news

Was Bozen in der CHL erwartet

Der EBEL-Champion gegen zwei Brocken aus dem hohen Norden.

Was Bozen in der CHL erwartet Foto: © GEPA

Start in die Champions Hockey League 2018/19! Mit Meister HC Bozen, Vizemeister Red Bull Salzburg und Grunddurchgangssieger Vienna Capitals sind wieder drei EBEL-Klubs vertreten.

Der EBEL-Meister aus Südtirol bekommt es beim Comeback in Europa mit zwei Brocken aus dem hohen Norden zu tun, dafür steht diesmal der ganze Kader zur Verfügung. Am Freitag (19:45 Uhr) kommt Skelleftea in die Eiswelle, zwei Tage später (18:30 Uhr) zieht HIFK Helsinki nach.

Im Oktober stehen zwei Duelle mit dem polnischen Meister GKS Tychy an.

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller mit einer Einschätzung über die ersten Gegner der Foxes:

Skelleftea

Der in Österreich nur allzu gut bekannte Tommy Samuelsson ist seit Sommer der neue Coach in Skelleftea, Stefan Klockare und Bert Robertsson rückten ins zweite Glied zurück. Das Team veränderte sein Gesicht etwas mehr: So wurde etwa Ex-Flames-Goalie Joni Ortio (KHL) durch den Litauer Mantas Armalis ersetzt. Hört sich exotischer an als es ist, der baumlange Torhüter spielte schon bei Djurgardens, dem Farmteam der San Jose Sharks sowie zuletzt Dinamo Riga. Schmerzlichster Abgang des Sommers ist sicher Center Pär Lindholm, der sich dem Konkurrenzkampf bei den offensiv so starken Maple Leafs stellt. Ebenfalls nicht mehr dabei: Die beiden kanadischen Defender Morgan Ellis (Färjestad) und Mark Katic (Adler Mannheim).

Prominente Neue: Der Norweger Mathis Olimb (Linköping), dessen Bruder Ken Andre nach Düsseldorf zurückkehrte. Der finnische Flügel Juhamatti Aaltonen (Bern) gehört schon seit Jahren zu den talentiertesten Angreifern in Europa – sein Verzicht auf Defensivarbeit frustriert aber stets seine Coaches. Der nach Jahren aus der Nashville-Organisation zurückgekehrte Defender Petter Granberg sollte einen soliden Defensivpart herunterspielen. Der dunkelhäutige Flügel Edwin Hedberg ist ein Energiespieler mit schnellen Beinen.

Von den verbliebenen Spielern sind Joakim Lindström und Oscar Möller absolute SHL-Punktgaranten und Nationalspieler, Kapitän Jimmie Ericsson befindet sich mit 38 Jahren und einer langwierigen Verletzung in der letzten Saison auf der Zielgeraden seiner Karriere. Von der blauen Linie verspricht vor allem Jonathan Pudas die meiste Torgefahr.

Skelleftea geht natürlich als großer Gruppenfavorit ins Rennen – ihre unglaubliche SHL-Bilanz der letzten acht Jahre: Siebenmal im Finale, davon zweimal Meister!

 

HIFK Helsinki

Seit dem Meistertitel in der Saison 2010/11 schaffte es HIFK Helsinki nur mehr einmal ins Finale (2015/16), die letzten beiden Jahre verbrachte man in den Spielen um Bronze, die die Liiga als einzige mir bekannte Liga noch veranstaltet.

Das sind natürlich nicht die Ansprüche des einzigen Hauptstadtklubs, dem im Laufe der Jahre die Lokalrivalen Jokerit (KHL) und Espoo Blues (Bankrott) wegbrachen.

Das Gesicht des Teams änderte sich über den Sommer sehr – so gingen etwas Goalie Kevin Lankinen (Chicago) und Stürmer Antti Suomela (San Jose) nach Übersee. Neben Suomela werden auch der Schwede Patrik Carlsson (Frölunda), Jarkko Malinen (Tappara) sowie der zwar etwas langsame Vili Sopanen (Ingolstadt) sicher abgehen.

Der größte Name unter den Zugängen ist sicher Center Tommi Santala, der nach zehn(!) Legionärsjahren in Kloten nach Finnland zurückkehrte. Er ist aber mittlerweile 39 und war auch in jungen Jahren nie ein Speedster. Tempo und Energie bringt dafür der Kanadier Lucas Lessio, dafür fehlt es ihm an Übersicht. Ebenfalls schnell: Der kleinwüchsige Schwede Erik Thorell. Kapitän Lennart Petrell ist schon seit Jahren eher ein Mann fürs Grobe, was vor allem am kleinen Eis in der Jäähalli von Wert ist.

In der Defensive leistet sich HIFK immer einen Neanderthaler-Defender. Joe Finley kam vor zwei Jahren auf 142 Strafminuten, ehe er den größten Teil der letzten Saison verletzungsbedingt versäumte. Mein Tipp an Bozen: Nicht einmal ignorieren...

Teemu Eronen und der Kanadier Ryan O'Connor sind da schon eher die Leute für spielerische Akzente, ohne Powerplay-Wunderwaffen zu sein. Der Schwede Johan Motin verfügt über bescheidene spielerische Mittel, Aleksi Laakso schlug letzte Saison in Graz keine großen Wellen. Goalie Atte Engren halte ich seit Jahren für einen der besseren europäischen Torhüter.

HIFK ist sicher der Co-Favorit auf den Aufstieg in die nächste Runde, unschlagbar sollten die Finnen aber auch für Bozen nicht sein.

Kommentare