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Pioneers: Alles andere als der letzte Platz wäre eine Sensation

Wurde jemals ein Team der win2day ICE Hockey League mit geringeren Mitteln zusammengestellt?

Pioneers: Alles andere als der letzte Platz wäre eine Sensation Foto: © GEPA

Die Pioneers Vorarlberg gehen nicht unbedingt mit der größten Erwartungshaltung in die neue Saison. Die Vorzeichen waren schon mal bessere in Vorarlberg.

Doch was genau ist vom Kader der Pioneers in der kommenden Spielzeit zu erwarten?

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller liefert die Antwort in seiner traditionellen Saisonvorschau:

Ein Blick zurück

13-10-11-12 – so die Tabellenplätze der Pioneers seit dem Einstieg in die ICE. In der letzten Saison bestand im Gegensatz zum Jahr davor nie eine Chance auf einen Pre-Playoff-Platz. Den Letzten aus Innsbruck hielt man sich mit zwölf Punkten Vorsprung aber souverän vom Leib.

Im Sommer sah es lange nicht nach einer weiteren Teilnahme an der Liga aus. Die Gründung einer neuen GmbH, die einen Neustart ermöglichen sollte (Ex-Präsident Pit Gleim muss die Vergangenheit aufarbeiten) und die Aufnahme von Milano machten das kleine Wunder aber möglich.

Ausrufezeichen des Kaders

Im Gegensatz zur Vorsaison, als man mit acht Legionären startete und mit neun endete, wird heuer das gesamte Ausländerkontingent ausgeschöpft. Sollten die Gastarbeiter im Schnitt mindestens Ligatauglichkeit oder darüber anbieten, dazu gesundbleiben, wäre das zumindest ein Stamm, mit dem man im einen oder anderen Spiel überraschen kann.

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Beim beweglichen Defender Roni Allen (der einzige bestätigte Legionär aus dem Vorjahr) müssen die Pioneers hoffen, dass er an seine Leistungen aus der Saison zuvor anschließen kann. Nach zwei Jahren Gastspiel in Villach wieder zurück: Guus van Nes.  Der mit einer Vorarlbergerin verheiratete Holländer soll wieder seine Reichweite um das Tor herum einbringen, eine zweistellige Toranzahl kann man bei ihm voraussetzen. Dabei soll er vom neuen Center Blake Murray gemanagt werden – der 25-jährige ECHLer soll aber auch die Fähigkeiten haben, selbst zu treffen.

Die weiteren Hoffnungsträger unter den neuen Legionären: Defender Brycen Martin, der 30-jährige soll nach einem Jahr in Dänemark das Powerplay anführen. Der kleinwüchsige Winger Jesse Seppälä tauscht eine Mitläufer-Rolle bei HIFK mit einer in der Toplinie ein - sein Schuss soll im Powerplay zur Geltung kommen. Von den sonstigen Neo-Legionären hofft man bei Ville Immonen auf einen soliden Center, bei Noah Serdachny auf wenig Anpassungsprobleme vom College auf die ICE.

Weder Coaches noch Goalies waren ein Problem bei den Pioneers über die letzten Jahre: Dylan Stanley (Davos) und Johannes Nygard (Freiburg) fanden interessante neue Arbeitgeber. Mit Marko Ojanen und Tony Virta (beide langjährige Liiga-Assistenten) hinter der Bande hofft man auf solide finnische Arbeit. Im Kasten steht wieder Alex Caffi – der mittlerweile 36-jährige bekam mit Leon Sommer einen neuen Backup, muss wohl heuer mehr als die üblichen 50 Prozent der Spiele absolvieren.

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Alex Caffi und Co. haben 2026/27 keinen leichten Job
Foto: ©GEPA

Fragezeichen des Kaders

Die lange Nachdenkpause bezüglich der Teilnahme hatte fatale Folgen: Mit David Madlener, Ivan Korecky, Ramon Schnetzer, Michael Kernberger, Oskar Maier, Marlon Tschofen, Luca Erne, Kevin Macierzynski und Daniel Woger (Karriereende) ging der ganze Österreicher-Stamm über Bord. Die sorgten zwar auch nur für den vorletzten Platz, konnten aber nicht einmal ansatzweise ersetzt werden.

Wenn es um die Tiefe eine Einheimischen-Kerns geht, ist eine Depth Chart stets wertvoller als etwaige Linienzusammenstellungen. In Feldkirch ist man da schnell am Ende: Der 36-jährige Caffi, dann eventuell noch Niki Wetzl, der immerhin schon einmal in Villach gespielt hat. Aber dann? Oliver Lam, Max Stiegler und Dominik Prodinger agierten an den Rändern anderer ICE-Kader. Von den Überbleibseln der Vorsaison hätte sich Ben Summer bei einem Pioneers-Ende immerhin einen Vertrag in Wien erspielt. Insgesamt ist das aber ein Einheimischen-Kern, der selbst in der Alps-HL keine großen Hoffnungen zuließe.

Selbst wenn man völlig ligaunerfahrene Cracks wie Colin Leeb oder Nikolaus Rock einbezieht, die auch nie ein Thema für Nachwuchsnationalteams waren: Auf mehr als sieben Defender und 13 Forwards kommt man nicht. Bei Verletzungen werden die qualitativen Löcher auch quantitativ sichtbar.

Hier könnte nachgerüstet werden

Nicht alle Legionäre werden entsprechen, Täusche würden dann nicht überraschen. Auch der eine oder andere Österreicher – so er sich das leisten kann – könnte im Laufe der Saison noch dazustoßen.

Ausblick

Es gab wohl noch nie ein Aufgebot in der ICE, das – Inflation berücksichtigt – mit geringeren Mitteln zusammengestellt wurde als das der heurigen Pioneers. Auch wenn die Ergebnisse in der Vorbereitung durchaus achtbar ausfielen: Alles andere als der letzte Platz wäre eine Riesen-Sensation und eine sensationelle Ausnützung der vorhandenen Mittel...

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