Game für Unruhe sorgt, Gegenspieler verliert und sich selbst zum Tor powert. Wollte in jüngeren Jahren zu viel auf eigene Faust probieren - nicht eigensinnig, aber versuchte Spiele im Alleingang zu entscheiden. Das besserte sich im zunehmenden Alter.

Mittlere Größe, aber bullig und stabil auf den Eisen, Spieler für den Nahkampf.

Kann Center und Wing spielen, derzeit aufgrund der Personalnot in der Mitte eingesetzt. Wurde in jungen Jahren als Scorer eingestuft, von diesem Glauben rückten die Trainer dann ab, seine Zahlen fielen in den letzten Jahren auch überschaubar aus. Eher Energiespieler mit gutem Motor.

Vater Rene Wild, Cousin Florian Mühlstein.

Aufgrund vieler Centerausfälle mit Chancen auf die WM, muss beweisen, dass er diese Rolle vor allem im eigenen Drittel ausfüllen kann.

Leon Kolarik (W, 2007)

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  • Gebürtiger Wiener, der schon früh in die Red Bull Academy wechselte. Seit letztem Sommer bei den Peterborough Peters in der OHL aktiv.

  • 7 ICE-Einsätze für Red Bull Salzburg

  • A-Länderspiele: 0

  • 2x U20-WM & 2x U18-WM (dabei 27 Punkte in 16 Spielen)

Eine Scorerhoffnung für den ÖEHV, wurde diesem Ruf auch bei jeder WM gerecht.

Sehr gute Hände im Verkehr, kann Plays machen und selbst scoren. Kreativspieler. Seitenverkehrter Peter Schneider - spielt als Linksschütze im PP an der rechten Halfwall, Schuss von dort kann ansatzlos und genau kommen.

Spiel ohne Scheibe bzw. gegen körperlich starke Gegner noch in der Entwicklung. Körperlich natürlich noch im Nachwuchsbereich angesiedelt. Braucht noch mehr Kraft im Ober- und Unterkörperbereich, eher smart und schlangenhaft als kraftvoll im Antritt.

In Peterborough natürlich viel gescoutet, sein tschechischer Teamkollege Adam Novotny gilt als Spieler für die Draftränge 10 bis 15. Kolarik selbst rang in den Playoffs um Eiszeit, Central Scouting führte ihn als #182 unter den NA-Skatern.

WM-Chancen hängen davon ab, wie komplett sein Spiel geworden ist und wie er sich gegen Männer behaupten kann. Nicht unbedingt ein Spieler für die 4. Linie. Kann er sich in den Testspielen scorermäßig einbringen?

Adrian Gesson (F, 2006)

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  • Gebürtiger Feldkircher, seit Jahren schon in der Red Bull Academy.

  • 12 ICE-Spiele für Salzburg

  • A-Länderspiele: 0

  • 2x U20- & 1x U18-WM

Kann natürlich auch am Flügel spielen, in den Nationalteams und in der AlpsHL aber fast immer als Center eingesetzt.

Smarter, verlässlicher Zwei-Weg-Spieler, kann in allen Situationen eingesetzt werden. Legt körperlich und punktemäßig kontinuierlich zu. Scoring-Potential eher durchschnittlich, sollte aber Mann für PK-Einsätze und solide Minuten werden.

Bereits zwei komplette Saisonen in der AlpsHL, nur bei Verletzungsserien durfte er bisher in die ICE-Truppe rücken. Spieler und Organisation müssen in der nächsten Saison herausfinden, was sie aneinander haben. Macht derzeit seine ersten Schritte für das ÖEHV-Nationalteam, eher keine Chance auf die WM.

Johannes Neumann (C, Rögle, 2006) reiste an, absolvierte ein Training und meldete sich verletzungsbedingt wieder ab. An seine Stelle könnte Lenz Moosbrugger (2005) treten, derzeit noch mit Graz im ICE-Finale. Er erhielt viel Lob für seine ÖEHV-Debüt im Februar, spielte auch für Graz öfters Center.

Die ÖEHV-Center-Achse könnte von einem Trumpf (Rossi, Kasper, Nissner, Rohrer, Baumgartner, Achermann, Wukovits) zu einer Achillesferse werden.  Die Gretchenfrage: Wer kommt nach Nissner und Lukas Haudum zum Zug?

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