Happy End! Zverev: "Ich hatte hier meine schlimmsten Momente"
Alexander Zverev hat sich den Traum vom ersten Grand-Slam-Titel erfüllt. Just an jenem Ort, der ihm schon große Schmerzen bereitet hatte.
Alexander Zverev ist endlich ein Grand-Slam-Sieger.
Der 29-jährige Deutsche hat seinen langgehegten Traum bei den French Open 2026 erfüllt. In einem packenden Endspiel setzte sich der Weltranglisten-Dritte gegen Final-Debütant Flavio Cobolli aus Italien in fünf Sätzen durch. Spielbericht >>>
Er ist damit nicht mehr der "Unvollendete". Zverev hatte lange Zeit als bester Tennisspieler ohne Major-Titel gegolten und war immer wieder darauf reduziert worden, trotz Olympia-Gold oder zwei ATP-Finals-Titeln.
Nun ist der Hamburger der erste Roland-Garros-Sieger aus Deutschland in der Profi-Ära überhaupt.
"Wir sind jetzt Grand-Slam-Champions"
Nach einer Spielzeit von 4:16 Stunden sank das neue Siegergesicht auf der Major-Bühne mit Tränen in den Augen zu Boden.
Bei seinem ersten Interview auf dem ausverkauften Court Philippe-Chatrier wirkte Zverev schon deutlich gefasster: "Dieser Court bedeutet mir so viel: Ich hatte die besten Momente meines Lebens auf diesem Court und auch die schlimmsten."
Er erinnerte sich u.a. an das bittere Halbfinale 2022 in Paris. "Ich bin in dem Eck da drüben gelegen, als ich mir gegen Nadal alle Bänder gerissen habe und habe vor zwei Jahren das Finale verloren. Und nun endlich gibt es ein Happy End."
Sein größter Dank galt dem von seinem Vater angeführten Team. "Um ehrlich zu sein, wir haben so viel durchgemacht, Verletzungen, Niederlagen, aber am Ende des Tages sind wir jetzt Grand-Slam-Champions."
Cobolli: Zwischen Freude und Trauer
Sein Widersacher an diesem sonnigen Nachmittag in der französischen Hauptstadt zeigte sich als großer Verlierer. Cobolli, der mit Zverev befreundet ist, kam gleich nach dem Matchball zum Deutschen und umarmte ihn.
"Es ist nicht leicht für mich, aber: Wenn mich jemand gefragt hätte, wer es mehr verdient hätte, hätte ich immer dich genannt", sagte der 24-jährige Italiener.
Er sei glücklich für Zverev, aber auch traurig, da ihm nicht viel auf seinen ersten Grand-Slam-Titel gefehlt hat. Der junge Mann aus Florenz konnte Zverev nach einem nervösen Start lange fordern. Am Ende sind ihm aber die Körner ausgegangen.
"Ich war nahe dran, ich fühle es", meinte der Aufsteiger und fügte hinzu: "Jetzt, wo du deinen Traum erreicht hast, lass mich das nächste Mal gewinnen. Ich bin immer noch jung, es ist noch nicht vorbei."