Attraktiver Davis-Cup-Gegner für ÖTV

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Nach dem sensationellen Triumph gegen Russland kennt Österreich seinen nächsten Gegner im Davis Cup.

Das Team von Kapitän Stefan Koubek trifft im Playoff zuhause auf Australien, das ergibt die Auslosung am Dienstag. Spieltermin ist der 14. bis 16. September. Mit insgesamt 28 Siegen zählt Australien nach den USA zur erfolgreichsten Davis-Cup-Nation.

Die acht Gewinner-Teams sichern sich den Einzug in die Weltgruppe für 2019. Österreich fixierte die doch unerwartete Playoff-Teilnahme durch einen 3:1-Erfolg in Russland.

Die von Lleyton Hewit betreuten Australier sind in Runde eins der Weltgruppe Deutschland daheim mit 1:3 unterlegen und ins Playoff gerutscht. Aktuelle Einzel-Topspieler sind Nick Kyrgios (ATP-24.), Matthew Ebden (77.), John Millman (89.) und Jordan Thompson (99.). Bekannte Namen tragen auch Alex de Minaur (114.), Thanasi Kokkinakis (148.) und Bernard Tomic (185.). Doppel-Star ist Tom Peers (5.).

Koubek: "Hart, aber machbar"

Österreichs Kapitän Stefan Koubek freute sich vor allem über das Heim-Los. "Das ist super, das ist positiv", sagte der von den Feierlichkeiten nach dem 3:1-Sieg gegen Russland noch heisere Kärntner zur APA. "Es ist ein harter Gegner, aber definitiv machbar." Trotz allem spielt aber der Weltranglisten-8. gegen den -22. "Leicht wird's nicht, es ist ein Super-Team. Aber mit der Euphorie, die in Russland entstanden ist, ist alles möglich."

Koubek macht sich bereits Gedanken über die Aufstellung. Dabei gelte es, zwei Aspekte zu berücksichtigen. „Die Loyalität derer, die zuletzt so erfolgreich waren. Und natürlich Dominic Thiem. Er kann den Unterschied ausmachen, das wissen auch die Spieler.“

Koubek werde den Dialog suchen. „Ich habe als Kapitän noch nie im Drüberfahren entschieden, sondern immer nach langen Gesprächen. Diesmal machen wir es so, dass wir uns alle in den nächsten Wochen zusammensetzen und herausfinden, was das Beste für unser Team ist.“

Suche nach Austragungsort

Auch die Bodenbeschaffenheit werde dann ein Thema sein, Koubek tendiert zu Sand. „Fakt ist, dass wir ein Sandplatz-Land sind und Australien ein Hartplatz-Land ist.“ Dass im bewährten Modus gespielt wird, sieht der Erfolgscoach mit gemischten Gefühlen. „Wir haben wieder den klassischen Daviscup, wie ich ihn kenne – mit langen, spannenden Matches. Andererseits ist uns das neue Format in Moskau sehr entgegengekommen.“

ÖTV-Geschäftsführer Thomas Schweda hat sich bereits auf die Suche nach dem idealen Austragungsort gemacht. Dabei gelte es, einige Fragen beantwortet zu wissen. „Erst müssen wir klären, ob Outdoor oder Indoor gespielt wird. Und wo es die beste, nicht nur budgetäre, Unterstützung seitens der Länder gibt.“ Freilich sei das Heimspiel ein Segen. „Wir haben jetzt fünf Monate Zeit, die Werbetrommel zu rühren und unseren Sport zu promoten, damit wir den Fans im September ein Rambazamba bieten können.“

Klare Ergebnisse in der Vergangenheit

Die Chance, nach sechsjähriger Pause im nächsten Jahr wieder der 16 Teams umfassenden Elite-Gruppe anzugehören, ist für Österreich jedenfalls durchaus da - vor allem aufgrund des Heimrechts. Die beiden jüngsten Vergleiche mit den Australien endeten jeweils mit 5:0-Heimerfolgen. 1989 im Wiener Ferry-Dusika-Stadion siegten Horst Skoff, Thomas Muster und Alexander Antonitsch souverän, 2005 in Sydney erlitten Alexander Peya, Jürgen Melzer, Julian Knowle und Marco Mirnegg ein Debakel.

Dass die Australier im Head-to-Head 2:1 voran sind, liegt am bereits 1905 in London ausgetragenen Duell, als es ebenfalls ein 5:0 gab. Mit 28 Titelgewinnen sind die Australier im ewigen Ranking die Nummer zwei hinter den USA (32). Österreichs größte Helden-Tat nimmt sich dagegen mit dem Halbfinal-Einzug 1990 hingegen bescheiden aus. Allerdings ist liegt der bisher letzte australische Coup bereits 15 Jahre zurück, als es 2003 in Melbourne ein 3:1 gegen Spanien gegeben hat.

Danach schaffte es die stolze Tennis-Nation nicht wieder in ein Endspiel. Von 2008 bis 2013 spielten die Australier in der ersten Kontinentalzone, ehe der Aufstieg gelang. Seit 2014 sind die Australier durchgehend Weltgruppen-Nation, wobei 2015 gegen Großbritannien und 2017 gegen Belgien jeweils erst im Halbfinale mit 2:3 Endstation war.

"Skandal-Boy" und Youngster

Mit Lleyton Hewitt verfügen die Australier über einen klingenden Namen auf dem Kapitänsposten. Der ehemalige Weltranglisten-Erste setzte gegen die Deutschen mit "Skandal-Boy" Nick Kyrgios den aktuell klar besten Einzelspieler in der Weltrangliste ein (24.) und vertraute zudem auf den damals noch 18-jährigen Alex de Minaur (114). Mit Matthew Ebden (77.) und John Millman (89.) waren zwei weitere Top-100-Spieler nominiert. Klar bester Doppelspieler ist John Peers, der Weltranglisten-Fünfte spielte mit Ebden.

Hewitt ist in mehrerer Hinsicht Australiens Davis-Cup-Rekordler. Er brachte es als Spieler auf 42 Länderkämpfe, 58 Siege und davon 42 im Einzel. Alles national unerreicht, ebenso wie die 18 Jahre, in denen der heute 37-Jährige zum Einsatz gekommen ist. Zuletzt war der Rechtshänder 2016 bei seinem Debüt als Kapitän im (Doppel-)Einsatz, als er sich selbst nachnominierte. Hewitts Jahrgangskollege Jürgen Melzer spielte beim 3:1-Sieg in Russland in seinem schon 20. Davis-Cup-Jahr.

Die Australier verfügen mit dem 23-jährigen Jordan Thompson (99.) und dem 21-jährigen Thanasi Kokkinakis (148.) über weitere Spieler mit Einsatz-Potenzial. Sie haben mit aktuell sechs Leuten in den Top 150 in diesem Bereich auf jeden Fall eine größere Leistungsdichte als die Österreicher. Dass das nicht ausschlaggebend sein muss, hat die ÖTV-Equipe in Russland bewiesen. Dennoch würde eine Teilnahme von Dominic Thiem (7.) die ÖTV-Aufstiegschancen kräftige noch oben schrauben.

Die Weltgruppen-Playoffs im Überblick:

Textquelle: © LAOLA1.at

Davis Cup: Spanien nach Marathon im Halbfinale

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