Ausrufezeichen des Kaders
Bereits jetzt stehen neun Defender am Kaderblatt, Sportmanager Philipp Pinter lotste mit David Maier den nächsten aktuellen Teamspieler an die Mur.
Das ergibt dann schon sieben Verteidiger aus Legionären und zumindest soliden Österreichern, dahinter stehen mit Paul Reiner, Maxi Kirchebner und Johannes Gruber drei Leute, die Pinter aus seiner Tätigkeit als U20-Coach genau kennt. Quantitativ beneidenswert, qualitativ dürfte diese Crew unter der des Vorjahres liegen. Allerdings fiel mit Kilian Zündel nach seinem Dopingvergehen ein Crack wieder weg und Nico Brunner leidet schon seit Jahren immer wieder an Verletzungen.
Offene Frage: Will man Reiner, Kirchebner und Gruber wirklich einbauen oder sie (wieder) in die AlpsHL schicken?
Wenig Neues hinter der Bande: Dan Lacroix bewies nach seinem Amtsantritt, dass er sich nicht über die Mannschaft erhöhte, sie ihre PS auf die Straße bringen ließ.
Mit Darryl Williams konnte er sich nach dem Abgang von Nate DiCasmirro noch seinen eigenen Assistant aussuchen. Es gibt keine Gründe, warum ein weiter tief besetzter Kader unter einem bewährten Coach nicht top performen sollte.
Chris Collins musste öfters als überzähliger Legionär auf die Tribüne, im Sommer rettete ihn dann sein Zwei-Jahres-Vertrag. Nur: Wir reden über einen Center, der – auch wenn sein Speed vielleicht nicht mehr ganz so beeindruckend ausfällt wie früher – in 43 Partien auf 21 Tore kam und sich auch charakterlich nichts zu Schulden kommen ließ.
Einen solchen Mann (wieder) einzubauen, hätten andere Teams gerne als Problem, Collins scorte zuletzt auch in der CHL konstant.
Fragezeichen des Kaders
Gemessen am Kader des letzten Saisonspiels ist der derzeitige natürlich dünner besetzt. Nur: Da bestand ein Überhang von drei Cracks, die bei Vollbestand auf die Tribüne mussten.
Dieser Gigantismus war auch ein Grund, warum die Playoffs – noch dazu ohne Spiele gegen den KAC oder Salzburg – zu einer Pflichtaufgabe wurden. Kommt es zu internen Diskussionen (Jerich hält mit seiner Meinung nie hinter dem Berg), ob das Aufgebot noch einmal aufgerüstet werden soll oder man mit dem Vorhandenen auskommt?
Wie bereits gesagt, der Überhang von drei Spielern musste wieder verschwinden. Aber mit Korbinian Holzer und Kasper Kotkansalo gingen zwei routinierte Leistungsträger, mit Nick Bailen das Offensiv-Schwungrad von der blauen Linie und mit Lukas Haudum überhaupt der stärkste Österreicher in der letztjährigen Liga.
Vor allem in der Defensive wird es interessant: Clay Hanus müsste direkt aus dem kanadischen College einen Punktegaranten wie Bailen – auch wenn dieser länger verletzt war und defensiv durchlässig agierte – ersetzen.
Wenn das nicht einmal in Ansätzen gelingt, bleibt die Offensive von der blauen Linie wohl an Frank Hora hängen und der spielt eh schon rund um die Uhr. Der zweite neue Import-Defender, Ole Björgvik-Holm, verfügt über gute Beine, dürfte aber wohl am ehesten im Leistungsbereich von Abgang Anders Koch angesiedelt sein.
Was wegen des tiefen Kaders unterging: Die 99ers hatten während der Regular Season einige Verletzte (Bailen, Hora, Feldner, Swaney) zu beklagen, was sich auch heuer in der CHL fortsetzte.
Das Großaufgebot übertünchte das, auch mit vielen Absenzen waren sie stets konkurrenzfähig. Sitzt man heuer solche Ausfälle aus, holt man Cracks nach oder setzt man die jüngeren Spieler gleich ein? Das könnte zu einer Philosophiefrage werden...
Hier könnte nachgerüstet werden
Die finanziellen Mittel wurden über den Sommer zurechtgestutzt, auch der angekündigte Kracher-Legionär als Haudum-Nachfolger blieb aus.
Doch im Falle der Fälle wird sicher noch etwas passieren, auch wenn schon zehn Legionäre im Kader stehen...
Ausblick
Es gibt keinen Grund, warum die 99ers nicht wieder zum absoluten Spitzenfeld gehören sollten, zu groß erscheint weiter die Kadertiefe und -qualität...