Endstand
3:2
3:6 , 3:6 , 6:4 , 6:4 , 6:3
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Starkes Comeback! Jannik Sinner holt ersten Major-Titel

Der Südtiroler dreht ein schon verloren geglaubtes Australian-Open-Finale gegen Daniil Medvedev.

Starkes Comeback! Jannik Sinner holt ersten Major-Titel Foto: © getty

Jannik Sinner darf sich nach einem harten Stück Arbeit über den ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere freuen!

Der 22-jährige Südtiroler dreht am Sonntag im Endspiel der Australian Open gegen den Russen Daniil Medvedev einen 0:2-Satz-Rückstand nach einem wahren Kraftakt noch in einen 3:6, 3:6, 6:4, 6:4, 6:3-Erfolg.

Im Head-to-Head verkürzt Sinner damit auf 4:6. Die letzten vier Duelle gegen Medvedev entschied der Djokovic-Bezwinger für sich - unter anderem das Finale der Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle.

 

Medvedev verpasste in seinem sechsten Grand-Slam-Finale seinen zweiten Titel nach den US Open 2021.

Knapp 2 Millionen Dollar Preisgeld

Der "winner" Sinner darf sich über einen Siegerscheck in Höhe von umgerechnet 1,93 Mio. Euro freuen. Im Ranking bleibt er vorerst noch Vierter, doch was er aus Melbourne auch noch mitnehmen darf: Er hat auch die Sensationsserie von Novak Djokovic in Melbourne im Halbfinale beendet und den 25. Grand-Slam-Titel des Serben verhindert.

Medvedev lag zunächst klar auf Siegeskurs. Er präsentierte sich von Anfang bärenstark und übernahm sofort das Kommando. Im Vergleich zu den Vorrunden spielte er mit weit höherer Geschwindigkeit bei den Grundschlägen und ließ so Sinner, der erstmals auf diesem Level im Endspiel stand, gar nicht ins Spiel kommen. Ein frühes Break zum 2:1 war schon die Vorentscheidung, zumal Medvedev beim eigenen Service nichts anbrennen ließ. Mit dem dritten Satzball holte er nach 36 Minuten zum 6:3 gar noch ein zweites Break gegen den Südtiroler.

Auch in Satz zwei ging es zunächst in dieser Tonart weiter: Mit Breaks zum 3:1 und 5:1 lag Medvedev flott wieder klar voran, dann gelang Sinner ein Rebreak und er verkürzte auf 3:5. Im neunten Game wurde Medwedew ob des kurzen Aufbäumens von Sinner etwas nervös und der Italiener hatte sogar noch eine Chance auf ein weiteres Break. Dann nutzte Medvedev aber seinen zweiten Satzball zum 6:3 nach 1:22 Stunden. Das gleiche Ergebnis wie im ersten Satz, zumindest zeigte Sinner im Finish aber mehr Gegenwehr.

Sinner gibt der Partie eine Wende

Der dritte Durchgang verlief ausgeglichener, zumal diesmal beide Protagonisten in ihren Aufschlag-Games souverän agierten. Doch im zehnten Game eröffnete sich für Sinner die Chance. Medvedev verwandelte ein 0:30 noch zum 40:30, doch danach nutzte Sinner die erste Möglichkeit zum Break und Satzgewinn. Nach 2:09 Stunden schaffte es Sinner in die "Verlängerung".

Das Spiel stand ab nun auf der Kippe. Sinner schöpfte Selbstvertrauen, während bei Medvedev , der im gesamten Turnierverlauf fast sechs Stunden mehr auf dem Platz verbracht hatte, die Power in den Grundschlägen nicht mehr an jene der ersten beiden Sätze heranreichte. Sinner vergab aber je eine Breakchance zum 2:0 bzw. 3:1, danach fing sich Medvedev wieder und ließ selbst bei 3:3 eine wohl vorentscheidende Breakchance aus. Das sollte sich rächen, denn Sinner nutzte wie im Satz davor im zehnte Game seinen einzigen Satzball und erzwang mit dem 6:4 den nächsten Fünf-Satz-Kampf für Medvedev .

Sein vierter im siebenten Spiel in Melbourne, zweimal davon hatte Medvedev ein 0:2 in Sätzen noch gedreht. Nun drohte ihm selbst dieses Schicksal, eine 2:0-Führung im Melbourne-Finale aus der Hand zu geben. Zudem war ihm dies vor fast exakt zwei Jahren im Endspiel gegen Rafael Nadal passiert, als der Spanier ihm den Melbourne-Titel noch entriss.

Jetzt waren dem Russen die gesamten Strapazen des Turniers anzumerken, er versuchte die Rallyes kurz zu halten und Sinner nutzte dies beinhart aus. Das Break zum 4:2 war dann nach 3:33 Stunden die Vorentscheidung. Zehn Minuten später servierte Sinner zum Triumph aus und ließ sich vor Freude auf den Rücken fallen.

Am Turnierschlusstag wurden übrigens die eindrucksvollen Rekord-Besucherzahlen im Melbourne Park noch einmal nach oben geschraubt: Nun hat man in den 15 Turniertagen des Hauptbewerbs ebenfalls erstmals die Millionenmarke (1,020 Mio.) überboten, in den drei Turnierwochen inklusive Qualifikation waren es 1,11 Millionen.

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