Ausrufezeichen des Kaders
Goalie Rasmus Reijola lief vor allem zu Anfang der Playoffs zur Hochform auf. Der baumlange Finne gehört seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren zu den stabileren Torhütern der Liga.
Dominik Horvath war ein brauchbarer Backup (mehr nicht), nach dauernden Ausfällen in der Vorsaison steht er aber nun ohne Verein da. Wenn Beni Halasz Reijola entlasten kann, steht wieder ein gutes Duo parat. Allerdings spielte der Ex-Linzer letzte Saison gerade zwei Spiele.
Großreinemachen in der Defensive: Die letztjährigen Import-Defender Joel Messner, Martin Stajnoch und Ole Andersen mussten alle gehen, lediglich Tim Campbell (vielleicht wäre hier ein Schlussstrich auch angebracht gewesen) durfte bleiben.
Die neuen Import-Defender versprechen auf dem Papier interessante Perspektiven: Justin MacPherson kam als PP-Spezialist aus der DEL2, auch Ben Zloty (wird aber in Forint gezahlt) gilt als ein Mann mit Überzahl-Meriten.
Viktor Persson könnte einen beweglichen Defensiv-Defender abgeben. Mit vier Legionären und dahinter Nationalteamcracks wie Bence Stipsicz oder Roland Kiss sollte für ICE-Verhältnisse doch gute Tiefe in beiden Richtungen bestehen.
Im Angriff fiel der Turnover weit geringer aus, einziger neuer Legionär ist Mike Cyr. Zuletzt in der USports-Liga tätig, war der äußerst kleinwüchsige (1, 71 m) Winger vor Jahren ein guter QMJHL-Scorer.
Klarerweise sind Spieler aus dieser Liga schwer einzuschätzen, aber Moncton gehört dort stets zu den besseren Teams. Zumindest vom Eislaufen her – in Fehervar seit Jahren ein Manko – sollte er das Team aufwerten.
Fragezeichen des Kaders
113 Tore waren – gleichauf mit den Pioneers – der Liga-Mindestwert in der letzten Saison. So viel hat sich nach vorne nicht verändert, als dass man große Scorerausbrüche erwarten könnte.
Wenn Cyr einschlägt, Janos Hari wie am Ende der Saison nochmals auflebt und Spätverpflichtung Max Gerlach (ein typischer "good bad-team player") weiter trifft, könnte es vom Scoring her nach oben gehen.
Haris Leistungskurve ging bis zu seinem Aufflackern zuletzt doch stark nach unten. Trevor Cheek (33) wird nie großen Speed aufrufen können, Anze Kuralt ist auch schon 34 und Istvan Bartalis (35) schien schon am Ende angekommen zu sein.
Der Angriff blieb bis auf Cyr unverändert – wie soll da aus einem sehr schwerfälligen Team ein leichtfüßiges werden?
Ted Dent übernahm relativ früh den Trainerposten in Szekesfehervar, konnte das Team aber auch nicht schneller machen. Nach den überraschend langen Playoffs schien sein Verbleib lange nicht sicher, ehe er doch noch ein Angebot bekam.
Pikant aber jetzt: Sein Vorgänger David Kiss ist als neuer Sportdirektor (Viktor Szelig war aufgrund der letzten beiden Saisonen nicht mehr haltbar) sein neuer Boss. Kiss hat im Verein viele Stationen durchlaufen, gilt als Urgestein. Stärkt er Dent den Rücken, wenn dieser es braucht?
Hier könnte nachgerüstet werden
Neun Legionärspositionen sind belegt, die noch offene könnte durchaus im Laufe der Saison für einen Scorer oder Speedster verwendet werden
Ausblick
Die Zeiten, als Fehervar ein Top-Team der Liga war, scheinen vorbei. Der zehnte Platz der Vorsaison war der schlechteste seit acht Jahren.
Etwas hinauf wird man sicher spechteln, doch für die Ungarn gilt das gleiche wie für Teams wie Wien, Linz oder Villach: Wen aus den Top-6 will man wirklich rauskicken?