Vondrousova nach Dopingsperre: "Sie zerstören Menschenleben"
Die Tschechin wurde nach einem verweigerten Dopingtest für vier Jahre gesperrt, nun findet sie kritische Worte in Bezug auf die ITIA und hinterfragt das Vorgehen bei der Kontrolle.
Die frühere Wimbledonsiegerin Marketa Vondrousova setzt sich nach ihrer Dopingsperre zur Wehr und äußert kritische Worte gegenüber der ITIA (International Tennis Integrity Agency).
"Sie zerstören Menschenleben", sagt die Tennisspielerin, die nach einem verweigerten Dopingtest für vier Jahre - bis 21. Juni 2030 - gesperrt wurde (mehr dazu >>>).
Gegenüber der tschechischen Zeitung "iSport" schildert sie die Geschehnisse rund um den 3. Dezember 2025 und hinterfragt das Vorgehen der Testung.
Vondrousova verweigert Kontrolleurin Zugang
Die 26-jährige Wimbledonsiegerin von 2023 verweigerte einer Kontrolleurin den Eintritt in ihre Wohnung in Prag: "Sie hätte sich ausweisen müssen und auch mich identifizieren müssen", bemängelt sie, nachdem ihr kein Ausweis vorgelegt wurde.
Vondrousova ergänzt zudem: "Wäre statt mir meine Schwester heruntergekommen, die mir ähnlich sieht, hätte die Kommissarin das nicht bemerkt."
Diese Tatsache, dass die Kontrolleurin keinen Ausweis zeigte, bestätigte die Betroffene auf Nachfrage der Anwältin der Athletin. Die ITIA berücksichtigte das Vorliegen dieses Fehlers in der Urteilsfindung jedoch nicht.
Angststörung als Ursache
Zudem erklärt die Athletin, dass sie nachts keine fremden Menschen in ihre Wohnung lassen würde. Die Frau ließ jedoch nicht locker, daher unterschrieb die Tschechin laut eigener Aussage ein Formular. "Ich sah darin die einzige Lösung, sie zum Gehen zu bewegen", meint sie. "Ich glaube nicht, dass das gut für Sie ist", bekommt sie daraufhin zu hören.
Die ITIA verteidigt jedoch das Vorgehen der Frau: "Unsere Tester sind gut trainiert und professionell (...) Sie tragen immer ihre ID mit sich, sodass die Spieler die Identität verifizieren können, wenn sie sich unsicher fühlen."
Die ehemalige Nummer sechs der Welt sieht die Lage anders: "So verhält sich ein Profi nicht. Wenn nachts jemand in dein Haus eindringen will und sich weigert, sich auszuweisen, ist das für einen Menschen mit einer Angststörung eine absolute Katastrophe." An einer Angststörung würde sie schon seit Jahren leiden.
Zieht Vondrousova vor internationalen Sportgerichtshof?
Die Aussage der ITIA, dass alle Vorschriften eingehalten wurden, ärgert sie besonders. Es soll behauptet worden sein, dass die Spielerin die Angestellte der Agentur gehindert hätte, ihre Identität zu beweisen.
"Sie versuchten es so darzustellen, als wäre das Ganze furchtbar schnell abgelaufen und ich hätte ihr keine Chance gegeben", sagt sie über den rund zehnminütigen Vorfall. Auch das Gericht glaubte ihr nicht.
Die Tschechin überlege nun, den Vorfall an den internationalen Sportgerichtshof weiterzuleiten.
Ihr letztes Turnier bestritt die Spielerin Mitte Jänner.