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Ulmer: Karriereende, Pioneers-Lob und leise Kritik am HCI

Der Angreifer geht mit 35 Jahren in den Ruhestand. Einen besseren Ort hätte es für sein letztes Spiel nicht geben können. Den HCI kritisiert er durch die Blume.

Martin Ulmer beendet im Alter von 35 Jahren seine Profi-Karriere.

Das gibt der Innsbruck-Stürmer nach dem Pre-Playoff-Aus seiner Mannschaft gegen die Pioneers Vorarlberg (Bericht zu Spiel 2 >>>) im Interview mit "Puls24" bekannt.

"Nein, mich sieht man nicht mehr", antwortet der gebürtige Dornbirner auf die Frage, ob man ihn nächste Saison wieder am Eis sehen werde.

Er führt aus: "Das war mein letztes Spiel heute. Ich finde es cool, dass meine Eltern auf der Tribüne sind, mein Bruder (Stefan Ulmer, Anm.), dass es in Vorarlberg ist. Ich habe es mir zwar nicht gewünscht, dass wir ausscheiden, aber wenn wir ausscheiden, dann am liebsten in Vorarlberg."

Großes Lob für Pioneers und Coach Dylan Stanley

Pre-Playoff-Spiel 2 in Feldkirch war seine 439. Partie in der EBEL bzw. win2day ICE Hockey League, Ulmer lief in seiner Karriere für den EC Red Bull Salzburg, die Vienna Capitals, den VSV und zuletzt den HC Innsbruck auf. Hinzu kommen insgesamt 490 Partien auf Schweizer Eis und 59 Länderspiele für das heimische Nationalteam.

Die Enttäuschung über das frühe Saisonaus ist spürbar groß. "Der Auftritt, vor allem im zweiten Drittel, war schon ein Wahnsinn. Ich verstehe nicht, wie man im Playoff so auftreten kann", ist Ulmer ratlos. Nach 29 Minuten stand es 5:1 für die Pioneers, der HCI war defensiv wie offensiv abgemeldet.

5:2 endete das Spiel schließlich, das Weiterkommen der Pioneers sei absolut verdient. "Sie waren in beiden Spielen die bessere Mannschaft, taktisch super eingestellt", setzt der Angreifer zu einer Lobeshymne auf Vorarlberg-Coach Dylan Stanley an, der seiner Meinung nach einer der besten Trainer der Liga sei.

"Ich hatte das Glück, dass ich noch in zwei Spielen mit Dylan (2021/22 bei der VEU Feldkirch, Anm.) am Eis stand, er war damals schon so ein Taktikfuchs, das sieht man auch jetzt auf dem Eis. Unglaublich für das Feldkircher Eishockey, dass sie so einen Mann an der Bande haben."

Für ihn als Vorarlberger sei es zudem "geil, in der Vorarlberg-Halle (3.122 Zuseher bedeuten Vereinsrekord, Anm.) wieder einmal so eine Stimmung zu sehen."

Leise Kritik an den HCI-Verantwortlichen

Bei den Haien könne man wiederum nicht von einer guten Saison sprechen. "Es ist in Innsbruck jedes Jahr das gleiche, am Anfang ist man gut dabei, doch am Ende geht die Kraft aus. Vielleicht muss man sich da mal was überlegen", äußert Ulmer leise Kritik.

Die Entscheidung, seine Karriere zu beenden, habe er "relativ früh in der Saison" getroffen. "Ich habe am Anfang fast gar nichts gespielt, da dachte ich mir: 'Warum soll ich mir das in dem Alter noch antun'? Komischerweise habe ich jetzt viel gespielt, hat es wieder Spaß gemacht, aber ich habe zwei Kinder daheim, die Frau braucht mich auch ab und zu, von dem her passt das ganz gut."

Dem Sport will Ulmer erhalten bleiben. "Ich würde schon gerne irgendwas im Eishockey machen. Ich sehe, bei euch kommentiert Daniel Welser (Puls24-Experte, Anm.), die Latte ist also nicht so hoch gelegt. Da könnte ich auch noch einsteigen", lächelt der Vorarlberger und verteilt einen kleinen Seitenhieb in Richtung des Ex-Salzburg- und KAC-Cracks.


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