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Sinner trotz French-Open Blamage Favorit in Wimbledon

Neo-Grand Slam Gewinner Zverev kann befreit aufspielen, während Djokovic noch einmal zuschlagen möchte. Der Fokus der meisten ist allerdings auf das Comeback von Serena Williams gerichtet.

Sinner trotz French-Open Blamage Favorit in Wimbledon Foto: © IMAGO / Uk Sports Pics Ltd

Nur drei Wochen nach Paris beginnt am Montag das dritte Tennis-Grand-Slam-Turnier des Jahres. Auf dem "heiligen" Rasen von Wimbledon gilt Jannik Sinner trotz seines Flops bei den French Open als Titelfavorit.

Erster Herausforderer ist in Abwesenheit des rekonvaleszenten Carlos Alcaraz der frischgebackene Major-Sieger Alexander Zverev. Bei den Frauen ist das Feld offen, zumindest zu Beginn werden aber alle Augen auf das Comeback von Serena Williams gerichtet sein.

Die bereits 44-jährige Tennislegende gibt dann doch unerwartet auch ihr Single-Comeback an der Church Road. Im Doppel mit ihrer schon 46-jährigen Schwester Venus sind durchaus einige Rundengewinne drinnen, doch im Einzel wäre jeder Sieg der zweifachen Mama eine Überraschung.

Die 23-fache Majorsiegerin hat ihr bisher letztes Grand-Slam-Match vor fast vier Jahren in New York gespielt und trifft zum Auftakt auf die Australierin Maya Joint.

Keine klare Favoritin

Die Favoritinnen sind freilich andere, allerdings gibt es keine eindeutigen. So hat Titelverteidigerin Iga Swiatek seit vergangenem September auf der Tour kein Endspiel erreicht, in Paris, wo sie schon vier Mal triumphiert hatte, kam im Achtelfinale das Aus. Im Vorjahresfinale in Wimbledon gegen Amanda Anisimova (USA) hatte Swiatek kein Game abgegeben.

Die Weltranglisten-Erste Aryna Sabalenka aus Belarus stand noch nie im Endspiel in Wimbledon und hat auf Rasen auch noch nie ein Turnier gewonnen. Dafür hat die diesjährige Australian-Open-Siegerin Elena Rybakina 2022 schon einmal beim Rasenklassiker triumphiert.

Für sie setzte es im Queen's Club von London und in Berlin aber frühe Niederlagen, das Gleiche gilt für Mirra Andrejewa. Die Russin konnte ihren Schwung vom ersten Major-Titel in Paris vorerst nicht mitnehmen und verpatzte ihre Generalprobe in Bad Homburg. Coco Gauff kommt auch nur mit einem Berlin-Achtelfinale nach London.

Sinner bestritt nach Paris-Flop kein Turnier

Für Sinner wäre eigentlich schon in Paris alles angerichtet gewesen: Nach der Absage von Alcaraz schien der Weg frei zum Karriere-Grand-Slam, nur noch Roland Garros fehlt dem Südtiroler dazu. Doch es kam ganz anders. Sinner hatte in Runde zwei 6:3,6:2,5:1 gegen Juan Manuel Cerundolo geführt, ehe er, den Sieg vor Augen, mit der Hitze überhaupt nicht mehr klarkam und noch in fünf Sätzen verlor.

Dies brachte dem Weltranglistenleader Kritik von vielen Seiten ein, Andre Agassi bemängelte u.a. eine schwache Vorbereitung auch in Sachen möglicher fehlender Flüssigkeitszufuhr. Coach Darren Cahill stellte sich danach schützend vor Sinner. Fakt ist: Sinner hat seit jenem Aus kein Turniermatch mehr bestritten.

Ob Zverev nun der berühmte "Knopf" ganz aufgegangen ist, nachdem er die ewige Jagd nach dem ersten Major-Titel in Roland Garros beendet hat? Zverev zählt zu den Favoriten, auch wenn seine bisherige Wimbledonbilanz nicht dafür spricht. Bei bisher neun Auftritten waren drei Achtelfinali sein bestes Ergebnis, im Vorjahr schied er gar gleich zum Auftakt aus.

Gerade auf Rasen noch einmal mit einkalkulieren muss man - vielleicht zum letzten Mal bei einem Major - Novak Djokovic. Der 39-jährige Serbe, der immer noch dem 25. Grand-Slam-Titel nachjagt, hat im vergangenen Jänner nach einem Sieg über Sinner im Halbfinale bei den Australian Open das Finale erreicht.

Diesen müsste er auf dem Weg zum Tennis-Märchen erneut im Halbfinale aus dem Weg räumen, da er sich in der gleichen Rasterhälfte befindet. Da das Spiel Sinner-Djokovic schon im Semifinale stattfinden würde, gibt es zumindest einen erstmaligen Wimbledonfinalisten bei den Männern.

Weiter Medien-Teilboykott wegen Preisgeld

Obwohl der Sieger und die Siegerin in Wimbledon 4,16 Mio. Euro einstreifen und das Preisgeld weiter angehoben wird, werden die schon bei den French Open begonnenen Protestmaßnahmen der Topspieler auch im All England Tennis Club weitergehen.

Diesmal soll die in Paris auf 15 Minuten reduzierte Medienzeit auf die gesamte erste Woche ausgedehnt werden. Es geht weiterhin darum, dass den Spielerinnen und Spielern der Anteil an den Gesamteinnahmen mit knapp 15 Prozent zu wenig ist. Gesamt werden in Wimbledon 64,2 Mio. Pfund (74,25 Mio. Euro) ausgeschüttet, im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent mehr.

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