Saisonvorschau

VSV: Weiter dabei, aber wie lange?

Der VSV kann erst nach einer Rettungsaktion die neue Saison angehen, aber kann er diese auch beenden? Saisonvorschau:

VSV: Weiter dabei, aber wie lange? Foto: © GEPA

Der VSV hat den Kopf aus der Schlinge gezogen - zumindest vorerst.

Finanziell musste die zweite Rettungsaktion innerhalb eines Jahrzehnts her, um den Klub am Leben zu erhalten. Was wäre von den Adlern zu erwarten, wenn der Kader weiter zusammenbleibt?

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller liefert die Antwort in seiner traditionellen Saisonvorschau:

Ein Blick zurück

Mit dem achten Platz verpassten die Adler nach vier Jahren erstmals wieder die Top-6.

Dem Weiterkommen in den Pre-Playoffs gegen Linz folgten vier Niederlagen gegen den späteren Meister aus Graz. Eine Saison also, die der derzeitigen Verfassung und den Mitteln des VSV ungefähr entspricht.

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Ausrufezeichen des Kaders

Der Österreicher-Kern in Villach würde wieder auf ein Mittelständler-Dasein hindeuten.

Thomas Vallant, Steven Strong, John Hughes, Felix Maxa, Elias Wallenta, Maxi Rebernig und Alexander Rauchenwald, so er nach seinem Kreuzbandriss wieder zu alter Form aufläuft – einige von ihnen haben ihre besten Zeiten schon hinter sich, sollten trotzdem noch einige Beiträge leisten können.

Die beiden einzigen neuen Einheimischen: Lukas Schreier aus Salzburg und Julian Metzler von den Pioneers, beide machen den Kader etwas breiter. Metzler zeigt vor zwei Jahren in Feldkirch gute Ansätze, fiel zuletzt aber in ein Loch.

Von den Legionären der Vorsaison blieben Kevin Hancock und Nachverpflichtung Joel Teasdale erhalten. Hancock ist seit Jahren schon ein konstanter ICE-Scorer, Teasdale zeigte vor dem Tor auf. Beide sollten sich scorermäßig wie erwartet einbringen. 

Dazu kommt noch Verteidiger-Routinier Alex Wall, dessen Beinarbeit aber abgebaut hat. Gemeinsam mit dem Österreicher-Kern sollte so ungefähr die Hälfte des Kaders in ihrem Tun abzuschätzen sein. 

Winger Linus Andersson hatte in Schweden den Ruf eines "streaky snipers", sein Schuss gilt als seine größte Waffe. 

Joe Cramarossa wird sich wohl mit Hancock die Centeraufgaben in den beiden Toplinien teilen, doch bringt er dafür genug Offensive mit? Skating und – wenn er dazu aufgelegt ist – Körperspiel sind eher seine Stärken, sein Leistungsdelta kann groß ausfallen.

Dem neuen Defender Sean Larochelle wurde nach seinem Kurzgastspiel bei den Manitoba Moose gute Beine und Puckfähigkeiten nachgesagt. Ein Überangebot an kleineren Deferndern verhindete ein weiteres Engagement.

Solche Spieler haben meist in Europa gute Chancen. Zu Larochelle und Wall kommt dann noch Ryan Sproul als dritter Import-Verteidiger mit guter Reichweite.

Er war in Poprad zuletzt auch ein wichtiger Mann im Powerplay, allerdings habe ich ihn nie in den zweiten Gang hochschalten gesehen.  Ebenfalls neu: Scott Walford, in der AHL und Allsvenskan der Prototyp eines "no-frills D".

Als Paket sollte die Defensive auch wieder mittleren Ligaansprüchen genügen.

Fragezeichen des Kaders

Fragezeichen des Kaders
Legionär Kevin Hancock.
Foto: ©IMAGO / Revierfoto

Überraschend, dass Joe Cannata durch den Fitness-TÜV gewunken wurde. Der 36-jährige spielte auch gute Spiele, gehört aber sicher nicht zu den besttrainierten Goalies der Liga.

Das könnte mit Pausen noch abgefedert werden, wenn nicht mit Rene Swette als Backup ein Mann vorhanden wäre, der noch einmal zwei Jahre älter ist und halt von Jahr zu Jahr mitgezogen wird.

Während in der Defensive inklusive Julian Raspotnig doch sieben Cracks zur Verfügung stehen (entspricht Ligadurchschnitt), sieht es in der Offensive zahlenmäßig bedrohlich aus.

Derzeit verfügt Coach Pierre Allard gerade über elf ligataugliche Forwards und da sind Rauchenwald und der gelernte Defender Schreier schon eingerechnet. Da reichen schon kürzere Verletzungen – von Langzeitausfällen gar nicht zu reden – um das Lineup an die Grenzen zu bringen.

Die unzähligen Abgänge von jüngeren Spielern der letzten Jahre, die mit Nico Uschan und Paul Sintschnig im Sommer fortgesetzt wurden, fordern nun endgültig ihren Tribut.

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Headcoach Pierre Allard
Foto: ©IMAGO / Daniel Scharinger

In Villach prallen immer Erinnerungen an die gute alte Zeit mit Meistertiteln auf ein vor allem finanziell angespanntes Heute.

Steuer-Nachforderungen aus früheren Jahren trugen auch dazu bei, dass Defender Philipp Lindner seinen Vertrag zugunsten einer Rückkehr nach Innsbruck auflöste.

Das Tagesgeschäft ist seit jeher ein Kampf ums Überleben – im Gegensatz zu Innsbruck oder Feldkirch wird ein Mitläuferteam nicht akzeptiert (siehe das Jahr unter Gerhard Unterluggauer), was zu überzogenen Investitionen und Nachverpflichtungen führte.

Hier könnte nachgerüstet werden

Am Papier stehen derzeit zehn Legionäre, der unerwünschte Nick Hutchison sollte eigentlich noch einem Center weichen.

Doch Neuverpflichtungen können jetzt wohl kein Thema sein. Es würde vielmehr überraschen, wenn alle Cracks bis zum Ende der Saison an Bord blieben.

Ausblick

Letztes Jahr schafften die Adler noch die Pre-Playoffs, heuer geht es eher darum, die Saison über die Bühne zu bringen...

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