Fehervar: Hinten eine große Baustelle

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Die Eishockey-Saison naht in großen Schritten! Mit dem Start der ICE Hockey League am 25. September (im LIVE-Ticker) startet die heimische Liga in eine neue Ära, nachdem die Corona-Krise den Abschluss der letzten EBEL-Saison und damit die Kür eines Meisters verhinderte.

Auch die Vereine der Scheibenjagd präsentieren sich durch die widrigen Umstände zum Teil mit einem neuen Gesicht.

LAOLA1-Experte Bernd Freimüller nimmt in seiner traditionellen Saison-Vorschau wieder alle Teams unter die Lupe. Fehervar hatte zwar zuletzt wenig mit den Playoffs zu tun, hin und wieder einen Liga-Konkurrenten zu ärgern, ging sich trotzdem aus. Bei der Betrachtung des neuen Kaders fällt eine klare Schwäche auf.

Das sollte klappen

Mit Janos Hari und Istvan Bartalis kehrten zwei einheimische Ausnahmekönner zu den Ungarn zurück. Haris zweier Versuch einer Auslandskarriere misslang ebenfalls, die Konsequenz daraus: Ein Fünfjahres-Vertrag (allerdings ist Papier immer geduldig). Mit ihm und Bartalis (so-so in der DEL, sehr stark in der Allsvenskan) stehen zwei immens starke Center (Bartalis kann auch am Flügel spielen) parat, dazu kommt noch das Fast-Urgestein Andrew Sarauer. Eine Mittelachse, die sich sehen lassen kann…

Anze Kuralt war an der Seite von Hari top, ohne ihn flop. Er könnte mit dem kleinen Spielmacher wieder erstarken, dazu kommen noch am Flügel Alex Petan (merkte den Unterschied zwischen der EBEL und DEL in Iserlohn) und der finnische Routinier Toni Kähkönen sowie der solide Csanad Erdely. Wenn sich dann Colton Hargrove auch noch steigern kann und Donat Szita auf seine starke letzte Saison aufbaut, verfügt Fehervar über eine überdurchschnittliche Offensive, zu der dann noch Rollenspieler wie Tamas Sarpatki oder Aron Reisz kommen.

Das könnte klappen

Antti Karhula übernahm im Jänner von Hannu Järvenpää, der die letzten Jahre zwischen EBEL und DEL2 hin- und herzupendeln scheint. Kann Karhula, dessen Trainerkarriere bis jetzt überschaubar war, sich in Fehervar länger halten? Zwar ist die Geduld mit den Coaches dort etwas angewachsen, aber ein sicherer Arbeitsplatz schaut anders aus…

Hargrove war ein Headscratcher in der letzten Saison. Mit (zu großen) Vorschusslorbeeren in Bozen angekündigt, kam er nur langsam auf Touren, bevor Corona seinen Leistungsaufschwung stoppte. Am Bemühen scheiterte es nicht, er präsentierte sich auch stabil auf den Eisen und körperlich stark, aber mit wenig Torgefahr. Ich rechnete eigentlich nicht mit einem Verbleib in der Liga, aber Fehervar recycelt gerne ligainterne Imports. Mit größerem Erfolg als in der letzten Saison etwas mit Mikko Lehtonen oder Scott Timmins?

Das Problempotenzial

So gut es in der Offensive aussieht, so fraglich stellt sich für mich die Defensive da, vor allem im Aufbauspiel. Tim Campbell ist ein guter ICE-Pointman, aber angesichts seiner Nebenleute wird er wohl wieder zwei Minuten im Powerplay durchspielen müssen. Bence Stipsicz konnte eine Saison, die ihn eigentlich ins Ausland bringen sollte, erst zu Ende einigermaßen brauchbar gestalten und muss sein Spiel mit der Scheibe wieder finden. Paul Geiger war in Bozen solide, Michael Caruso ist ein Kämpfer mit sehr limitierten Händen. Dazu kommen noch Daniel Szabo, der auch stagniert und sein Namensvetter Bence. Sechs Leute, die mich im Paket weder qualitativ noch quantitativ überzeugen.

Michael Ouzas geht in seine zehnte (!) EBEL- bzw. ICE-Saison. Das Problem dabei: Seine besten Zeiten sind schon länger vorbei, er gibt viele Tore aus schlechten Winkeln her. Dazu noch eine wankelmütige Abwehr vor ihm – die Fehervar-Spiele könnten torreich werden.

Wo könnte nachgerüstet werden?

Für mich definitiv in der Abwehr – die sechs Defender werden nicht ausreichen. Ein Spieler wie Michael Boivin muss auch einmal realisieren, dass heuer keine Zeit für Pokerspiele ist und ein Comeback in Szekesfehervar würde dann wenig überraschen.

Der Ausblick

Fehervar bekam bis jetzt große Vorschusslorbeeren, was vor allem mit Hari und Bartalis zusammenhängt. Auch ich traue ihnen einen Playoff-Platz zu, allerdings würde mich ein Top-5-Platz mit dieser Defensive doch überraschen…

Textquelle: © LAOLA1.at

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