Melzer: "Wir waren ein Team"

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Jürgen Melzer hat die Gründe für den sensationellen 3:1-Erfolg des ersatzgeschwächten ÖTV-Teams im Davis Cup gegen Russland schnell gefunden.

"Weil wir die Woche ein Team waren. Wir haben uns immer wieder aufgepusht. Wir haben gesagt, wenn wir hier gewinnen wollen, müssen wir zusammenhalten", erklärt der 36-Jährige, der mit seinem Erfolg über Evgeny Donskoy den Sieg fixierte.

Auf wen die Österreicher am 14./15. September im Kampf um den Aufstieg in die Weltgruppe treffen, wird am Dienstag ausgelost.

Attraktive Gegner

Die genaue Aufteilung der 16 Teams wird erst die zu Wochenbeginn aktualisierte Weltrangliste bringen, die Österreicher werden aber sicher ungesetzt sein. Demnach drohen Gegner wie Argentinien, Großbritannien, Australien, die Schweiz oder Serbien. Gegen die Briten und Australier etwa gebe es die erhoffte Heimpartie, gegen die Argentinier ginge es allerdings auswärts.

Dass aber keine Aufgabe von vorneweg unlösbar ist, haben Jürgen Melzer und Co. in der russischen Hauptstadt gezeigt. Ohne Dominic Thiem, Gerald Melzer, Oliver Marach sowie Alexander Peya und damit weit entfernt von der denkbar stärksten Formation führte der 36-jährige Melzer die Seinen am Samstag mit eineinhalb Punkten zum Auswärtssieg. Den fehlenden halben Samstag-Punkt steuerte der Vorarlberger Philipp Oswald an Melzers Seite im Doppel bei.



Melzer "überglücklich"

Der 36-jährige Melzer hat nun 20 Saisonen in Folge im Davis Cup gespielt, 1999 hatte er bei einem 3:2-Erfolg gegen Schweden debütiert. Bei insgesamt 34 Länderkämpfen bestritt der Niederösterreicher 74 Partien. Im Doppel hat er eine positive Bilanz von zwölf Siegen und elf Niederlagen, im Einzel gewann er 34 und verlor 40 Matches. Bemerkenswert an seiner nunmehrigen Leistung ist vor allem, dass er erst Ende März aus einer neunmonatigen Verletzungspause zurückgekehrt war.

"Ich bin natürlich überglücklich nach so einem Match", sagte Melzer nach dem gegen Jewegenij Donskoj gewonnenen entscheidenden Einzel. "Man träumt natürlich von so etwas." Für das Gelingen des Husarenstücks hatte er eine simple Erklärung: "Weil wir die Woche ein Team waren. Wir haben uns immer wieder aufgepusht. Wir haben gesagt, wenn wir hier gewinnen wollen, müssen wir zusammenhalten." Sollte er auch im Play-off gebraucht werden, stünde er zur Verfügung.

Schweda "völlig überwältigt"

Der seit 2015 amtierende Koubek ist nun noch einen Länderkampf-Sieg vom ersehnten Weltgruppen-Einzug entfernt. "Dass es so läuft gegen so eine starke russische Mannschaft, ist einfach Wahnsinn", meinte der Kärntner. "Es ist länger her, dass wir als krasser Außenseiter wohin fahren und so gewinnen." Melzer habe einfach mentale Stärke bewiesen und das nach Hause gespielt. Koubek hob die Teamleistung hervor. Dazu zählt auch die starke Leistung von Dennis Novak im Auftakt-Einzel.

Glücklich war auch ÖTV-Geschäftsführer Thomas Schweda: "Ich bin völlig überwältigt, wie die Burschen gespielt haben - der Dennis allen voran, Ossi (Oswald, Anm.) ist im Doppel eine Macht gewesen. Und was der Jürgen geleistet hat, ist unglaublich." Der neue ÖTV-Präsident Werner Klausner stimmte ein: "Unsere Nationalmannschaft hat einen heroischen Kampf gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner abgeliefert. Laut Papierform hatten wir keine Chance. Diese haben wir aber genutzt."



Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang»
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