Nadal beendet vorzeitig seine Saison

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Kurz nach seiner Drei-Satz-Niederlage gegen David Goffin in seinem ersten Gruppen-Spiel beim ATP World Tour Finale in London verkündet Rafael Nadal bei der anschließenden Pressekonferenz sein vorzeitiges Saisonende.

Der Spanier habe schon während des Spiels entschieden, die noch ausstehenden Gruppen-Spiele nicht mehr bestreiten zu wollen. Auch ein Sieg über Goffin hätte daran nichts geändert.

Schon im Vorfeld des Turniers stand Nadals Antreten in London aufgrund einer Knieverletzung in Frage.

Der Weltranglisten-Erste wird nun von dessen Landsmann Pablo Carreno Busta ersetzt, der am Mittwoch der nächste Gegner von Dominic Thiem sein wird.

"Meine Saison ist vorbei. Ich hatte ein Commitment mit dem Turnier, dieser Stadt und mit mir selbst und ich habe alles probiert", erklärte Nadal. Doch die Schmerzen waren in diesem Spiel zu groß. "Es war ein Wunder, dass ich das Match so eng gestalten konnte. Es macht wirklich keinen Sinn", gestand der Mallorquiner.

Keine Tränen

Nadals Antreten war schon vor Turnierbeginn wegen jener Knieverletzung fraglich gewesen. Die Entscheidung ist übrigens nicht mit der Niederlage begründet. "Ich habe das schon während des Spiels entschieden, auch wenn ich gewonnen hätte. Ich glaube wirklich, dass ich es nicht verdient habe, nach einer so tollen Saison noch zwei Tage mit so schlimmen Gefühlen auf dem Platz zu verbringen", sagte der zehnfache French-Open-Sieger, der in diesem Jahr sechs Titel geholt hat. Schon vor London hatte er sich die Nummer-eins-Position zum Jahresende gesichert.



Er sei natürlich enttäuscht, aber er werde nicht weinen. "Ich hatte eine großartige Saison. Danke, schöne Weihnachten euch allen", sagte Nadal mit einem Lächeln zur Journalistenschar. Statt Nadal wird nun in der Gruppe "Pete Sampras" Ersatzmann Pablo Carreno Busta spielen. Dieser ist wiederum der nächste Gegner von Dominic Thiem am Mittwoch. Zum ersten Duell Thiem - Nadal, das nicht auf Sand stattfindet, kommt es damit frühestens 2018.

Goffin schätzt Sieg hoch ein

Für den als Nummer 7 gesetzten David Goffin war der Sieg über Nadal nach 2:37 Stunden aber trotzdem einiges wert. Goffin, der im dritten Aufeinandertreffen mit dem Topstar aus Spanien den ersten Sieg feierte, war noch auf dem Court überglücklich. "Er ist einer der mental am stärksten Spieler auf der Tour. Es war so schwer, das Match zu beenden", gestand Goffin, der schon im zweiten Satz vier Matchbälle vorgefunden hatte. "Ich bin so glücklich, dass ich dann endlich den Schlüssel gefunden habe, zu gewinnen. Und das mir das hier beim Masters gelungen ist, war besonders speziell."

Das Match entwickelte sich von Beginn weg zu einer Hochschaubahn. Nadal geriet gleich einmal mit 1:3 in Rückstand, schaffte aber das Rebreak zum 3:3. Bei 6:5 durchbrach der Außenseiter aus Belgien neuerlich den Aufschlag des Weltranglisten-Ersten, Nadal rettete sich mit einem weiteren Rebreak ins Tiebreak. In diesem nutzte Goffin dann bei 6:5 seinen ersten Satzball.

Im zweiten Durchgang gelang Goffin das Break zum 5:3 und bei 5:4 hatte Goffin seinen ersten Matchball bzw. bei 6:5 und 0:40, Aufschlag Nadal gleich drei weitere. Nadal zeigte aber seinen Willen und gerade im Lichte der Enthüllungen danach, seine hohe Professionalität. Er wehrte auch diese Matchbälle ab, und gewann in der Folge selbst das Tiebreak mit 7:4. "Er hat bei den Matchbällen wirklich sehr stark gespielt und ich wollte im dritten einfach nur weiterspielen", erinnerte sich Goffin.

Gute Chancen für Thiem

Im dritten Durchgang zog Goffin mit einem Doppel-Break auf 4:1 davon. Nadal, der immer "unrunder" lief, gelang noch ein Rebreak zum 2:4. Doch dann servierte Goffin mit dem insgesamt 14. Ass und dem fünften Matchball aus. Er trifft nun am Mittwoch auf Thiem-Bezwinger Grigor Dimitrow.

Damit musste sich Thiem auf einen neuen Gegner einstellen. Der Weltranglisten-Zehnte Pablo Carreno Busta ist für den Weltranglisten-Vierten in der Vergangenheit in insgesamt sechs Begegnungen nur einmal zum Stolperstein geworden. Thiem hat eine gute Chance, mit einem Sieg am Mittwoch die Chance aufs Halbfinale aufrechtzuerhalten.

Textquelle: © LAOLA1/APA

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