Ausrufezeichen des Kaders
Philipp Lindner, Michael Kernberger, Kevin Macierzynski und Niklas Bretschneider – vier ligaerfahrene Einheimische tragen ab sofort das Haie-Jersey.
Vor allem Lindner und Kernberger werden viel Eiszeit schultern müssen, beim 34-jährigen Macierzynski bleibt abzuwarten, ob die letzte Saison ein offensiver Ausreißer nach oben war (angesichts eines Zwei-Jahres-Vertrags wär das nicht gut).
Anzunehmen, dass die beiden Defender – auch wenn Lindner immer schwankend agiert – mehr Beiträge leisten werden als die beiden Forwards.
Nach dem ECHL-Experiment mit Matt Vernon (kehrte in diese Liga zurück) überquerte Sam Harvey den Brenner, um bei den Haien anzuheuern. Er ist aus Bozen viel Eiszeit gewohnt, das wird auch in Innsbruck nicht anders werden.
Der 28-Jährige sollte solides Goaltending anbieten und seinem Team die Chance auf mehr Punkte als in den Vorsaisonen geben.
Offensivleader Steve Owre ist nach seiner Knieverletzung wieder fit, die Spätverpflichtung Sebastian Benker – einer der wenigen positiven Aspekte der Vorsaison – blieb auch.
Die Rückkehr von Brady Shaw scheiterte daran, alle Beteiligten der "internen Vorfälle" vor zwei Jahren rechtzeitig zu befragen. Statt ihm kam aus Villach Nikita Scherbak, ein unzweifelhaft begabter, wenn auch enigmatischer Winger.
Drei potentielle Offensivspieler also, nachdem PK-Spezialist Justin Richards in seinem Wirken leicht abzuschätzen ist, muss der ECHLer Brett Davis das Bindeglied zwischen Scorern und Arbeitern sein.
Wenn ihm das positiv gelingt, sollten die Haie mehr scoren als in den Vorjahren. Er bringt auf jeden Fall Größe und Masse in ein sonst eher leichtgewichtiges Lineup.
Fragezeichen des Kaders
In der Defensive werden sich wie in den Vorjahren Noah Kerber (Härte), Winston Frimmel (Größe) und Elias Stöffler (Eisläufer) um die Plätze 6 und 7 streiten. Das passt auch so, wenn die Top-5 halten.
Joel Messner (aus Bruneck gekommen) wird wohl kaum von der Platte gehen, auch Lindner wird in allen Situationen (Powerplay) zum Einsatz kommen, Kernberger solide Defensivarbeit abliefern. Noch-Tryout Quinn Wichers wird ein Mitläufer werden, daher sollte Connor Mayer – unter Coach Ryan Kinasewich in Utah tätig – besser ein solider Defensiv-Defender werden, sonst wird das Ganze schnell top-heavy.
Im Angriff stehen elf ligaerfahrene Forwards zur Verfügung, bei Cracks wie Thomas Mader, Kilian Rappold, Lukas Bär und auch Bretschneider kann man schon vor der Saison die Beiträge voraussagen. Marcel Witting steht aufgrund seiner PK-Stärke und Hingabe über ihnen, offensiv ist er natürlich auch limitiert.
Ein High-Scoring-Lineup zeichnet sich nicht ab und bei Verletzungen – da rückt Kerber wohl wieder nach vorne – dünnt sich das Ganze schnell aus, was aber für alle schwächeren ICE-Teams gilt.
Das Debakel um Shaw, Patrick Kudla – ein ganz schwacher Eisläufer – im Vorjahr offiziell verlängert, um dann im Sommer gegangen zu werden - das alles passt in das seit Jahren amateurhafte Bild.
Dabei sorgen die TIWAG-Gelder schon seit Jahren für eine solide finanzielle Basis, die der Nachfolger von Hanschitz – wer immer es auch sein mag – ausbauen sollte. Die Vorgänge hinter den Kulissen sollten heuer ebenso interessant werden wie die auf dem Eis.
Hier könnte nachgerüstet werden
Inklusive Tryout Wichers stehen nur neun Legionäre im Aufgebot. Da könnte bei Bedarf noch nach- oder umgerüstet werden, vor allem bei langfristigen Ausfällen...
Ausblick
Noch ein letzter Platz scheint unmöglich, das Haie-Aufgebot wirkt etwas tiefer als in den Vorjahren. Aber vier Teams für einen Top-10-Platz hinter sich zu lassen, stellt eine herausfordernde Aufgabe dar...