KAC: Mit starkem ÖEHV-Rückgrat an die Spitze?

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Die Eishockey-Saison naht in großen Schritten!

Mit dem Start der ICE Hockey League am 25. September geht die heimische Liga in eine neue Ära, nachdem die Corona-Krise den Abschluss der letzten EBEL-Saison mit einem Meister verhinderte. Auch die Vereine der Scheibenjagd präsentieren sich durch die widrigen Umstände zum Teil mit einem neuen Gesicht.

Schon eine Woche vor dem Liga-Start messen sich Red Bull Salzburg, der KAC und die spusu Vienna Capitals beim Red Bulls Salute miteinander (19./20. September, LIVE bei LAOLA1). Dazu kommt mit Red Bull München ein starker Gast.

LAOLA1-Experte Bernd Freimüller nimmt in seiner traditionellen Saisonvorschau wieder alle Teams unter die Lupe. Den Anfang macht der letzte sportliche Meister, der KAC:

Das sollte klappen

In der Ära von Petri Matikainen, aber eigentlich auch davor, war der KAC immer eine sehr gut organisierte Mannschaft. Daran sollte sich auch heuer nichts ändern, große Solisten finden sich im Kader, mit der Ausnahme von Nick Petersen, nicht wieder. Warum sollten jahrelange Stammspieler auf einmal ihr eigenes Süppchen kochen?

Sebastian Dahm war für mich in der DEL (und offenbar auch für deren Teams, die nicht einmal mehr auf seinen deutschen Pass anbissen) nie mehr so gut wie in Graz. Allerdings: Brauchbar war er immer noch. Er und David Madlener, dessen Verletzung in der Vorbereitung Dahm erst die Tür öffnete, sollten ein überdurchschnittliches ICE-Top-Goalieduo bilden.

Das Prädikat "ÖEHV-Teamspieler" ist nicht automatisch ein Gütesiegel, darf sich doch so gut wie jeder Ligaspieler damit schmücken. Doch die rot-weiß-rote Crew um Thomas Hundertpfund, Manuel Ganahl, Martin Schumnig, Clemens Unterweger sowie die älteren Semester wie Thomas Koch oder die zugegeben zuletzt offensiv anämischen Geier-Brüder sollten weiterhin ein starkes Rückgrat bilden.

Das könnte klappen

Lukas Haudum kommt aus einer Horrorsaison, in der er nach einer frühen Schulterverletzung nie in die Gänge kam. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich nicht besser präsentiert als zuletzt, die Hand ins Feuer legen für ihn kann ich aber nicht. In Klagenfurt kam schon so manch guter Spieler von der Bahn ab.

Nur ein Legionärs-Verteidiger – der Aufschrei in Klagenfurt war zunächst groß. Auch nach dem Zuzug von Blaz Gregorc (ein immer solider Zwei-Weg-D mit guter Reichweite) bleibt es vorläufig dabei, da Dave Fischer noch längere Zeit out of order sein wird. Das ergibt Platz für Niklas Würschl und David Maier. Vor allem Maier gehörte Jahr für Jahr zu den besten Nachwuchscracks in starken Jahrgängen (2000/01), hat eigentlich noch etwas mehr Offensivpotenzial wie Würschl. Beide werden noch einige Hacker in ihrem Spiel haben (vor allem im Zweikampf, nicht gerade beider Spezialdisziplin), doch wenn sie in der ICEHL nicht funktionieren, wer dann?

Rok Ticar gehörte jahrelang zu den besseren Playmakern in Europa, selbst in der KHL. Sein Leistungsabfall war aber in den letzten Saisonen gewaltig und nur das Corona-Saisonende und sein langfristiger Vertrag bewahrte seine Leistungen vor einer forensischen Untersuchung. Kann er – von Matikainen hartnäckig als Flügel eingesetzt – wieder an alte Leistungen anknüpfen? Gleiches gilt für Petersen, der nach seiner tollen Vorsaison letztes Jahr verletzungsbedingt eher als Phantom der Messehalle durchging.

Das Problempotenzial

Scheinbar einzige Konsequenz einer sowohl im Grunddurchgang als auch in den Playoffs (das Ausscheiden gegen Linz stand kurz bevor) holprigen Saison: Co-Trainer Jarmo Mensonen (offenbar das finnische Wort für "Sündenbock") musste gehen. Der Kader wurde zwar wie bei vielen ICEHL-Teams reduziert, aber größtenteils zusammengelassen. Gelten da einige einheimische Kräfte nicht schon als pragmatisiert?

Über die letzten Saisonen war der KAC nicht gerade als Offensivmaschine bekannt, eine Nachverpflichtung wie die von Andrew Kozek vor zwei Jahren machte daher nur Sinn. Er, Matt Neal und Adam Comrie (vor zwei Jahren noch ein Scharfschütze) wurden nicht ersetzt. Das kann nach Adam Riese nur viele knappe und torarme Spieler bedeuten. Auch eigenartig: Matikainen spannt hartnäckig Petersen, Koch und Ticar (drei Spieler mit Playmakerfähigkeiten) in eine Paradelinie.

Auch wenn Manager Oliver Pilloni zu Recht auf die Corona-Krise und die nachrückenden Jungen hinweist: Klagenfurt ist seit jeher ein heißes Pflaster und das wird sich auch in einer schütter besuchten Halle bei Misserfolgen nicht ändern. Der Druck wegen Verstärkungen könnte schnell steigen und die letzte Neuverpflichtung vor Corona (Jhonas Enroth) war ein veritabler Flop.

Wo könnte nachgerüstet werden?

Eindeutig im Angriff. Auf der Centerposition ist man tief besetzt (Koch/Ticar/Hundertpfund/Haudum/Obersteiner), doch ein "Goal-scoring winger" könnte sich früher oder später noch einfinden.

Der Ausblick

Vor allem die Spitzenteams schalteten am Legionärsmarkt alle zurück, da befindet sich der KAC in guter Gesellschaft. Auch mit beschränkter Offensive und (vorläufig) nur einem Legionärsdefender sollten die Lindwürmer für einen Top-5-Platz gut genug sein, auch wenn dies ein Kampf werden könnte...

Textquelle: © LAOLA1.at

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