Blitzstart vom "Djoker"
Im Generationenduell legt der Serbe einen Start wie aus dem Bilderbuch hin. Ihm gelingt gegen den 16 Jahre jüngeren Carlos Alcaraz ein frühes Break zum 3:1. Alcaraz kann zu oft nur reagieren, während der 24‑fache Grand‑Slam‑Champion das Spiel klar diktiert und das Tempo vorgibt.
Der "Djoker" baut im ersten Durchgang weiter Druck auf, während der Spanier nervös und verunsichert wirkt. Djokovic lässt der Nummer eins der Welt kaum Angriffsmöglichkeiten, und der Spanier findet überhaupt nicht in die Return‑Games hinein. Der erste Satz geht klar mit 6:2 an Djokovic.
Alcaraz schlägt zurück
Die frischen 16 Grad auf dem Court sind alles andere als nach dem Geschmack des jungen Spaniers, doch Alcaraz lässt sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Der 22‑Jährige setzt vermehrt auf lange Rallys, zwingt Djokovic in die Defensive und versucht, den Serben physisch zu fordern. Denn der Routinier muss seine Kräfte klug einteilen, um dem Tempo des Spaniers standhalten zu können.
Alcaraz wird für seinen Mut belohnt, heizt das Publikum an und reißt mit einem frühen Break zum 2:1 das Momentum an sich. Mit 6:2 holt er sich den zweiten Satz und stellt das Match wieder auf Anfang.
Die Nummer eins der Welt präsentiert sich nun klar präsenter und dominanter auf dem Court. Djokovic agiert bemerkenswert ruhig, lässt bislang kaum Emotionen nach außen dringen.
Alcaraz behält die Oberhand
Im dritten Satz entwickelt sich ein offener Schlagabtausch, denn beide Spieler bewegen sich nun auf ähnlichem Niveau. Während Alcaraz weiterhin versucht, die Ballwechsel lang und intensiv zu gestalten, wirft Djokovic alles in die Waagschale – er weiß, dass er nur mit maximalem Aufwand gegen die Nummer eins bestehen kann. Es entwickelt sich ein echter Fight um das Aufschlagspiel von Alcaraz. Der Spanier bleibt jedoch stabil, wehrt mehrere druckvolle Angriffe ab und zwingt Djokovic immer wieder in die Länge.
Der Serbe wirkt nach diesem kräftezehrenden Game sichtbar angeschlagen, hat Probleme beim eigenen Service, Alcaraz nutzt das aus und sichert sich das Break zum 3:2. Nach mehreren spektakulären Ballwechseln behält der Spanier die Oberhand und macht es "Nole" zunehmend schwer, ein wirksames Mittel zu finden.
Beim Stand von 3:5 gerät Djokovic erneut mit seinem Aufschlag ins Wanken. Nach einem langen Einstand-Game schlägt schließlich der Mann aus Murcia erneut zu, holt sich den Satz mit 6:3 und stellt auf 2:1‑Führung.
Spannung im vierten Satz
Im vierten Satz ringt Djokovic gleich zu Beginn, um nicht gleich mit Break in Rückstand zu geraten. Alcaraz vergibt dabei mehrere Breakbälle und erstmals lässt Djokovic Emotionen zu, als er seinen Aufschlag hält und auf 1:1 stellt. Doch der Youngster lässt sich davon auch im vierten Satz nicht beirren und zeigt immer wieder mit unfassbaren Schlägen sein Talent.
Doch auch Djokovic gibt alles, lässt emotional und auch körperlich alles auf dem Platz. Beim Stand von 4:4 erarbeitet sich der 38-Jährige einen Breakball, vergibt diesen aber leichtfertig. Auch danach bleiben die Aufschlagspiele umkämpft, doch beim Stand von 5:6 aus Sicht von Djokovic kann dieser dem Druck nicht standhalten. Carlos Alcaraz verwertet seinen ersten Matchball zum 7:5 und schreibt als jüngster Spieler, der einen Karriere‑Grand-Slam holt, Tennisgeschichte.
Mit seinem Sieg über Novak Djokovic triumphiert er erstmals bei den Australian Open. Als besondere Erinnerung an diesen Meilenstein möchte sich der junge Spanier ein Känguru tätowieren lassen – wie er bereits im Vorfeld verriet.