EBEL reagiert auf "Phantom-Tor" von Fehervar

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Das "Phantom-Tor" zum 3:2 von Fehervar (HIER nachlesen) im Heimspiel gegen den HC Znojmo (Endstand 5:2) war kein regulärer Treffer - das gibt die EBEL in einer Stellungnahme zu. Eine Wiederholung des Spiels wird es aber nicht geben.

"Das Tor zählt und der Ausgang des Spiels ist offiziell bestätigt", hält Lyle Seitz, Director of Hockey Operations, in seiner Meldung fest.

"Die EBEL legt großen Wert darauf, dass Spiele der Erste Bank Eishockey Liga stets fair und neutral abgewickelt werden. Manchmal entstehen jedoch Situationen, die im Nachhinein als nicht korrekt eingestuft werden müssen. Jene Situationen wie das dritte Tor von Fehervar AV19 können mehrmals pro Saison auftreten (vor allem bei Spielen, die keine TV-Spiele sind). Die Quintessenz ist, wenn dieses Spiel nicht im Fernsehen gewesen wäre, würde niemand heute das Tor in Frage stellen. Es hat zum Teil mit menschlichem Urteilsvermögen und zum Teil mit der unzureichenden Qualität der EBEL VGJ-Technologie (Video Goal Judge, Anm.) zu tun", so Seitz.

Die TV-Bilder, die im Nachhinein zur Aufklärung der Situation führten, waren für die Referees nicht verfügbar. Lediglich die Bilder der VGJ-Technologie, die in diesem Fall nicht ausreichend gewesen sein dürfte.

"Die Tatsache, was nachträglich mit Fernsehbildern nachgewiesen werden kann, ist irrelevant. Die Schiedsrichter hatten keine Möglichkeit auf die TV-Bilder zu zugreifen und auch der Situation Room, der das Spiel über das EBEL Sportlounge-System (welches das EBEL VGJ-System enthält) beobachtete, hatte diese Möglichkeit nicht."

Die ganze Aussendung:

Die EBEL legt großen Wert darauf, dass Spiele der Erste Bank Eishockey Liga stets fair und neutral abgewickelt werden. Manchmal entstehen jedoch Situationen, die im Nachhinein als nicht korrekt eingestuft werden müssen. Jene Situationen wie das dritte Tor von Fehervar AV19 können mehrmals pro Saison auftreten (vor allem bei Spielen, die keine TV-Spiele sind). Die Quintessenz ist, wenn dieses Spiel nicht im Fernsehen gewesen wäre, würde niemand heute das Tor in Frage stellen. Es hat zum Teil mit menschlichem Urteilsvermögen und zum Teil mit der unzureichenden Qualität der EBEL VGJ-Technologie zu tun.Die Verantwortlichen der EBEL und ihre Schiedsrichter arbeiten nach bestem Wissen und Gewissen daran, alle Tore regelkonform einzuordnen. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass alle Prozesse und Verfahren der EBEL ordnungsgemäß befolgt wurden.

Das Problem in diesem Fall stellte die Technologie, oder besser gesagt der Mangel an effizienter Technologie dar. Menschen erwarten durch den Einsatz von Technologie, dass das richtige Ergebnis immer zu 100% gefunden wird – das ist schlichtweg nicht richtig. Die EBEL VGJ-Technologie war in dieser Situation nicht ausreichend, um eine gültige Entscheidung zu treffen – obwohl das System einwandfrei angewandt wurde und auch den EBEL Standards entsprach. Das Problem ist, dass die EBEL das gesamte VGJ-System für alle EBEL-Hallen verbessern müsste, um genauere Entscheidungen mit Hilfe des VGJ-Systems treffen zu können.
Im konkreten Fall waren einzig die Bilder vom VGJ-System verfügbar. Die TV-Bilder war nicht verfügbar und es gibt keine TV-Monitore in der Strafbank, damit die Spieloffiziellen diese Bilder für den VGJ verwenden können. Die Tatsache, was nachträglich mit Fernsehbildern nachgewiesen werden kann, ist irrelevant. Die Schiedsrichter hatten keine Möglichkeit auf die TV-Bilder zu zugreifen und auch der Situation Room, der das Spiel über das EBEL Sportlounge-System (welches das EBEL VGJ-System enthält) beobachtete, hatte diese Möglichkeit nicht.

Die Verantwortlichen im EBEL Situation Room konnten nicht eindeutig beweisen, dass der Puck im Tor war oder nicht. Die dem Situation Room und den Schiedsrichtern offiziell zu Verfügung gestandenen Bilder finden sie hier:

Da der Puck nicht sichtbar ist, kann nicht festgestellt werden, ob der Puck im Tor war oder nicht, oder ob das Tor aus der Verankerung gerissen wurde bevor oder nachdem der Puck im Tor war.

Die für dieses Spiel verantwortlichen Schiedsrichter haben nach Angaben des EBEL Casebooks korrekt gehandelt:

  • Der tieferstehende Schiedsrichter hat entweder auf Tor oder kein Tor zu entscheiden und umgehend ein entsprechendes Zeichen zu machen
  • In diesem Fall wurde vom Schiedsrichter auf Tor entschieden.
  • Das Tor zählt, solange alle vier offiziellen Schiedsrichter in einer kurzen Besprechung zu keinem eindeutig anderen Ergebnis kommen. In diesem Fall konnten die vier Schiedsrichter nicht eindeutig bestimmen, dass der Puck nicht in das Tor gelangte bzw. der Puck die Torlinie überquerte bevor das Tor aus der Verankerung war (um dadurch die ursprüngliche Entscheidung des Schiedsrichters zu ändern).
  • Sollten nach wie vor Zweifel oder Unschlüssigkeit bestehen, so haben die Schiedsrichter die Möglichkeit die VGJ Bilder zu betrachten (was sie auch taten). Die Frage und die Begründung um die VGJ Bilder zu betrachten war, ob "der Puck die Torlinie überquert hat, bevor das Tor aus seiner Verankerung gerissen wurde". Es stand zu diesem Zeitpunkt nie zur Diskussion, ob der Puck in das Tor gegangen ist, oder nicht.
  • Beide Trainer wurden von den Schiedsrichtern informiert, dass der Grund für den Videobeweis jener ist, ob der Puck die Torlinie überquerte bevor das Tor aus der Verankerung gerissen wurde. (Es stand zu diesem Zeitpunkt nie zur Diskussion, ob der Puck in das Tor gegangen ist, oder nicht.)
  • Es kam zu einer Verzögerung, um einen einwandfreien Beweis der VGJ-Bilder zu erhalten. Die Bilder lieferten jedoch keinen eindeutigen Beweis, das Tor zu revidieren. Dies wäre zu einhundert Prozent erforderlich gewesen, um einen On-Ice-Call rückgängig zu machen.
  • Damit zählte das Tor.
  • Der EBEL Situation Room kam zum selben Ergebnis, da anhand der Bilder kein Beweis erkennbar war, warum dieses Tor nicht zählen hätte sollen.
Es ist auch wichtig zu beachten, dass, obwohl die TV-Bilder schlüssig zeigen konnten, dass der Puck nicht im Tor war – dies für die Spieloffiziellen und der Situation Room nicht möglich war (aufgrund der Technologie). Jeder Coach/Team hat die Möglichkeit, ein Ansuchen für eine VGR Entscheidung durch einen EBEL Mannschaftsoffiziellen zu stellen (Coaches Challenge). Diese Option wurde von ZNO nicht verwendet. Dies bedeutet nicht, ZNO für den Ausgang des Tores verantwortlich zu machen. Auf Grund der Reaktion der Spieler bzw. der gesamten Mannschaft von ZNO, welche wussten, dass der VGJ-Beweis verwendet wurde, um zu kontrollieren, ob das Tor verschoben war (nicht um zu überprüfen, ob der Puck im Tor war) und die nicht Inanspruchnahme einer Option (Coaches Challenge) um zu überprüfen, ob der Puck im Tor war oder nicht, zeigt, dass es weder für die Mannschaften noch die Schiedsrichter eindeutig war. Dies bestätigen auch die Live-Bilder.

Abschließend möchte ich festhalten, dass es zu einer anderen Entscheidung bei diesem Tor hätte kommen können, wenn die notwendigen HD-Kameras und bessere Technologie für das EBEL VGJ-System implementiert werden würden. Es ist bedauerlich, dass die richtige Entscheidung nicht getroffen werden konnte. Es ist ebenso bedauerlich, dass weder die Schiedsrichter noch der Situation Room zu diesem Zeitpunkt eine richtige Entscheidung treffen konnten (verfügbare Bilder waren nicht schlüssig). Die TV-Bilder, welche die richtige Entscheidung hätten liefern können, waren für die handelnden Personen (Teams, Schiedsrichter, Situation Room) zu diesem Zeitpunkt nicht verfügbar.

Das Tor zählt und der Ausgang des Spiels ist offiziell bestätigt.

Mit sportlichen Grüßen,
LYLE SEITZ

Textquelle: © LAOLA1.at

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