Kurz vor der ersten Drittelpause wurde es etwas hitzig, als Zane Franklin von Tim Campbell per Cross-Check unfair in die Bande befördert wurde. Der Kanadier im Capitals-Dress blieb kurz liegen, bekam von Kristof Nemeth ein paar - wohl unschöne - Worte mit.
Nach der Pausensirene entwickelte sich auf Höhe der Mittellinie eine Rudelbildung, das Schiedsrichterteam konnte die Mannschaft schließlich erfolgreich in die jeweiligen Kabinen beordern. Besonders den ungarischen Gästen war der Frust anzumerken.
Für Hackl gehören solche Szenen zum Playoff-Eishockey. "Es gab keine 'cheap shots'. Natürlich war es eine etwas intensivere Partie, aber das ist im Playoff so. Dafür kommen die Leute gerne zuschauen."
Ungewohnte Situation
Aus der Pause kamen die Donaustädter jedenfalls mit einem Powerplay, das prompt in Form von Jeremy Gregoire genützt wurde.
Wenig später stellte Youngster Felix Koschek mit einem präzisen Handgelenksschuss auf 3:0, und spätestens als Mitch Hults das 4:0 erzielt hatte, schalteten die Capitals plötzlich in den Leerlauf.
"Wir haben etwas nachgelassen, waren zu soft, haben die Checks nicht fertig gefahren und sind etwas zu viel rumgekurvt", meinte Macierzynski.
Coach Constantine hatte eine Erklärung parat: "Spiele sind einfach anders, wenn man in Führung geht. Das ist etwas, woran wir in dieser Saison nicht unbedingt gewöhnt sind. Wir schießen nicht viele Tore, daher ist es für uns ungewohnt, mit zwei oder drei Toren Vorsprung zu spielen. Manchmal lehnt man sich dann zurück und spielt nicht wirklich sein Spiel."
So kam es, dass Fehervar wenige Augenblicke nach Beginn des Schlussdrittels der Ehrentreffer durch Anze Kuralt gelang. Mit dem 5:1 von Kapitän Linden Vey wurde den Magyaren jedoch endgültig der Garaus gemacht.
"Wir werden den Sack zumachen"
Damit ist die halbe Miete geschafft. Am Freitag soll mit Blick auf das Viertelfinale nichts mehr anbrennen. Auf ein Entscheidungsspiel am Sonntag vor heimischer Kulisse würden die Capitals liebend gerne verzichten.
Die Aufgabe wird allerdings alles andere als leicht sein. "Es ist ein Do-or-Die-Spiel für sie", wusste Hackl. Macierzynski ergänzte: "Wir wissen, was uns in Fehervar erwartet, das lassen sie nicht auf sich sitzen."
Hackl erwartete eine "gute Stimmung und Atmosphäre. Wir freuen uns darauf, werden unseren Spaß, Spielwitz und Ehrgeiz wieder aufs Eis bringen."
Der Verteidiger war sich sicher: "Wir werden am Freitag den Sack zumachen."