Ausrufezeichen des Kaders
Mehr als nur der Kern des Kaders sowie der Trainerstab blieben eben über den Sommer bestehen, daher sollten keine großen Anpassungszeiten zu notieren sein. In einer Liga, in der der Wechsel oftmals Alltag ist, kein kleiner Vorteil.
Gleichzeitig könnte es für einige Routiniers wie Rok Ticar, Jon Blum, Nick Saracino oder Andergassen, auch wenn sie noch ihre Leistung brachten, der richtige Zeitpunkt für den Abschied gewesen sein. Bei Ticar gab es allerdings keine Einigung über einen Anschlussvertrag.
Im Finale sah man Goalie Eddie Pasquale doch mitunter sein Alter an, er konnte nicht mehr zusetzen. Im Laufe der Saison wird er 36, da kann ein weiterer kleiner Leistungsabfall durchaus passieren. Dieser könnte aber durch den neuen Backup Colin Furlong abgefedert werden. Der ist zwar auch schon 33, sollte aber Pasquale mehr Pausen ermöglichen als sein Vorgänger Jakob Rabanser, der seine Karriere kurzerhand beendete.
Bona wollte über den Sommer den Teamspeed anheben. Mit Defender David Farrance, Center Gerry Fitzgerald und Winger Gunnarwolfe Fontaine (ein Vorname wie aus einer Heldensage) kamen daher auch durchwegs überdurchschnittliche Eisläufer. Cole Bardreau und Henry Bowlby sind in dieser Beziehung ohnehin über alle Zweifel erhaben, auch Alan Lobis zeigte in dieser Hinsicht in seiner Debütsaison auf. Lediglich in der Defensive könnte es bei einigen Cracks an Beweglichkeit fehlen.
Fragezeichen des Kaders
Blum war schon im gehobenen Alter, konnte vielleicht nicht alle (zu hoch angesetzten) Erwartungen erfüllen. Aber er schulterte viel Eiszeit und ruhte vor allem in den Playoffs in sich. Kann ihn Farrance wirklich ersetzen?
Er bringt sicher offensive Fähigkeiten mit, gilt aber – vorsichtig formuliert – nicht gerade als Trainingsweltmeister. Mit 27 hätte er noch einige gute Jahre vor sich, muss aber aufpassen, dass ihm nach vier Ligen in drei Jahren nicht die potentiellen Arbeitgeber ausgehen. In der Vorbereitung meldete er sich jedenfalls schon verletzt ab.
Der hünenhafte Austin Rueschhoff, Bardreau, Bowlby sowie Tommy Purdeller (muss aber auch im eigenen Drittel zulegen) sollten wieder sichere Offensivwerte darstellen. Ob die Saison dann besser oder gleich wie im letzten Jahr ausfällt, könnte von den beiden neuen Legionären Fitzgerald und Fontaine abhängen.
Fitzgerald war über Jahre ein sicherer Punktewert in der Allsvenskan – freundet er sich mit 33 Jahren mit einer etwas kleineren Rolle an? Fontaine ist nur ein ECHL-Jahr von seiner College-Karriere entfernt, kann beide Halfwalls im PP bespielen und verfügt über einen ansatzlosen Schuss. Zwei Spieler mit sehr unterschiedlichen Backgrounds, Fontaine ist wie jeder ECHL-Crack schwer einzuschätzen.
Bei aller Begeisterung über den Playoff-Run – in der Regular Season gab es schon einige Schwächephasen, darunter auch zwei peinliche Debakel gegen den Erzrivalen aus Bozen. Könnte ein längerer Aufenthalt außerhalb der Top 6 – beim dichten Teilnehmerfeld gut möglich – wieder einmal für Unruhe sorgen oder sind diese Zeiten endgültig vorbei?
Hier könnte nachgerüstet werden
Übergroß ist der Kader wirklich nicht, nach sechs Defendern und zwölf Stürmern stehen nur mehr jüngere und ligaunerprobte Kräfte zur Verfügung.
Im Gegensatz zur Vorsaison schöpften die Wölfe zu Saisonbeginn alle Legionärspositionen aus. Ausländer könnten bei Verletzungen eins zu eins ersetzt werden, bei Italienern wird es schwierig.
Ausblick
Ein Platz in den Top 6 sollte wieder möglich sein, ein Selbstläufer wird es aber nicht.
In der Vorsaison blieben Verletzungen fast völlig aus (19 Spieler absolvierten mehr als 40 Spiele im Grunddurchgang!), das muss nicht so bleiben...