Ausrufezeichen des Kaders
An mangelnder Breite kann die Truppe von Phil Lukas nicht scheitern. Acht Defender und 14 Stürmer stehen (mindestens) zur Verfügung, da sollte auch die eine oder andere Verletzung abgefedert werden können.
Bei den Forwards sind allerdings auch schon Stefan Gaffal (kam nach seinem langwierigen Ausfall kaum mehr in die Gänge) und Luca Erne (sein Gastspiel in Villach scheiterte früh, jetzt verletzt) darunter.
Graham Knott und Shawn St-Amant (er allerdings mit einer überschaubaren Saison) sollten weiterhin ein starkes Offensiv-Pairing abgeben, der flotte Kyle Topping und Brady Shaw – auch zuletzt in Budapest der Top-Scorer - eventuell ein weiteres Pärchen.
Dazu kommen auf dem Papier noch Scharfschütze Brian Lebler (so ihn seine Beine noch tragen können) sowie mit Oskar Maier (Scoringausbruch bei den Pioneers), Lukas Kainz und Emil Romig weitere Österreicher, die ein gewisses Offensivpotential mitbringen.
Ist das Team wirklich schneller geworden? Maier gehört zu den schnellsten Einheimischen in der Liga, er nutzte seinen Speed zuletzt auch zweckdienlicher. Trevor Bliss ist ein körperlich starker Mann mit Drang zum Tor, Topping verfügt sowieso über "good wheels".
Auch bei Defender-Neuverpflichtung Philipp Wimmer sind die Beine nicht der Grund, warum zwischen seinen Highs und Lows in Salzburg eine große Lücke lag.
Als Gruppe sollten die Black Wings bessere Beine als in der Vorsaison aufweisen, auch wenn da die Latte natürlich tief liegt.
Fragezeichen des Kaders
Nicht dass es etwas Schlechtes über ihn zu vermelden gäbe, aber mit Dylan Wells spielt ein 28-jähriger ECHLer erstmals in Europa. Goalie-Coach Jürgen Penker zapfte seine NHL-Kontakte an, über Wells erhielt er vor allem aus dessen Zeit in der Oilers-Organisation positive Auskünfte.
Wells bringt gute Größe und Beinarbeit mit, wie er sich tatsächlich präsentieren wird, bleibt abzuwarten. Mit Martin Reder steht nur ein ungeprüfter Backup parat – das baumlange Eigengewächs kam in den letzten Jahren nur in drei ICE- und sonst auch nicht gerade vielen Spielen zum Einsatz.
Gefühlt bekam fast jeder Österreicher, der heuer frei wurde, ein Angebot aus Linz. Wimmer (hätte allerdings noch Vertrag in Salzburg gehabt), Kainz sowie das Pioneers-Trio Maier, Erne und Marlon Tschofen landeten dann auch an der Donaulände.
Wie gesagt – breit ist der Kader nun, aber kam auch genügend Qualität?
Nur zwei Legionäre in der Defensive und einer davon kommt aus einer eineinhalbjährigen Verletzungspause zurück. Vojtech Mozik sollte der langgesuchte rechtschießende Defender werden, dem eine lange Suche vorausging.
Schon vor seinem Kreuzbandriss lagen seine besten Offensivzeiten länger zurück und seine ohnehin schon überschaubare Beweglichkeit wurde natürlich auch nicht besser.
Mozik dürfte sein Tryout nicht überstehen, ein Rechtsschütze für das PP wird gesucht – die restlichen Überzahl-Alternativen wie Niklas Würschl, Luis Lindner oder Wimmer sind eher Experimente.
Hier könnte nachgerüstet werden
Inklusive Mozik oder seinem Ersatz stehen acht Legionäre im Aufgebot, da könnte noch nachgerüstet werden. Dagegen spricht aber ein ohnehin schon großer Kader...
Ausblick
Im Tor ein Fragezeichen, das aber auch ein Ausrufezeichen werden kann. In der Defensive wenig Puckmover, dafür vorne dichter und schneller besetzt.
Die Black Wings könnten ein wenig nach oben rutschen, aber ein Eindringen in die Top 6 wäre fast als Coup zu bezeichnen...