Sein erster Grand-Slam-Sieg in Paris im Juni dürfte Zverev über eine erneute Finalniederlage hinwegtrösten. Entsprechend sportlich nahm er das Ergebnis: "Ich mag dich nicht mehr wirklich, ich habe davor schon neun Mal in Folge gegen dich verloren", meinte er lächelnd nach Niederlage Nummer zehn.
"Gratulation, er hat einmal mehr gezeigt, wieso er der beste Spieler der Welt ist. Es war schön, den Center Court mit dir im Finale zu teilen."
Ein spezielles Turnier
Beide Spieler gerieten nach dem Endspiel beim Rasen-Klassiker regelrecht ins Schwärmen. Einen solchen Support habe er in Wimbledon noch nie gespürt, sagte etwa Zverev. "Ihr seid ein Grund dafür, wieso ich bis ins Finale gekommen bin", lobte er das Publikum. "Es ist eine große Ehre, hier am Center Court zu spielen - auch wegen der Royal Box."
Ähnliche Worte fand auch Sinner: "Es ist das speziellste Turnier des Jahres." Die Nervosität, die man am Sonntagmorgen vor dem Finale verspüre, sei kaum zu beschreiben. Und: Man wisse nie, wie oft man die noch verspüren könne.
"Ihr seid sehr nahe dran"
Die Trophäe erneut gewonnen zu haben, sei "großartig." Und an Zverev nach dessen zweitem Major-Finale innerhalb kurzer Zeit, gerichtet: "Wenn ihr so weitermacht, werdet ihr das bald auch hier haben." Daran glaubt auch der Deutsche. "Ich bin 29 und glaube erstmals daran, hier einen Titel holen zu können", richtete er dankend an sein Team.
Sinner und sein Staff sind gewarnt. "Euer Ziel ist es, die Nummer eins der Welt zu sein. Ihr seid sehr nahe dran, wir müssen nun sehr vorsichtig sein."
Sagte er, und lachte. Zumindest an diesem Tag in London fehlte doch noch ein kleines bisschen.