Qualifikant schaltet Mitfavorit in Wimbledon sensationell aus
Der Finne gewinnt gegen die Nummer 4 des Turniers in fünf Sätzen. French-Open-Sieger Sascha Zverev hat bei seinem ersten Auftritt zu kämpfen.
Otto Virtanen sorgte für die bisher größte Überraschung der diesjährigen Wimbledon-Auflage.
Der finnische Qualifikant setzte sich am Dienstag gegen den als Nummer 4 gesetzten US-Amerikaner Ben Shelton nach einem 4:21-Stunden-Kampf mit 6:4, 3:6, 6:7 (8), 6:2, 7:6 (9) durch.
Nur auf Platz 140 im ATP-Ranking gelegen, wehrte Virtanen bei 8:9 im entscheidenden Tiebreak sogar einen Matchball ab. French-Open-Sieger Alexander Zverev kam gegen Alexander Blockx in vier knappen Sätzen weiter.
Für Virtanen war es gegen die Nummer 5 der Welt sein bisher wertvollster Sieg. "Ich weiß nicht, ob ich noch ein Herz habe", scherzte Virtanen, als er nach seinem Nervenkostüm im Finish befragt wurde. In der Vorbereitung auf Wimbledon hat er bei zwei Rasenchallengern erst im Finale verloren.
Alexander Zverev nach Problemen weiter
Erleichtert war auch Alexander Zverev, der sein erstes Wimbledonmatch als Major-Sieger bestritt, nach einer echten Prüfung gegen den Belgier Blockx.
Rund drei Wochen nach seinem emotionalen ersten Grand-Slam-Triumph in Paris zog der 29-Jährige mit einem hart erarbeiteten 6:4, 6:7 (8), 7:6 (5), 7:6 (0) in die zweite Runde ein. Zverev möchte an der Church Road endlich weiter kommen als nur bis ins Achtelfinale.
"Roland Garros im Kopf zu haben, hilft", sagte Zverev im Siegerinterview. "Es ist die größte Ehre, auf diesem Court zu spielen. Ich habe hier zu kämpfen, das ist kein Geheimnis."
Gegen Blockx sei es für ihn schwer gewesen, konzentriert zu bleiben. "Es war sehr schwer für mich, die Konzentration zu halten. Wir kamen nicht zum Tennisspielen. Aufschlag, Return und fertig."
Mühe für Swiatek und Rybakina
Viel Mühe hatte die Titelverteidigerin Iga Swiatek, auch wenn das Ergebnis es nicht so sehr ausdrückt. Die als Nummer 3 gesetzte Polin rang die US-Amerikanerin Taylor Townsend 6:1, 2:6, 6:3 nieder.
Wie sehr sie sich unter Druck gesetzt hatte, sah man danach, als sie trotz eines eigentlich normalen Erstrundensiegs weinte. "Ich habe harte Wochen hinter mir, in der Saison ist nicht so viel so gelaufen", sprach sie u.a. auch einige Dreisatz-Niederlagen an.
Auch die als Nummer zwei gesetzte Kasachin Elena Rybakina, die 2022 in Wimbledon triumphiert hatte, hatte gegen die Französin Lois Boisson beim 6:4, 1:6, 6:3 Schwierigkeiten.
Nicht so gut davon kam die Ukrainerin Elina Svitolina, die Nummer 8 des Turniers musste sich ihrer Landsfrau Daria Snigur 5:7, 2:6 beugen. Die Ehefrau von Gael Monfils vergab dabei im ersten Satz eine klare 4:0-Führung.