Ausrufezeichen des Kaders
Nick Bailen, Jakob Lilja, Konstantin Komarek und Shane Gersich sollen das (zuletzt bei 5-5 überschaubare Offensivpotential) des Kaders drastisch erhöhen.
Bei Bailen sind einige Defensivaussetzer eingepreist, aber sowohl als PP-Pointman als auch als Ankurbler der Offensive gibt es in der ICE keinen gleichwertigen Spieler. Lilja wird wohl keinen großen "Wow"-Faktor auslösen, sollte aber als starker und intelligenter Mann im Nahkampf viele Scheiben erobern können.
Auf dem Papier stehen mit Über-Playmaker Linden Vey/Lilja, Komarek/Gersich (offensiv talentiert, kann als Winger in die Mitte rücken, kann aber auch untertauchen) und Wallner/Peeters drei interessante Paare parat.
Bailen und der unterschätzte Simon Bourque sollten die beiden offensiveren Defender sein, insgesamt stehen acht ligataugliche Verteidiger parat.
Nelson Nogier, die Teamverteidiger Ramon Schnetzer und Dominic Hackl (letzte Saison endlich verletzungsfrei) sind ohnehin gesetzt, dazu kommen noch Devin Steffler, Lorenz Lindner und Raphael Wolf. Das ergibt bei Vollbestand sogar einen Überhang.
Zu den oben genannten Offensiv-Pärchen kommen mit Scott Kosmachuk (ihn rettete sein laufender Vertrag) und Jeremy Gregoire (wenn durchgehend fit) weitere Varianten mit Abschlusspotential.
Dazu noch Benjamin Lanzinger, Marco Richter, Christoph Kromp, Sam Antonitsch und Felix Koschek, der sich fix ins Lineup spielen dürfte. Das ergibt schon 13 Stürmer, die in dieser Liga spielen können. An der Tiefe sollten die Caps heuer nicht scheitern.
Fragezeichen des Kaders
Verletzungen pflastern schon seit Jahren den Caps-Weg und Mike Stewart konnte sich in seiner ersten Vorbereitung gleich davon überzeugen – zeitweise fielen sechs Cracks gleichzeitig aus. Komarek (bisher komplett absent), Schnetzer (verletzte sich beim Showtraining!) und die Goalies verpassten überhaupt fast die gesamte Vorbereitung.
Bei aller Tiefe – die Schlüsselspieler sollten nach Möglichkeit gesund bleiben, sonst müssen wieder einige Cracks oberhalb ihrer Gewichtsklasse boxen.
Die Diskussionen in der Branche bezüglich des Goalieduos Sebastian Wraneschitz/Max Zimmermann (kehrte nach Jahren zurück) drehten sich nie um deren Upside – die Frage war immer "Wie lange halten sie gesundheitlich durch?" Die Antwort: Nicht einmal bis zur Preseason.
Beide setzten ihre (bei Wraneschitz jahrelangen) Verletzungs- und Gesundheitsprobleme fort, meldeten sich bald ab. Mit dem Schweden Adam Reideborn kam dann ein Ersatz, der auch noch ein Klassemann (Beine & Stockarbeit!) sein sollte.
Ob er jetzt über Oktober hinaus bleibt oder nicht: Kaum vorstellbar, dass das ursprüngliche angepriesene Duo nach diesem Sommer genug Vertrauen aufgebaut hat, um auf einen Import-Goalie zu verzichten.
Auch wenn es heuer nach oben gehen sollte – der Abstand zu den Top-6 in der letzten Saison betrug immerhin 17 Punkte und keines dieses Teams scheint über den Sommer erheblich schwächer geworden zu sein.
Gelingt nach drei desolaten Saisonen der große Re-Set auch tabellarisch?
Hier könnte nachgerüstet werden
Schon vor der Ankunft von Reideborn waren zwei Ausländerspots frei, hier kann immer noch etwas passieren. Das Budget war nach Eigenaussagen allerdings schon vorher ausgereizt, doch solche Aussagen halten meist nicht lange.
Eher nicht vorzustellen, dass auf der Goalieposition wieder auf die Netto-Lösung zugegriffen wird...
Ausblick
"Die Caps sollten heuer wesentlich stärker sein, aber das sage ich schon seit drei Jahren" - so die Aussage eines Liga-Managers.
Eine gewisse Skepsis ist angebracht, doch ein neuer Coach, neue Qualität sowie die Breite im Kader sollten endlich wieder für Playoffs in Kagran sorgen...